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Werder immer wieder Ziel von Randale

Jugendbanden mischen Stadt auf

Hameln (ni). Einmal mehr haben sich unbekannte Rabauken das Werder ausgesucht, um ihre Zerstörungswut auszutoben. Zielscheibe der mutwilligen Beschädigung diesmal: der Schwimmsteg.

veröffentlicht am 04.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 19:21 Uhr

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Die offenbar mit Werkzeug ausgerüsteten Täter seien „mit nahezu krimineller Energie“ zu Werke gegangen, heißt es aus dem Rathaus. Sie haben Planken aus dem Steg herausgerissen, das Sicherungsseil des Bootsanlegers demontiert, Verschlussstopfen aus den Schwimmkörpern rausgeschraubt – und damit einen Schaden von rund 2500 Euro angerichtet.

Dass sich Gruppen aggressiver Jugendlicher die Insel im Fluss für nächtliche Randale ausgesucht haben, ist kein ganz neues Phänomen. Leidtragende ist vor allem Insel-Wirtin Uschi Fischer. Sechs Einbrüche in ihr Restaurant und unzählige Beschädigungen an den Außenanlagen gehen auf das Konto der Täter. Und auch tagsüber träfen sich abseits der Gastronomie Cliquen, „die sich gegenseitig bekriegen und Spaziergänger anpöbeln“, berichtete Fischer im Ausschuss für Recht und Sicherheit, als dieser das Thema vor vier Wochen auf der Tagesordnung hatte. Die Verwaltung unterbreitete damals verschiedene Vorschläge, wie vielleicht Abhilfe zu schaffen sei: durch Videoüberwachung, der dann allerdings alle Insel-Besucher unterlägen und die in dunkler Nacht wenig bringe; durch verstärkte Polizeipräsenz, wodurch jedoch keine lückenlose Kontrolle gegeben wäre. Oder durch zwei Tore, die spätabends geschlossen werden und die den Zugang zum Werder sowohl über die Inselstraße als auch über die „Blaue Brücke“ versperren.

Keine Entscheidung durch die Politik

Während Uschi Fischer ganz eindeutig die letzte Lösung favorisierte und sich auch anbot, den „Schließdienst“ zu übernehmen, konnten sich die Politiker zu keiner Entscheidung durchringen. Sie diskutierten alle Varianten, wogen Vor- und Nachteile gegeneinander ab – und kamen nach einer Stunde zu dem Ergebnis, die Angelegenheit zur weiteren Beratung in die Fraktionen mitzunehmen.

Die Brisanz des Problems wollte keiner von der Hand weisen; von einem neuen „Brennpunkt“, der schnelles Handeln erfordert, aber auch keiner reden – aus Sorge, die „Oase der Ruhe“ könnte dadurch in einen schlechten Ruf kommen. Den noch guten sieht Ursula Wehrmann (Grüne) angesichts der jüngsten Vorkommnisse nun akut gefährdet. „Wir haben so lange um die Erschließung des Werders durch die Brücke gekämpft, jetzt müssen wir sehen, dass dieses Naherholungsgebiet nicht laufend negative Schlagzeilen macht und sich niemand mehr hintraut“, so die Fraktionschefin. In der Fraktion, räumt sie ein, habe man zwar noch nicht über das Problem gesprochen. Doch für sie gebe es „nur eine vernünftige Lösung“: Tore. Und parallel dazu verstärkte Bemühungen um die Cliquen, die das Werder tagsüber mit Pöbeleien und aggressivem Gebaren unsicher machten. „Die Jugendpflege der Stadt und die Jugendhilfe des Landkreises müssen hier zusammenarbeiten und die Jugendlichen ansprechen“, fordert Wehrmann. Und sagt auch: „Wir dürfen das Problem nicht totschweigen, davon löst es sich nicht.“

SPD-Ratsfrau Kirsten Marten, Sozialpädagogin und von Berufs wegen mit schwierigen Jugendlichen befasst, hat einen guten Überblick über die verschiedenen Szenen quertreibender Jugendlicher in Hameln.

„Gewaltbereitschaft, Körperverletzungen und Vandalismus nehmen zu“, so ihre beunruhigende Beobachtung, „Wir haben hier jugendliche Banden, die Hameln regelrecht aufmischen.“ Dies nur festzustellen, reiche nicht. Die Stadt und allen voran ihre Politiker müssten sich ernsthaft und schleunigst mit der Frage auseinandersetzen, „was wir mit diesen Jugendlichen machen“.

Schäden in Höhe von 2500 Euro sind am Schwimmsteg angerichtet worden. Foto: Wal



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