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Linsingen-Sporthalle: Kosten für Vereine zu hoch / Macht das Osnabrücker Vorbild Schule?

Jetzt hofft Sportbund-Chef auf die Politik

Hameln. Nur noch wenig Hoffnung, dass die Pläne für die Sporthalle auf dem ehemaligen Gelände der Linsingen-Kaserne Wirklichkeit werden, hat Kreissportbund-Chef Fred Hundertmark. Einzige Chance sei, wenn die Politik mit ins Boot einsteigen und sich für eine finanzielle Unterstützung einsetzen würde. In Osnabrück funktioniert das Modell.

veröffentlicht am 22.01.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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„Die Grundlagen sind einfach zu unsicher“, so Hundertmark auf die Frage nach dem neuesten Stand der Verhandlungen. Es gebe eine erhebliche Differenz zwischen dem, was die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Kosten fordert und dem, was die Vereine bereit sind, zu zahlen. „Ich kenne die finanziellen Situationen der Vereine wie VfL und TC, das ist einfach unmöglich“, so der Vorsitzende des Hameln-Pyrmonter Sportbundes. Allein 1000 Euro seien beispielsweise an Energiekosten im November angefallen, hinzu kämen noch die Miete an die Bima und der Personalaufwand. Die Verbrauchskosten seien so hoch, weil die Halle energetisch nicht auf dem neusten Stand ist. Wenn sich Forderungen und Möglichkeiten nicht annäherten, sehe er keine Chance, dass aus dem Traum vom Sport auf dem ehemaligen Kasernengelände noch etwas wird.

Einziger Hoffnungsschimmer: Hundertmark setzt jetzt auf die Politik. Wenn die anerkennen würde, dass die Halle für den Schulsport nützlich sein kann, könnten Landkreis und Stadt Hameln jeweils als Schulträger entsprechende Gelder zur Verfügung stellen. Er hat das Beispiel Osnabrück vor Augen, wo die Stadt nach dem Abzug der britischen Streitkräfte vor einer ähnlichen Möglichkeit stand. Bereits im Sommer 2009 hatte der dortige Stadtsportbund die zu dem Zeitpunkt erst sieben Jahre alte Sporthalle auf dem Gelände der Limberg-Kaserne angemietet.

Vereinen wird dort die Möglichkeit geboten, sich neuen Zielgruppen und Sportarten zu öffnen. In der Vereinssporthalle

stehen die Interessen und Bedürfnisse der Osnabrücker Sportvereine im Vordergrund. „Dieses Konzept ist von den Vereinen gut angenommen worden“, berichtete die Neue Osnabrücker Zeitung. „Wenn ich damals gewusst hätte, dass wir die Halle heute noch nutzen, hätte ich das nicht gewagt“, sagt Ralf Dammermann vom Osnabrücker Sportbund auf Anfrage. Im Nachhinein habe sich die Idee aber als goldrichtig erwiesen. Die Osnabrücker zahlen 1000 Euro Miete an die Bima – denn entgegen allen Erwartungen ist die Liegenschaft bis heute nicht abgewickelt. „Wir hatten fünf Kasernen, in dreien war das schnell erledigt“, so Dammermann. Die Limberg-Kaserne befindet sich am Stadtrand.

Der Vorteil für den dortigen Sportbund: Die Halle war in einem hervorragenden Zustand. Der Deal: Die Sportler sind für alles zuständig, was innen anfällt wie Reinigung und Instandhaltung, die Bima kümmert sich, wenn beispielsweise das Dach kaputt ist. Es wird sogar eigenes Personal vorgehalten; der Sportbund ist mittlerweile auf das Gelände gezogen. Dammermann stellt aber auch klar: „Steht die Halle zum Kauf, muss das die Stadt machen. Das können wir nicht leisten.“ Und er betont: Nachdem das zunächst gefundene Modell mit Ein-Euro-Kräften ausgelaufen war, stellt die Stadt nun jährlich einen Zuschuss über 35 000 Euro zur Verfügung. Und der Landkreis ist Mieter der Halle, um sie für den Schulsport zu nutzen. „Ohne einen solchen Ankermieter geht es nicht“, sagt Dammermann, der auch schon Besuch aus Hameln hatte. In Osnabrück geht die Rechnung als Nullsummenspiel auf.

Hundertmark will sich jetzt direkt an die Politik wenden. Er hofft auf Einsicht auf Stadt- und Kreisebene.

Der Zeitplan für den Ankauf eines Areals auf dem Gelände durch den Landkreis scheint sich unterdessen zu verzögern. „Das für Anfang Dezember angekündigte Altlastengutachten wird voraussichtlich im April vorliegen – vorher ist kein Erwerb möglich“, teilt Kreis-Sprecherin Sandra Lummitsch mit.



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