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Kämmerer zittern vor ver.di-Forderung

veröffentlicht am 02.02.2010 um 17:55 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Auch heimische Kommunaldienstete wollen demonstrieren.

Hameln-Pyrmont (HW). Der von der Gewerkschaft ver.di angekündigte Warnstreik im öffentlichen Dienst wird auch von Angestellten der Städte Hameln, Bad Münder, Hessisch Oldendorf sowie des Landkreises unterstützt. „Für Anfang kommender Woche ist eine Kundgebung mit Demonstration auf dem Opernplatz in Hannover geplant. An dieser Großveranstaltung werden sich rund 300 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus Hameln-Pyrmont beteiligen und mit Bussen nach Hannover fahren“, erklärte Sabine Prenzlow gestern auf Anfrage. Wann genau zu der Protestkundgebung in der Landeshauptstadt aufgerufen werden soll, wollte die stellvertretende Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Hannover/Leine-Weser nicht verraten. Dem Vernehmen nach soll die Veranstaltung jedoch am Montag, 8. Februar, um 11.30 Uhr beginnen.
 Mit der Kundgebung und Demonstration will die Gewerkschaft ihrer Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten beim Bund und in den Kommunen Nachdruck verleihen, denn am 31. Januar und 1. Februar sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Neben den fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt fordert die Gewerkschaft für Auszubildende und Praktikanten 100 Euro mehr pro Monat. Auch die Altersteilzeitregelung soll verlängert und eine verbindliche Übernahme von Azubis vereinbart werden. Hinzu kommt die Forderung nach einer Wiedereinführung der Bewährungs- und Tätigkeitsaufstiege.
 Die Kämmerer sehen der Tarifauseinandersetzung mit Schweiß auf der Stirn entgegen. „Wir verfolgen die Verhandlungen mit großem Interesse“, sagt Uwe Kiesling. Für den Fachbereichsleiter Finanzen im Hamelner Rathaus bedeutete die Umsetzung der Maximalforderung von fünf Prozent eine Haushaltsmehrbelastung von einer Million Euro für die 573 Angestellten im Hamelner Rathaus. 

 Auf eine moderate Tariferhöhung hofft auch Kreiskämmerer Karsten Vetter. Er rechnet mit zwei Prozent mehr für die Gehälter im öffentlichen Dienst und hat entsprechend 334 000 zusätzliche Euro an Personalkosten im Kreisetat veranschlagt. „Fünf Prozent kosteten uns weitere 500 000 Euro. Dann müssten wir ganz sicher auf die Einstellung sämtlicher neuen Mitarbeiter verzichten“, glaubt Vetter, der sich ein „maßvolles und faires Ergebnis“ wünscht.
 Von Verzicht aufgrund der Folgen der Wirtschaftskrise hält dagegen Sabine Prenzlow, die zugleich Vorsitzende des Hamelner Rates ist, nichts. Auch von zwei in ihrer Brust schlagenden Seelen will die Sozialdemokratin und Gewerkschaftsfunktionärin nichts wissen. Dem öffentlichen Dienst komme eine besondere Verantwortung zu, damit es nicht zu einem Rückschlag bei der Überwindung der Krise komme, meint sie. Schließlich käme es über eine Lohnerhöhung auch zu Rückflüssen über die Einkommensteuer.



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