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Web-Dienste wie „twitter“ sollen Jugendliche ansprechen

Jungpolitiker zwitschern Kurzbotschaften im Internet

Hameln (tk). Dialog und Partizipation heißen die neuen Zauberworte, mit denen die Politik mittlerweile im Internet für sich wirbt. Das haben nicht nur die großen Mutterparteien für sich entdeckt, sondern auch ihre Jugendorganisationen vor Ort, die fleißig auf Seiten mit Namen wie twitter, Youtube oder facebook Kurznachrichten und Videobeiträge einstellen. Sie setzen auf die Internetaffinität junger Wähler, die sich schnell und aktuell informieren wollen, und für die der Umgang mit dem Internet längst alltäglich ist.

veröffentlicht am 06.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 23:41 Uhr

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„Das Internet hat für die politische Jugendarbeit einen immer höheren Stellenwert, aber keiner will mehr epische Texte lesen“, stellt Matthias Koch, Vorsitzender der Jungen Union in Hameln, fest. Kurzmitteilungen über aktuelle Geschehnisse, direkte Kommentierungsmöglichkeiten, ortsunabhängige Vernetzung mit anderen politisch interessierten Jugendlichen – das sind seiner Meinung nach Kommunikationsformen, die junge Wähler erreichen. Denn Angebote wie twitter seien universell zugänglich und zurzeit angesagt.

„Wir wollen näher an die Jugendlichen ran“

„twitter“ ist englisch, bedeutet zwitschern und ist ein Kurzmitteilungs-Abo, das 2006 in den USA entwickelt wurde. Wer twittert, muss sich als Abonnent eines anderen twitter-Nutzers eintragen und wird von diesem mit Nachrichten in SMS-Länge aus dessen Leben versorgt. Mitglieder bekommen regelmäßig Botschaften von „Ich trinke gerade Kaffee“, bis „Schau Dir den Link an“. Hunderttausend Menschen nutzen diesen Mitteilungsdienst bereits und werden mit Belanglosigkeiten gefüttert, so der gängige Vorwurf. „Das muss aber so nicht sei“, sagt Torben Pfeufer, Vorsitzender der Hamelner Jusos. Seit April twittert er auf der Juso-Kreis-Seite. „Wir wollen mit diesem Service näher an die Jugendlichen ran“, formuliert Pfeufer die Idee hinter dem twitter-Profil der Jusos. Von der Wirkung des twitter-Dienstes ist er überrascht: 120 Abonnenten haben sich bei den Jusos bereits eingetragen, zwei neue Mitglieder konnten sie aus den Abonnenten rekrutieren.

Die Inhalte, die die Jusos über twitter einstellen, sind bisher ein Mix aus bundesweiten Meldungen, Veranstaltungstipps und Diskussionsvorschlägen. Zwar sei die Resonanz noch verhalten, es zeige sich aber ein Trend, den auch die Jugendforschung bestätigt: „Die Scheu, im Internet Fragen zu stellen ist geringer“ als im direkten Kontakt. Jugendliche versuchen, sich über das Internet zu engagieren, ohne einer Partei beizutreten.

Auch Kristijan Kuhlmann, Kreisvorsitzender der Jungliberalen Hameln-Holzminden (JuLis) ist vom Potenzial des Internets überzeugt, sieht die Web-Kommunikation aber grundsätzlich als Ergänzung denn als Ersatz für die klassische Öffentlichkeitsarbeit. Auf Kreisebene hingegen schätzt er die Relevanz eines Mediums wie twitter geringer ein – die Inhalte würden von den Jugendlichen nicht nachgefragt, und wenn, dann nur von solchen, die direkt danach suchen. Derweil unterhalten die JuLis auf ihrer Homepage einen Video-Clip, in dem der JuLi-Bundesvorsitzende Johannes Vogel vermittelt, wie „cool Politik sein kann“. Auch wenn anders als auf Bundes- und Landesebene die digitale Revolution auf Kreisebene noch nicht gänzlich angekommen ist (die Junge Union zwitschert noch nicht mit), in einem sind sich die Jungpolitiker einig: „Politik muss mit Spaß und modern vermittelt werden“, wie Torben Pfeufer sagt.

Die Politik hat das Kurzmit-teilungsprogramm twitter entdeckt. Seither stellen Bundestagsabgeordnete Eilmeldungen von ihrem Arbeitsplatz ein. Auch die politischen Jugendorganisationen in Hameln mischen im Internet mit.

Montage: Wal



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