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Sieg beim Poetry Slam macht Wallenserin Hoffnung auf Meisterschaft in Göttingen

Julia setzt auf Hameln als Sprungbrett

Hameln. Sich die besten Texte dieser „Dichterschlacht“ gar auf die Haut tätowieren lassen? Nein, soweit wollten die begeisterten Zuhörer am Freitagabend in der voll besetzten Sumpfblume beim Poetry Slam nun doch nicht gehen – der Satz war von Moderator Gerrit Wielanek auch nur scherzhaft gemeint.

veröffentlicht am 13.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 07:21 Uhr

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Autor:

Birgit Sterner
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Der Abend, übrigens der letzte Poetry Slam für dieses Jahr, war prall angefüllt mit den unterschiedlichsten rhythmischen Sprechabschnitten von zehn Protagonisten, die allesamt nur mit Vornamen beziehungsweise Künstlernamen gelistet waren. Das gebotene vielfältige Lyrik-, Prosa- und auch Comedy-Gemisch reichte inhaltlich von himmelhochjauchzend bis tief betrübt – und gefiel, das machte das Publikum vor allem bei seiner Beurteilung deutlich.

Bei der Bewertungsskala bewegten sich die fünf freiwilligen Juroren immer im oberen Drittel. Selbst dem Poetry Slam „verfallen“, führte der charismatische junge Moderator sowohl die Slammer als auch das Publikum zielsicher durch den Abend. Erstaunlich: 50 Prozent der Hobbykünstler kamen sogar in die Schlussrunde. Die fiel sehr knapp aus und wurde letztlich durch Applaus aller Zuschauer entschieden: für Julia aus Wallensen an der Spitze. „Hameln wird hoffentlich mein Sprungbrett für die Norddeutschen Sciene-Slam-Meisterschaft in Göttingen sein, denn dorthin geht es nächste Woche“, verriet die stolze Siegerin nach der Wertung. Hinter der selbstbewusst vorgetragenen Inszenierung über einen blinden Mann, den sie bei ihren Besuchen versucht mit bildlichen Beschreibungen aus seiner Einsamkeit zu reißen, steckt eine wahre Geschichte, erzählt sie. Ihr Text für die zweite Runde war ein lockeres Wortspiel zum Thema der Doppeldeutigkeit. Darin hieß es unter anderem: „Sagen versagen sagen die Sagen.“ Den weitesten Weg des Abends hatte Ivy. Die Slammerin war extra aus Hamburg angereist, um sich in der Sumpfe dem Publikum zu stellen. „Ich bin von Beruf aus Informatikerin, das Slammen ist mein Hobby und ein guter Ausgleich.“ Ivy stand mit einer einfühlsamen Kurzprosa nach Mitstreiterin Karin, die tief berührt vom Tod erzählte, Daniel T, der sich des Mannes zweitwichtigstem Körperteil, dem Bart, widmete und den Lokalmatadoren Hans und Wilfried auf der Bühne. Die Hamburgerin beschreibt den Inhalt ihrer Sieben-Minuten-Geschichte so: „Nutzt die Zeit jetzt, statt auf ein Irgendwann zu hoffen.“ Im zweiten Teil des Abends, der „Rosenrunde“, beteiligte sich auch Zuschauerin Ilka Knoke an den Publikumsinteraktionen. Denn mit dem Überreichen einer Blume konnten die Poeten noch weitere Zusatzpunkte einheimsen. Die Achtzehnjährige war das erste Mal Gast beim Poetry Slam. „Ist toll hier, die Vielfältigkeit gefällt mir, ich frage mich nur, wie die auf solche Ideen kommen.“ Zweiter Preisträger des Abends wurde der dreizehnjährige Ben, dessen ausdrucksstarke Präsentation seines frei vorgetragenen Textes vielen Zuhörern imponierte. Platz drei konnte „Mister Maddison“ mit seinem Fazit, dass Rugbyspieler ein Leben lang in der Pubertät bleiben, für sich entscheiden. In ihm schlummert ein erhebliches Comedy-Potenzial.

Gewinnt am Ende den Poetry Slam in der Sumpfe: Julia aus Wallensen (li.). Lissy (re.) hat sich freiwillig als Jury-Mitglied gemeldet.git

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