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FDP will in Hameln „breites Angebot“ an Schulformen erhalten

„Kampf um die Gymnasien“

HAMELN. Nach den Grünen kommt nun auch die FDP aus der Deckung: Bevor am Donnerstag – voraussichtlich – über die künftige Ausrichtung der Hamelner Schulpolitik diskutiert wird, legen die Liberalen ebenfalls ihre Positionen vor.

veröffentlicht am 12.02.2019 um 17:45 Uhr
aktualisiert am 12.02.2019 um 19:20 Uhr

Die FDP-Fraktion im Stadtrat sieht in der Grünen-Forderung nach Stadtteilschulen einen Angriff auf die Hamelner Gymnasien. Im Bild das Schiller-Gymnasium. Foto: Wal
Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Eigentlich hätte das fertige Papier erst zur Sitzung veröffentlicht werden sollen, doch da die Positionen der Grünen bereits öffentlich sind (wir berichteten), zieht die FDP nun nach, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Herbert Habenicht. Kern der FDP-Positionen: Ein „breites Schulformangebot“ soll in Hameln erhalten bleiben. Im Grünen-Vorschlag sieht Habenicht einen Angriff auf die Gymnasien.

Viergliedrig ist das Angebot an weiterführenden Schulen aktuell. Eltern und Schüler haben nach der vierten Klasse die Wahl zwischen Oberschule, Realschule, Integrierter Gesamtschule (IGS) und Gymnasium. Und so soll es nach Auffassung der FDP möglichst auch erhalten bleiben. Ein kleines „aber“ bleibt in Bezug auf die Oberschule: „Als Alternative ist dennoch zu überlegen, ob im Bereich Südstadt eine weitere IGS einzurichten ist, die die Aufgaben der vorhandenen Oberschule übernehmen kann“, heißt es im FDP-Papier. Eine weitere IGS ohne eigene Oberstufe allerdings, führt Habenicht aus. Diese Überlegungen betreffen die Wilhelm-Raabe-Schule. Ansonsten gehen die Liberalen auf Standortdebatten nicht näher ein. „Wir müssen erst wissen, was wir wollen, und dann sehen: Wie können wir es schulmäßig umsetzen“, so Habenicht. Mit dem Papier der Grünen habe „der Kampf um die Hamelner Gymnasien“ begonnen, sagt der FDP-Ratsherr. Deren Vorschlag von Stadtteilschulen nach Hamburger Vorbild laufe auf diese als einzige Schulform hinaus.

Die FDP betont, dass Unterrichtsqualität nicht von der Schulform abhänge. Auf die handelnden Personen komme es an. „Wenn sie es schaffen, den Unterricht gut zu gestalten, gelingt Schule, egal welcher Form“, heißt es in dem Positionspapier. Die Schulformen müssten miteinander vernetzt werden, beispielsweise in Bildungshäusern zusammenarbeiten. Die Oberstufen der Berufsbildenden Schulen – Schulträger ist hier der Landkreis – könnten die Abi-Kandidaten einer neuen IGS aufnehmen.

Die Bildungsgerechtigkeit ließe sich nicht allein durch Gesamtschulen verbessern, ist die FDP überzeugt. Die These, nur Gesamtschulen könnten die Abhängigkeit des Schulabschlusses von der gesellschaftlichen Stellung der Eltern lösen, werde auch von der Wissenschaft „nicht uneingeschränkt unterstützt“, schreiben die Liberalen.

Aktuell bestehe in Hameln, dies hätten Anmeldezahlen und Elternbefragungen gezeigt, Bedarf für alle Schulformen, argumentiert Habenicht. Und unabhängig davon, wie sich die Politik entscheide: Hohe Investitionen in Schulgebäude ständen für die Stadt in jedem Fall an.
Termin: Die Sitzung des Ausschusses für Familie, Kindertagesstätten, Schulen und Sport findet statt am Donnerstag, 14. Februar, 16 Uhr, in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums (Knabenburg 2).

Information

Gymnasien sind gefragt

Verglichen mit den Zahlen des Schuljahres 2014/15 hat sich in diesem Schuljahr der Anteil der Realschüler am auffälligsten verändert: 13 Prozent der Grundschulabgänger wechselten im vergangenen Sommer auf die Realschule, 19 Prozent waren es noch 2014. Um drei Prozentpunkte zugelegt hat in diesem Vergleich die Integrierte Gesamtschule – auf nun 21 Prozent. Auf den gleichen Wert kommt die Oberschule – 20 Prozent waren es 2014, nur 15 Prozent im Jahr 2017. Aufs Gymnasium wechselten 43 Prozent der Kinder (42 Prozent im Jahr 2014/15).



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