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Hamelner bewerten Freizeitangebote / Heranwachsende selbst in Studie nicht befragt

Jugendlichen hat die Stadt nicht viel zu bieten

Hameln (ch/jbr). Wer wüsste am besten, wie Jugendliche die Freizeitangebote in Hameln finden? Anscheinend nicht sie selbst, in der Umfrage zur Bürgerzufriedenheit in der Stadt Hameln wurden sie nicht befragt. Gut schnitten die Angebote jedoch auch aus Sicht der Erwachsenen nicht ab.

veröffentlicht am 05.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 02:21 Uhr

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Deutschland überaltert – immer mehr alte Menschen, stehen immer weniger Jungen gegenüber. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels scheint es deshalb besonders wichtig, Städte auch für jüngere Menschen attraktiv zu gestalten, und so der Überalterung eines Ortes entgegenzuwirken. Hameln jedoch hat gerade bei der Jugendfreundlichkeit Nachholbedarf. Das Freizeitangebot für Jugendliche hat gegenüber allen anderen Aspekten am schlechtesten abgeschnitten. Sowohl innerhalb der Ortschaften als auch der Stadtteile wurde es nur mit einem Mittelwert von 3,4 (die Bewertungsskala reicht von den Schulnoten 1 bis 5) bewertet. Teilgenommen hatten rund 1800 Hamelner im Alter von 18 bis 85 Jahren.

„Schlecht“, „schlecht“, „schlecht natürlich“: Das Urteil der Hamelner Jugendlichen Daniel William (17), Thorge Wienecke (16) und Tjard Verbarg (15) ist eindeutig. Kaum Kneipen, in die man abends gehen kann, auch tagsüber fehlen Angebote, um sich gemeinsam zu treffen. „Man kann wie auf den Dörfern auch ins Schwimmbad gehen, aber sonst gibt es nichts“, sagt William. Wünschen würden sie sich eine Disko, in die auch Jüngere gehen können und ein Freizeitcenter, in dem Billard oder Tischfußball gespielt werden kann.

Mehr Angebote für abends, ein Platz an der Weser zum „Abhängen“, vielleicht ein kleiner Strand mit aufgeschüttetem Stand am Wasser, wie es ihn in vielen anderen Städten gibt, ein Park, in dem gemütlich gegrillt, gepicknickt und gespielt werden kann, sind Ideen, die in den letzten Jahren immer wieder von Jugendlichen geäußert und eingebracht wurden. Ohne Erfolg. Die Wünsche der Jugendlichen konkret in einer Umfrage abzufragen, wie es Stadträtin Gaby Willamowius bei einer ersten Vorstellung der Umfrageergebnisse in Aussicht gestellt hatte, ist in nächster Zeit nicht geplant. Eventuell könne im nächsten Jahr überlegt und geprüft werden, ob eine solche Umfrage möglich wäre, wiegelt Pressesprecher Thomas Wahmes ab. Konkrete Pläne gibt es nicht.

Für Wehrbergen gab es bei der Bewertung der Freizeitangebote für Jugendliche die schlechtesten Noten: Rund 53 Prozent der Befragten bewerteten das Angebot als „schlecht“, gut 22 Prozent sogar als „sehr schlecht“. Für Ortsbürgermeister Karsten Meyerhoff (CDU) wenig verwunderlich: „Wir haben ja auch nur einen Bolz- und einen Spielplatz in Wehrbergen“, schildert er die Situation vor Ort. Letzterer sei gerade instand gesetzt und mit neuen Geräten ausgestattet worden. „Immerhin“, findet Meyerhoff. Dennoch – für die Größeren ist das egal, für sie sind die Zeiten, in denen sie ihre Nachmittage auf Spielplätzen verbrachten, sowieso längst Geschichte. Einen Jugendtreff oder Ähnliches gibt es in Wehrbergen nicht und wird es auch in naher Zukunft nicht geben: „Der Grund dafür ist einfach: Hier leben einfach zu wenige Jugendliche“, so Meyerhoff. Derzeit sind es nur 22 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren.

Ein großer Unterschied zu Halvestorf. In dem Ortsteil, der insgesamt überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat, stellt auch die Bewertung der Freizeitangebote keine Ausnahme dar. „Für Jung und Alt ist gleichermaßen gesorgt“, sagte Ortsbürgermeister Hartmut Binder gegenüber der Dewezet. Eine Vielzahl an Vereinen, Schwimmbad, Sportanlage, Jugendraum – es gibt viele Angebote. „Von nichts kommt nichts“, sagt Binder. Das Engagement vieler Vereinsmitglieder und Eltern trage viel dazu bei. In Halvestorf leben derzeit 101 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren.

Wie bewerten Sie das Freizeitangebot für Jugendliche?

Bürgerbefragung 2012



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