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Vierbeiner vermehren sich zu schnell / Versorgung der Findelkinder übersteigt Mittel der Einrichtung

Katzenjammer im Hamelner Tierheim

Hameln (xb). Süß sind sie, flauschig und es gibt viel zu viele: Katzenjunge. So viele, dass sie oft kein Zuhause finden und ihre ersten Lebenswochen im Tierheim verbringen müssen. Und es werden immer mehr. Der Sommer hat begonnen, und die Katzen pflanzen sich vermehrt fort. Im Moment sind es die kleinen Maikätzchen, die auf ein Zuhause warten. Später stoßen dann die Juni-, Juli- und Augustkätzchen dazu.

veröffentlicht am 06.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 06:21 Uhr

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Die Findelkinder müssen im Tierheim versorgt werden. Problem: Dort sind der Platz und das Geld knapp. Schuld ist wieder einmal der Mensch. Weil die freilaufenden Katzen von Menschen oft unkontrolliert und übermäßig gefüttert werden, geht es ihnen zu gut. „Katzen können für sich selber sorgen und sind unabhängig“, sagt Claudia Gebhardt vom Tierheim Hameln. Anstatt ein- bis zweimal im Jahr höchstens zwei Junge, bekommen die Katzen nun fünf bis sechs Junge bis zu dreimal im Jahr. Dadurch wird die Nahrung knapp und das Risiko von Infektionskrankheiten steigt. Die Folge ist, dass ungefähr zwei Millionen Katzen auf der Straße leben und ums Überleben kämpfen. Verhindert werden kann das Elend der Tiere nur durch Kastration. Leider sind die wenigsten frei lebenden Katzen kastriert, auch bei den Hauskatzen sind es zu viele, die weiter Junge bekommen. „Manchmal ist man ziemlich wütend auf die Menschen, weil immer gekauft wird und am Ende ist kein Geld zum Kastrieren da“, klagt Claudia Gebhardt, „da fehlt es gewaltig an Verantwortungsgefühl.“ Wieder sind dann fünf oder sechs kleine Kätzchen zu vermitteln, die zwar dem Hungertod entgehen, aber in überfüllten Tierheimen untergebracht werden. Dort müssen sie mit der Mutter, aber getrennt von erwachsenen Katzen und anderen Katzenfamilien ihre Zeit in Quarantäne verbringen. Abwechselnd dürfen die Familien ihren Raum verlassen und draußen spielen. Das liegt daran, dass sich Krankheiten und Infektionen unter jungen Katzen rasant ausbreiten. Die Unterbringungsmöglichkeiten für die Kleinen sind deswegen extrem knapp. „Im Sommer werden zwei Kätzchen vermittelt und ein Körbchen mit sechs bis acht Neuen steht vor der Tür“, weiß Gebhardt. Dass Katzenjunge nur im Frühling und Herbst geboren werden, ist ein Irrtum. Seit die Jahreszeiten verschwimmen und es im Winter oft längere Wärmeperioden gibt, werfen die Katzen fast das ganze Jahr, so Gebhardt. Das ganze Jahr über muss sich dann auch um den Katzennachschub gekümmert werden. Angesichts der geringen Mittel ist es für das Tierheim fast unmöglich, die Katzenschwemme zu bewältigen. Acht Euro stehen dem Heim pro Katze für 28 Tage zur Verfügung. Junge Katzen überschreiten diese Frist automatisch, weil sie noch nicht von der Mutter getrennt werden dürfen. Zudem sind die Kosten für die tierärztliche Betreuung bei kleinen Katzen viel höher. Nach der Frist entsteht ein Minus von 4,83 Euro pro Katze – und das pro Tag.

Katzenschwemme:

Eine von vielen Katzenmüttern mit ihrem Wurf im Tierheim Hameln.

Foto: xb



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