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Außenseiter-Clique sitzt mit am Runden Tisch / Standort für einen Treffpunkt wird noch gesucht

Jugendliche planen Straßenfest in Afferde

Hameln (ni). „Wir sind noch in der Findungsphase“, sagt Ines Buddensiek und ist zuversichtlich, dass am Ende ein gutes Ergebnis steht. Die Ortsbürgermeisterin von Afferde gehört zu einer Gruppe engagierter Erwachsener, die nach Lösungen für das „Jugendproblem“ in dem Hamelner Ortsteil suchen. Erste Ideen, wie die kleine Clique junger Außenseiter, die mit ihrem aggressiven Verhalten einen ganzen Ortsteil in Verruf gebracht hat, wieder in die Spur gebracht werden könnten, gibt es bereits. Dass noch nichts von dem umgesetzt ist, was an Runden Tischen angedacht wurde, hängt offenbar vor allem mit der Ferienzeit zusammen.

veröffentlicht am 30.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 16:21 Uhr

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Das letzte Treffen, an dem auch einige der als „schwierig“ bekannten Jugendlichen teilnahmen, liegt Wochen zurück. Was damals an Überlegungen zusammengetragen wurde, soll jetzt weiterverfolgt werden, sagt Reinhold Marx. Der Geschäftsführer der Caritas, die sich seit Jahren in der Haltestelle engagiert, ist mit den Verhältnissen in Afferde gut vertraut und auch in die neue Initiative eingebunden, die sich um die problematischen Jugendlichen kümmern will. Die wünschen sich, so Marx „einen informellen Treffpunkt, an dem sie zusammenkommen können, ohne gleich irgendwelche Nachbarn zu stören“. Als möglicher Standort – vielleicht für eine Hütte, die die jungen Leute selbst aufbauen – komme ein Platz an der Seelingstädter Straße in Betracht.

Gänzlich sich selbst überlassen wolle man die jungen Leute dort aber nicht. Marx: „Sie brauchen einen Ansprechpartner, der im Alter zu ihnen passt und ihre Sprache spricht, der sie nicht bevormunden will, sondern ihnen auf Augenhöhe begegnet.“ Dass man ihnen nach der unentschuldbaren Gewalttat, bei der ein 16-Jähriger in der Afferder Gartenkolonie einen Frührentner brutal verprügelt hat, plötzlich so viel Aufmerksamkeit widmet, „finden die jungen Leute gut“, sagt Marx. „Sie sind nicht so borniert, dass sie nicht wissen, dass sie Mist gebaut haben“. Und so abgebrüht, dass Ablehnung und Verurteilung ihnen nichts ausmache, seien diese Jugendlichen ebenfalls nicht. Darum bedeute es ihnen auch so viel, wenn man „ernsthaft und unbefangen mit ihnen umgeht; wenn man ihnen zeigt, dass man ihre Talente sieht und ihnen die Chance gibt, die auch einzubringen“. Ein Vorschlag, der auch aus ihren Reihen kam, soll im September in die Tat umgesetzt werden: Die Jugendlichen wollen rund um die Haltestelle ein Straßenfest organisieren und damit allen anderen beweisen, dass sie auch etwas Vernünftiges auf die Beine stellen können.

Während in Afferde inzwischen einiges in Bewegung gekommen ist, tritt die Stadt in der Frage eines Streetworkers für aufsuchende Jugendarbeit weiter auf der Stelle. Obwohl der Hamelner Rat auf Initiative der SPD schon am 18. Juli beschossen hat, die Verwaltung solle beim Kreis als Träger der Jugendhilfe darauf dringen, diese Streetworker-Stelle in der Stadt einrichtet, hat bisher noch kein Gespräch zwischen Stadt und Kreis stattgefunden. Schuld ist angeblich die Urlaubszeit.

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