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Musikalisches und Theologisches im „Haus der Kirche“

Kaffeekränzchen mit Käthe Luther

HAMELN. Käthes Kaffeekränzchen im „Haus der Kirche“ war am Samstag gut besucht. Für ein kurzweiliges Programm sorgten die Eheleute Pastorin Dr. Michaela Veit-Engelmann und Journalist und Songschreiber Lothar Veit. Das Ergebnis war ein kirchenmusikalisch und theologisch unterhaltsamer Nachmittag.

veröffentlicht am 05.11.2017 um 17:22 Uhr

Dr. Michaela Veit-Engelmann und Lothar Veit interpretieren gemeinsam klassische Kirchenlieder neu und modern – das Sahnehäubchen bei Käthes Kaffeekränzchen. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Wer kennt ihn nicht, den bekannten Küchenspruch „Fünf sind geladen, zehn sind gekommen / Gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen!“ In der biblischen Erzählung sind es nicht nur zehn, sondern 5000, kommen und trotz begrenzten Lebensmittelvorrats dank des Gottvertrauens alle satt werden. Ganz so viele waren es am Samstag im „Haus der Kirche“ zwar nicht, aber: Bei der Vielzahl von unerwarteten Besuchern hätte sicher auch die Lutherin noch ein paar Gedecke nachgelegt und weitere Stühle um den großen Tisch platziert: Der Einladung zum Kaffeekränzchen mit Käthe Luther – ausgesprochen vom Hamelner Ortsverein des Deutschen Evangelischen Frauenbund (DEF) – waren deutlich mehr Menschen ins Haus der Kirche gefolgt, als das DEF-Organisationsteam angenommen hatte.

Gestaltet wurde der theologisch-musikalische Nachmittag von Pastorin Dr. Michaela Veit-Engelmann und ihrem Mann Lothar Veit aus Hameln. Während Veit-Engelmann als Schulpastorin an der Elisabeth-Selbert-Schule und darüber hinaus in verschiedenen Kirchengemeinden rund um Hameln tätig ist, ist Lothar Veit von Beruf Journalist und hat sich auch als Autor und Songschreiber einen Namen gemacht. Journalistisch war er unter anderem für die Magdeburger Volksstimme, die Hildesheimer Allgemeine Zeitung, die Neue Deister-Zeitung in Springe und bei der Wochenzeitung „Kehrwieder am Sonntag“ in Hildesheim tätig. Aktuell ist er in Elternzeit. Doch was an diesem Nachmittag den besonderen Reiz ausmacht: Lothar Veit ist Textautor vieler neuer geistlicher Lieder, die er zum Teil selbst vertont hat. Das Mottolied vom Deutschen Evangelischen Posaunentag in Dresden im vergangenen Jahr stammt beispielsweise aus seiner Feder. Über eine Kirchenband kam der heute 44-Jährige bereits in seiner Jugend zum Schreiben eigener Lieder. Seit 1995 gehört er der Textautoren- und Komponistengruppe TAKT an. „Ich habe den Kontakt zu anderen Textautoren und Komponisten gesucht“, sagt der Hamelner. „Dieser Austausch bedeutet mir sehr viel.“ Auch in der Kirchentagsszene kennt man den Namen Lothar Veit – spätestens seit der 30. Deutsche Evangelische Kirchentag 2005 in Hannover stattfand. Und so durfte natürlich auch sein Hannoversches Motto-Kirchentagslied „Wenn dein Kind dich morgen fragt“ (Musik: Andreas Lettau) an Käthes Kaffeetafel nicht fehlen. Vor sechs Jahren erschien Veits erstes Liederbuch mit 60 Stücken unter dem Titel „Widerworte“. Wenn alles nach Plan läuft, geht der Nachfolger – wieder mit 60 neuen Liedern – noch vor Weihnachten an den Start, hofft Veit. Ein großes Konzert ist am 28. Januar im Paul-Gerhard-Haus geplant.

Wie ein mit frechen Randnotizen gespicktes Gesangbuch erscheint seine Interpretation des Luther-Kampfliedes „Ein feste Burg ist unser Gott“: „Die Worte sind dahingestellt, doch leider Ladenhüter / Wen heute eine Sehnsucht quält, der sucht sich and’re Güter / Wo bleibt Gottes Sohn? Mancher lacht ihm Hohn / Dem Rest ist er schnurz, das Kreuz kommt eh zu kurz / Dem Glauben fehl’n die Gründe.“ So modern kirchenmusikalisch betrachtet kann sich auch Superintendent i.R. Horst Walz mit der von ihm stets ausgelassenen vierten Strophe des Luther-Klassikers anfreunden, wie der Hamelner begeistert am Ende des auch theologisch unterhaltsamen und interessanten Nachmittags erklärt.

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