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Ansiedlung auf dem Ravelin Camp in Hameln: Investor übt deutliche Kritik

„Kaputtgemacht hat das die Stadt“

Hameln. Es sollten die ersten von – so die Hamelner Hoffnung – vielen Unterschriften nach dem Abzug der britischen Streitkräfte werden. Doch die Verhandlungen um das vor Jahren verlassene Ravelin Camp platzten (wir berichteten). Der potenzielle Investor, der eine Photovoltaikanlage am Rotenberg errichten wollte, übt nun deutliche Kritik an der Stadtverwaltung. Diese, sagt Wolfgang Bax aus Stadthagen, habe Forderungen an den Eigentümer des Areals, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), gestellt, die diese nicht hätte erfüllen können. „Kaputtgemacht hat das die Stadt Hameln“, sagt er über die Verhandlungen.

veröffentlicht am 04.11.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Es ging zunächst um einen städtebaulichen Vertrag, einen ersten Schritt auf dem Weg zum Bebauungsplan und letztlich zur Baugenehmigung. Die Stadt schafft die baurechtlichen Voraussetzungen, Bax pachtet das Gelände, die Bima bleibt Eigentümerin – so die geplante Rollenverteilung. Doch strittig war dann offenbar die städtische Forderung nach einer Bankbürgschaft für den – in 25 Jahren anvisierten – Rückbau der Photovoltaikanlage, ebenso die im städtebaulichen Vertrag vorgesehenen Vertragsstrafen. Ein wohl noch gewichtigerer Knackpunkt: Auf dem Ravelin Camp wurden Ausgleichsflächen für das Windkraft-Vorranggebiet bei Hilligsfeld eingerichtet. Diese Gebiete müssten dann – rund um die Solaranlagen – entwickelt und gepflegt werden. „Da sehen wir uns nicht zu imstande“, sagt Bax. Ebenso außerstande sehe sich die Bima unter diesen Voraussetzungen, einen anderen Investor für die vom Rat der Stadt gewollte Solaranlage zu suchen, sagt der Beinahe-Investor. „Die Bima war wirklich bereit, auf die Stadt zuzugehen, aber die hat sich keinen Millimeter bewegt“, sagt Bax. „Extrem unprofessionell“ nennt er das Verhalten der Hamelner Verwaltung. „Das Verhältnis zur Bima dürfte nicht mehr das beste sein.“ Die Bundesanstalt wollte zu den gescheiterten Verhandlungen auf Anfrage keine Stellung nehmen.

Für Stadtbaurat Herman Aden stellt sich die Angelegenheit anders da. „Ausgewogenheit“ sei das Ziel gewesen. Zwar sei das Windkraft-Vorranggebiet einst Anlass gewesen, ein Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Im städtebaulichen Vertrag für die Photovoltaikanlage allerdings gehe es allein darum, Beeinträchtigungen in der Natur auszugleichen, welche die Solaranlagen mit sich brächten. Und zum Rückbau müsse die Stadt im Interesse möglicher künftiger Besitzer nun einmal Regelungen treffen. „Das eigentliche Dilemma“, vermutet er, liege wohl darin, dass sich Bima und Bax über eine Pacht geeinigt hätten, ohne den Bebauungsplan – und somit die kompletten Kosten und möglichen Erträge – zu kennen. Für Wolfgang Bax steht fest: „Für mich ist das Projekt gestorben.“ Allerdings dürfte darüber nun nicht jeder in Hameln unglücklich sein. Immobilienfachleute wiesen in den vergangenen Monaten wiederholt darauf hin, dass zentrumsnahes, hochwertiges Wohnen in den eigenen Wänden auf dem Hamelner Markt gefragt sei. Doch ein Neubaugebiet Ravelin Camp schließt Stadtbaurat Aden derzeit aus. Zum Bauen gäbe es andere Areale. Das (nur zögerlich angenommene) Hottenbergsfeld etwa oder – wenn die Elisabeth-Selbert-Schule ihren dortigen Standort räume – an der Thibautstraße. „Es macht mehr Sinn das zu nutzen, als auf der grünen Wiese ein neues Baugebiet zu erstellen“, sagt Aden.

In 25 Jahren, nach der Solarpark-Nutzung, könne die Nachfrage eine andere sein, sagt Aden, aktuell jedoch spräche Hamelns Bevölkerungsentwicklung gegen neue Baugrundstücke am Rotenberg.



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