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Tierwohl spielt für Hannoverschen Katzenclub große Rolle

Katzenausstellung: Von Schönheiten mit langer Ahnentafel

HAMELN. Über zwei Tage ging die Internationale Katzenausstellung in der Rattenfängerhalle in Hameln. Über 70 Züchter haben dort ausgestellt und auf einen Preis gehofft. Mit der Dewezet sprechen die Veranstalter über Tierwohl und nicht zugelassene Bewerber.

veröffentlicht am 04.11.2018 um 16:19 Uhr
aktualisiert am 04.11.2018 um 17:10 Uhr

Ein Blick in ihre Augen macht klar: Diese Britisch-Kurzhaar-Katze ist sich ihrer Schönheit bewusst. FOTO: EAW
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Ernst August Wolf Reporter
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Katzenzüchterin Sabine Sichtermann aus Horn-Bad Meinberg mahnt zur Wachsamkeit. „Bei Persern mit zu kleiner Nase ist Obacht angesagt“, so die 54-Jährige, die seit 1986 züchtet. Ihr Ziel: wesensstarke und zufriedene Tiere. Ihre Katzen und Kater, die sich in den großen Käfigen räkeln, strahlen in der Tat Zufriedenheit aus.

Insgesamt 70 Züchter stellen bei der Katzenausstellung in der Rattenfängerhalle ihre Züchtungen in diversen Kategorien zwei niederländischen und zwei deutschen Preisrichtern vor. Veranstaltet wird die große Katzenschau vom Hannoverschen Katzenclub. „Wir wollen uns bewusst von anderen Katzenzuchtvereinen unterscheiden“, stellt die Vorsitzende Martina Handtke aus Springe fest. Was in anderen Vereinen noch toleriert werde, lassen Handtke und ihre Mitglieder nicht durchgehen. Nicht nur Qualzuchten sind ein Ausschlusskriterium, auch Katzen mit Verstümmelungen, ohne Schwänze, ohne Tasthaare oder Nacktzuchten – das muss beim Hannoverschen Katzenclub draußen bleiben. Handtke zeigt Fotos von Bewerbern, die verstümmelte Katzen anmelden wollten. „Bobtail-Katzen, bei eBay angeboten, geht gar nicht“, empört sie sich, und bedauert: „Leider sind wir nur ein kleiner Verein und haben deshalb keine große Lobby.“ Ginge es nach ihr und ihrer Zuchtwartin Karin Konschewitz, dann müsste das neue Tierschutzgesetz in dieser Hinsicht „wesentlich tiefer greifen“.

Das Züchten von Rassekatzen ist, so Konschewitz, „ziemlich hartes Brot.“ Nicht nur, dass die vom Verein durchgeführten Kontrollen ebenso penibel wie umfangreich sind, auch die Ahnentafeln der Tiere reichen bis in die Generationen der Ururgroßeltern. „Einfach zwei schöne Katzen zusammenbringen und auf schönen Nachwuchs hoffen, das klappt ja auch bei den Menschen nicht“, sagt sie schmunzelnd. Ein wachsames Auge hat der Verein auch auf den grauen Markt. „Da schauen wir uns schon mal die entsprechenden Internetportale an, und verantwortungsvolle Katzenfreunde kaufen sowieso nichts an irgendwelchen östlichen Grenzen aus dem Kofferraum. Das ist unverantwortlich.“

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Der Bengal-Kater von Anna Gaus aus Bielefeld gibt nur widerstrebend Pfötchen. FOTO: EAW

Wozu aber züchten, während die Tierheime überquellen? „Zwei völlig verschiede Sachen“, sagt Handtke. „Auch wir helfen mit Zuschüssen Leuten, die sich die 80 bis 160 Euro teuren Kastrationen ihrer Tiere nicht leisten können. Die bekommen rund 60 Prozent der Kosten bei Nutzung eines Kastrationsgutscheines von uns ersetzt.“ Sorgen, die die zwei Mädchen aus Rolfshagen im Auetal nicht haben. Sie posieren stolz mit ihren Katzen, die gerade einen Preis gewonnen haben. Und auch Züchterin Claudia Auerbach aus Löhne freut sich über die Bewertung ihres zweijährigen Sidney. „Der ist topfit. Untersucht auf Herz- und Nierenerkrankungen und Katzen-Aids, geimpft und gechipt.“ Sidney schnurrt zufrieden, als wüsste er, dass ihm nur noch zwei Punkte bis zum World Champion der Britisch-Kurzhaar-Katzen fehlen.



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