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Nicht alle Sträucher wollen gestutzt werden / Wie man Gärten optisch mit Gehölzen aufwertet

Jetzt wird’s Zeit für den Frühjahrsrückschnitt

Hameln. Sträucher sind wichtige Gestaltungsmerkmale: Selbst einem kleinen Garten geben sie optisch Rückgrat. „Sie bilden den Background“, sagt Garten- und Landschaftsplaner Jens Tippel. Für den Diplom-Ingenieur aus Flegessen sind Sträucher nicht nur wertvolle Futterquellen und Nistgehölze für Vögel: „Sie dienen auch der Abschirmung, man kann sie beernten und Blütenzweige schneiden.“ Damit der Garten zu jeder Jahreszeit attraktiv ist, sei die „gesunde Balance zwischen Sommer- und Wintergrün“ wichtig. Auch winzige Gärten können mit Sträuchern groß rauskommen. Allerdings rät Tippel in diesem Fall zu heckenartigen Gehölzen oder Spalierobst, um auf kleiner Fläche nicht zu viel Raum zu verlieren.

veröffentlicht am 01.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Strauch ist nicht gleich Strauch. „Man würde eine Zaubernuss nicht in eine Hecke setzen“, weiß Tippel: „Sie muss solitär stehen.“ Andere Sträucher sind da weniger divenhaft, vertragen radikalen Beschnitt und dürfen dicht an dicht gesetzt werden: „Dann muss man sie aber auch regelmäßig beschneiden und zu eng gepflanzte Sträucher aussondern.“

Zwar ist der Herbst zum Setzen von Sträuchern die ideale Jahreszeit: „Man kann sie aber eigentlich immer pflanzen – auch im Frühjahr“, erklärt der Garten- und Landschaftsplaner: „Dann muss allerdings mehr gewässert werden.“ Welche (und wie viele) Sträucher sich am besten für den heimischen Garten eignen, ist nicht nur Geschmacks-, sondern auch Charaktersache: „Die Frage ist, ob man viel Intimität wünscht oder ob es keine Rolle spielt, wie einsehbar der Garten ist“, sagt Tippel. Beschnitten werden aber müssen sie alle – der eine Strauch mehr, der andere weniger. „Einen guten Schnitt sieht man kaum, einen schlechten immer“, erklärt der Experte. Und einer Haselnuss rücke man mit der Gartenschere grundsätzlich anders zu Leibe als zum Beispiel einem Rosenbusch. Der richtige Schnitt ist das A und O. Und jetzt ist die perfekte Zeit. Grob unterschieden werden drei Schnittgruppen:

Schnittlos schön: Ziergehölze wie die Zaubernuss, die solitär gesetzt werden, haben meist von Natur aus einen optimalen Wuchs und müssen kaum oder gar nicht beschnitten werden. Dazu gehören neben der zarten Zaubernuss auch die Magnolie mit ihren augenfälligen Blüten, der Zierapfel oder der Japanische Blumenhartriegel. Für alle gilt: Finger weg von der Schere. Wenn geschnitten werden muss, dann allenfalls, um beschädigte, tote oder kranke Zweige zu entfernen.

Erhaltungsschnitt:Viele Blütensträucher wie Schneeball-Arten oder Forsythien blühen an mehrjährigen Trieben. Um den Blütenreichtum auch für die künftigen Jahre zu sichern, muss zwar regelmäßig ausgelichtet werden, das kann sich aber über mehrere Zeiträume erstrecken. Bei Bauernjasmin oder Weigelie ist so ein Erhaltungsschnitt spätestens nach vier Jahren fällig. Auch Perückenstrauch, Johannisbeere oder Felsenbirne wollen ausgelichtet werden, um sich zu voller Pracht zu entfalten. Forsythien, die uns schon ab März mit ihren leuchtend gelben Blüten erfreuen, sollten unmittelbar nach der Blüte ausgelichtet werden. Das ist auch beim Bauernjasmin möglich. Man kann auf diese Weise das Beschneiden auf mehrere Termine verteilen.

Jährlicher Rückschnitt: Dieser Frühjahrsrückschnitt erfolgt bei Sträuchern, die ihre Blüten an diesjährigen Trieben ausbilden wie beispielsweise der Schmetterlingsstrauch. Wie auch bei Spierstrauch oder Blauraute wird hier die Schere nach den letzten strengen Frösten angesetzt. Hier wird radikal zurückgeschnitten und totes Holz direkt über dem Boden entfernt.

Vorsicht ist bei der in fast allen Gärten populären Hortensie geboten: Sie sind zwar pflegeleicht und blühen sehr lange – je nach Artzugehörigkeit werden sie allerdings unterschiedlich stark zurückgeschnitten. Bauern- und Teller-Hortensien gehören zur Schnittgruppe 1, werden also nur ganz schwach beschnitten. Wer sie im Frühjahr zur sehr stutzt, muss ein Jahr lang auf die schönen Blüten verzichten. Zur Schnittgruppe 2 zählen die Schneeball-Hortensie und die Rispen-Hortensie. Hier werden wie bei klassischen Sommerblühern im Spätherbst oder Frühjahr alle Triebe auf kurze Stummel gestutzt, die in der vergangenen Saison entstanden sind. Im Zweifelsfall: Experten fragen!

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