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Hoch- und Deutschmeister begeistern in der Rattenfänger-Halle / Instrumente als Spezialanfertigung

K. und k.-Musik in ihrer besten Tradition

Hameln. Der sechsjährige Alexander Bohnhorst ist an diesem Nachmittag eine Rarität in der Rattenfänger-Halle, ebenso wie das Orchester, dem er begeistert neben Papa Robert Gamse und Mama Patricia Bohnhorst zuhört. Die Zahl der Kinder im Publikum des Konzertes der Hoch- und Deutschmeister kann an einer Hand abgezählt werden. Für den Wiener Kapellmeister Reinhold Nowotny sind Kinder als Zuhörer in diesem Alter aber nichts Ungewöhnliches, denn im Vorschulalter seien sie in der Regel noch nicht so stark von den sozialen Einflüssen ihrer Umwelt geprägt. Das Rentnerehepaar Margarete und Günther Schopp aus Afferde in Reihe 10 ist altersmäßig schon eher dem durchschnittlichen Hamelner Zuhörer angepasst – es hat die Karten als Weihnachtsgeschenk von ihren beiden Töchtern bekommen.

veröffentlicht am 14.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 04:21 Uhr

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Autor:

Birgit Sterner
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Die Hoch- und Deutschmeister muss man sich gönnen wollen, auch preislich gesehen. Sie bieten nicht nur musikalisch einen besonderen Auftritt – mit ihnen schwappt österreichische Nostalgie pur und unverfälscht herüber. Da wippt bereits der Fuß bei der Deutschmeister-Fanfare von Erwin Halletz zur Eröffnung, ob man nun will oder nicht. Damit alle 555 Zuhörer in der Rattenfänger-Halle nicht nur zuhören, sondern auch verstehen, was sich hinter den Hoch- und Deutschmeistern verbirgt, kündigt der charmante Kapellmeister Nowotny in unverwechselbaren Wiener Dialekt nicht nur die bevorstehenden Musikstücke an. Er führt bei dem Zwei-Stunden-Programm auch durch die musikalische und geschichtliche Historie der Hoch- und Deutschmeister, die einst 1696 mit einer ganz gewöhnlichen Musterung begann.

Im Jahre 1741 ordnete Kaiserin Maria Theresia an, dass jedes Regiment seine eigene Kapelle haben sollte, um die Truppen zur Parade zu führen und im Kampf anzuspornen. 40 Jahre später holte Kaiser Joseph. II seine Lieblingskapelle nach Wien, die inzwischen schon eigene Konzerte in Chicago und Südamerika gegeben hatte. Seit 1999 leitet übrigens Reinhold Nowotny das Orchester. Für ihn sind Traditionen maßgebend. Dazu gehört vor allem ein authentischer Klang seines Orchesters, das bereits seit rund 30 Jahren als Verein existiert.

„Vor 100 Jahren wurde einen halben Ton höher gespielt“, erklärt Nowotny. Um diese höhere Tonlage zu erreichen, seien die Instrumente Spezialanfertigungen – sie sind kürzer gebaut. Zur Tradition der Hoch- und Deutschmeister gehört aber ebenso das nostalgische Erscheinungsbild der Musiker, die in den blauen Uniformen des k. und k.-Infanterieregiment auf der Bühne stehen. Die 28 Musiker spielen, ohne die Zugaben, 24 Musikstücke für die Hamelner, darunter Stücke von Carl Michael Ziehrer („Schönfeld-Marsch“, „Verliebt“, „Loslassen“), Robert Stolz („Frühjahrsparade“), Johannes Schrammel („Wien bleibt Wien“) und den drei Strauß-Brüdern Josef, Eduard und Johann („Moulinet-Polka“, „Bahn frei“, „Annen-Polka“). Neben zahlreichen Märschen, auf die besonders Margarete Schopp und der kleine Alexander gewartet haben, stimmt das Orchester auch einige ruhigere Stücke an. Die Gesangseinlagen von Sopranistin Anja Markwart sind ebenso erfrischend wie ein Flügelhornsolo von Kurt Preissl und ein Trommlersolo von Ralf Osner. Bei der schnellen Polka „Auf der Jagd“ von Johann Strauss beweist Nowotny, dass er auch als Entertainer das Publikum unterhalten kann. Dieses dankt mit riesigem Applaus für einen rundum gelungenen Konzertnachmittag.

Außergewöhnlich: Auch Alexander Bohnhorst (6) lauscht gemeinsam mit seinen Eltern den Melodien aus der Zeit der k. und k.-Monarchie.



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