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Der Tanz ist ein athletischer Kraftakt

Jumpen – bis die Pumpe wummert

Von Karin Rohr

veröffentlicht am 08.02.2009 um 18:04 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 12:41 Uhr

Drei „Jumpstyle“-Gruppen der Tanzschule „Für S
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Männer und Tanzen? Aber klar! Wenn’s um Jumpstyle geht, bedarf’s da keiner großen Aufforderung. Da punktet das starke Geschlecht in Diskotheken, auf Schulhöfen oder Bühnen und hat mit „Jumper“-Videos die Internet-Plattformen erobert. Dieser zu minimalistischem Sound gehüpfte, gekickte und gestampfte Power-Tanz ist so athletisch und energiegeladen, dass er eine echte Herausforderung für sportive Typen ist. Ein Kraftakt für Männer. Und erst recht für Frauen. Denn auch die trainieren Jumpstyle.

Mit „Vampire’s Jump“

bei der Sport-Gala

Als Newstyle in Chicago gegründet, hat Jumpstyle in Europa längst eine eigene Szene und unzählige Fans vor allem in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Österreich und Deutschland. Auch in Hameln. Bei der Tanzschule „Für Sie“ trainieren unter der Regie von Sandra Meyer drei Gruppen: zwei Formationen mit meist 14- bis 17-Jährigen und eine ganz junge Truppe mit überwiegend 10- bis 12-Jährigen. Die Jüngste ist 7 Jahre, der Älteste 19. Ihr Können zeigen alle drei Gruppen bei der Sport-Gala – in einer eigens für diesen Ball von Sandra Meyer erarbeiteten Show: „Vampire’s Jump“.

„Wir haben bei der Show bewusst auf den Kontrast aus weicher Musik aus dem Musical ,Tanz der Vampire’ und hartem, basslastigen Beat gesetzt“, sagt die Tanztrainerin. Seit klar war, dass die Jumpstyle-Eleven der Tanzschule „Für Sie“ bei der Sport-Gala ihren großen Auftritt haben würden, wurde hart trainiert: „Zweimal pro Woche, in der Endphase sogar drei- bis viermal“, erzählt Sandra Meyer.

Jumpstyle

kostet Kraft

Es ist ein knallhartes Training: „Nach einer Stunde sind die Tänzer richtig fertig“, sagt „Für Sie“-Chef André Arras: „Das ist Hochleistungssport.“ Denn die „Philosophie“ dieses Tanzstils sei nicht etwa unbekümmertes Hüpfen, sondern das „In-den-Boden-Stampfen“ beim Springen und Kicken, führt Arras aus. Der Crack der Truppe ist der 19-jährige Hiep Tran. Er trainiert Jumpstyle seit einem Jahr, tanzt so dynamisch, wuchtig und powervoll, dass alle Blicke automatisch an ihm kleben bleiben, wenn die Formation auftritt.

Minimal und eher schlicht sind Melodie, Sound und Arrangement der elektronischen Tanzmusik von Jumpstyle. Charakteristisch für viele Tracks sind 140 bis 150 Beats pro Minute, gemischt mit Offbeats, das heißt: Beats zwischen den „normalen“ Beats. Viele Tracks enthalten auch Hardcore-Techno-Beats: Zwingend notwendig sind diese allerdings nicht, um sie als Jumpstyle zu klassifizieren.

Zur Jumpstyle-Musik entwickelte sich ein ganz eigener kraftvoller Tanzstil: Getanzt wird einzeln oder in Gruppen, indem die Beine im Rhythmus während des Springens abwechselnd nach vorne und hinten geworfen werden. Meist wird mit mehreren Personen getanzt, wobei die Tänzer entweder im sogenannten „Duo-Jump“ nebeneinander gleiche Schritte ausführen oder sich im „Duo-Kick“ gegenüber stehen und beim „Jumpen“ synchron und dabei absichtlich mit den Füßen aneinander anstoßen. Das Berühren der anderen Tänzer durch unachtsame Tanzschritte ist mit Ausnahme des „Duo-Kicks“ verpönt. Der Duo- oder Group-Jump – das heißt: synchrones, choreografiertes Tanzen in einer größeren Gruppe – stellt die schwierigste Tanzart dar. Denn: Jumpstyle in der Formation zu tanzen ist eine echte Herausforderung: „Meist wird stationär getanzt“, sagt Arras, „in der Formation aber sind die Tänzer gezwungen, verschiedene Bilder darzustellen, dazu weite Wege zurückzulegen und das Ganze synchron rüberzubringen.“

Bei der Sport-Gala-Show „Vampire’s Jump“ sind das Bilder, „die in den Stern gehen und aus dem Stern ins Quadrat“, erklärt der „Für Sie“-Chef. Sinn dieses ungemein anstrengenden, viel Kraft und Disziplin fordernden, choreographierten Group-Jumps: „Man sieht dadurch immer wieder andere Gesichter vorn. Das ist nicht so langweilig“, stellt André Arras fest.



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