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Stadt macht bei Pächtersuche für Bürgerhus Kompromisse

Kartoffelhaus muss kein Restaurant mehr werden

Hameln. Im Juli, August und September inseriert die Hamelner Stadtverwaltung das Bürgerhus an der Kupferschmiedestraße. Das seit zwei Jahren leer stehende Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es handelt sich um eine Perle des Fachwerkbaues, die bei Stadtführungen gern präsentiert wird. Der Hamelner Rat hatte deshalb im vergangenen Jahr entschieden, das Gebäude auch weiterhin im Besitz der Stadt zu belassen, um dieses Schmuckkästchen zu bewahren. „Es besteht die Sorge, dass ein privater Eigentümer damit überfordert sein könnte“, erinnert sich ein Sprecher der Stadtverwaltung an den Ratsbeschluss.

veröffentlicht am 04.08.2015 um 14:15 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:41 Uhr

Seit zwei Jahren steht das Bürgerhus nun schon leer. Die Stadt hat das Gebäude nun wieder ausgeschrieben.

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Von Ulrike Truchseß
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Hameln. Im Juli, August und September inseriert die Hamelner Stadtverwaltung das Bürgerhus an der Kupferschmiedestraße. Das seit zwei Jahren leer stehende Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es handelt sich um eine Perle des Fachwerkbaues, die bei Stadtführungen gern präsentiert wird. Der Hamelner Rat hatte deshalb im vergangenen Jahr entschieden, das Gebäude auch weiterhin im Besitz der Stadt zu belassen, um dieses Schmuckkästchen zu bewahren. „Es besteht die Sorge, dass ein privater Eigentümer damit überfordert sein könnte“, erinnert sich ein Sprecher der Stadtverwaltung an den Ratsbeschluss.
 Damit ist auch klar: Ein künftiger Pächter muss sich nicht um etwaige Renovierungskosten kümmern. Aufwendige Sanierungsarbeiten stehen nicht an, weil das Bürgerhus in den 1980er Jahren saniert wurde. Damals war gewissermaßen eine Sanierung der Sanierung notwendig geworden, weil das Gebäude durch die bei der ersten Sanierung verwendeten Materialien nicht atmen konnte. (wir berichteten).
 Angeboten wird das Pachtobjekt im Immobilienmarkt der HAZ, der Dewezet, der AHGZ als Immobilienmarkt für Hotellerie und Gastronomie und auf der Homepage der Stadt Hameln sowie auf Facebook.
 „Das Gespräch mit einem Interessenten fand bereits statt“, heißt es bei der Stadtverwaltung. Zusätzlich zu dem Gastraum und der Küche beinhaltet das dreigeschossige Eckhaus noch zwei Wohnungen, die leer stehen und von dem künftigen Pächter gemietet werden können. Auch Sascha Müller, vom
frb-immobilien Regionalbüro Hameln-Rinteln hat das ehemalige Kartoffelhaus in seinem Prospekt. Bei ihm gibt es Anfragen von Asiaten, die sogenannte Asia-Tempel aufbauen wollen, „die suchen allerdings von 800 Quadratmetern aufwärts bis zu 1500 Quadratmeter und mindestens 80 Parkplätze. Auch wenn man mit der Miete runtergeht, in den Nebenstraßen ist es schwer, gewerblich nutzbare Objekte zu vermieten“, weiß Müller.
 Die Stadt hatte Ende Juli 2013 den Pachtvertrag mit dem „Kartoffelhaus im Bürgerhus“ gekündigt und im Oktober die Neuverpachtung ausgeschrieben. Nachdem sich im vergangenen Jahr kein Interessent fand, erweiterte die Stadt ihren Blick. „Jetzt schauen wir nicht mehr nur ausschließlich in Richtung Gastronomie, sondern sind auch für andere Gewerbe offen“, hieß es im Oktober 2014 aus dem Rathaus (wir berichteten). Von dem neuen Pächter erwartet die Stadt laut Ausschreibung ein „Bewirtschaftungskonzept“, das der historischen Bedeutung des Gebäudes und dem Standort in der Hamelner Altstadt gerecht wird. „Wir sind auf allen Kanälen und zum Beispiel auch mit einem Makler noch auf der Suche“, so die Stadt im Oktober 2014. Um die Chancen auf schnelle Verpachtung weiter zu erhöhen, würde man sich zudem auch Verhandlungen über die Pacht nicht verschließen. Zuletzt wurde das Bürgerhus im Rahmen des Programms zum Tag des offenen Denkmals als Paradebeispiel für kunstvolle Fassadenmalerei präsentiert.
 Das Bürgerhus ließ die Ratsherrenfamilie Hellenstedt 1560 errichten. Es handelt sich um ein dreigeschossiges Eckhaus, mit zwei Utluchten und sogar einer Eckutlucht. Die Sackdiele des ehemaligen Ackerbürgerhauses ist noch erkennbar. Das Gebäude weist reiche Varianten des Rosettenmotivs auf. Die Füllhölzer zwischen den Balkenköpfen sind mit Taubändern geschmückt, waagerechte Fachwerkhölzer, die Riegel, tragen ein wulstförmiges Profil, das in „Ankern“ ausläuft. So soll optisch der erforderliche Zusammenhalt des Gefüges symbolisiert werden. Die Fenster des zweiten Obergeschosses zieren hölzerne sogenannte Vorhangbögen. Die Eckinschrift (in lateinisch und in gotischen Minuskeln) ist die längste erhaltene Hausinschrift in der Hamelner Altstadt.
 Das Gastronomieobjekt „Bürgerhus“ an der Kupferschmiedestraße 13 hat eine Nutzfläche des Gästebereichs von 160 m² zzgl. der Wirschaftsräume von 70 m² und den beiden Wohnungen mit 109 m² und 80 m² Wohnfläche. Ein Energieausweis ist vorhanden. Bewerbungen werden erbeten bis zum 15. September 2015 an die Stadt Hameln, Abt. ZGW, Postfach, 31784 Hameln, Telefon 05151/2021375, E-Mail: genz@hameln.de



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