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Körper greift zuerst auf Muskelglykosespeicher zurück / Beim Nüchternsport droht auch Unterzuckerung

Joggen ohne Frühstück – gegen Fett hilft das nicht

Manuela M. (34) aus Hameln fragt: Im bin letztens mit meiner Freundin, mit der ich immer früh morgens joggen gehe, ob es sinnvoll ist, vor dem Sport zu frühstücken oder nicht. Bekanntlich soll Sport mit vollem Magen ja ungesund sein. Und nimmt mann nicht sogar schneller ab, wenn man sich ohne Frühstück sportlich betätigt?

veröffentlicht am 19.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 13:21 Uhr

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Dr. med. Werner G. Gehring antwortet: Viele Menschen nutzen die frühen Morgenstunden, um noch vor dem Frühstück joggen zu gehen. Wie schön ist das Gefühl, sich bereits zu Beginn des Tages aufgerafft zu haben, um etwas für die körpereigene Fitness zu tun. In den meisten Fällen erfolgt der Frühsport, ohne vorher gefrühstückt zu haben. Zum einen ist dafür die Zeit zu knapp, und zum anderen möchte man seinen Körper nicht zu sehr mit einem vollen Magen belasten. Wer annimmt, dass ein derartiger Nüchternlauf besonders gesund ist und vor allem zu einer größeren Fettverbrennung führt, der befindet sich im Irrtum. Es bestand zwar lange die Annahme, dass der Körper beim Frühsport auf überschüssige Fettreserven zurückgreift, um die benötigte Energie liefern zu können. Diese These konnte jedoch nicht bestätigt werden.

Richtig ist, dass der Körper auf Glykogenspeicher, die natürliche Speicherform der Kohlenhydrate, zurückgreifen muss, um auch ohne Frühstück die sportliche Leistung zu meistern. Dieses Glykogen findet man in Muskeln sowie in der Leber. Während der Leberglykogenspiegel zu Beginn des Tages ziemlich leer ist, haben die Muskeln noch genügend gespeicherte Kohlenhydrate zu bieten. Wer also ohne Frühstück losläuft, der greift auf diese Muskelglykogenspeicher zurück und ist noch lange nicht auf die Fettspeicher angewiesen. Überschüssiges Fett wird also nicht schneller abgebaut.

Einen Nachteil gibt es beim Nüchternsport jedoch: Zu schnell besteht die Gefahr einer Unterzuckerung, weil unter anderem auch das Gehirn ausreichend Energie benötigt, um seine Leistung zu erfüllen. Die fehlenden Kalorien bezieht es ebenfalls nicht aus den Fettreserven, sondern es greift auf Eiweißreserven zurück. Dieser Prozess erfolgt nämlich auf Kosten des Muskel- und Bluteiweißes und wirkt sich nachteilig auf die Gesundheit aus.

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Ein kohlenhydratreiches Frühstück vor dem Laufen, zum Beispiel mit Müsli, verhindert diesen nachteiligen Stoffwechselvorgang, sodass die wichtigen Körpereiweiße nicht angegriffen werden. Auf diese Weise hat man die Sicherheit, mit dem morgendlichen Sport nicht nur der Fitness, sondern vor allem die Gesundheit zu erhalten.

Dr. Werner Gehring ist Arzt in Bad Münder.



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