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Vogelflöhe wandern aus Nistkästen in Wohnungen / Überträger von diversen Krankheiten

Jetzt haben die Plagegeister wieder Hunger

Hameln (CK). Er ist klein und gemein: der Vogelfloh. Mit steigenden Temperaturen wird dieser nur rund drei Millimeter große Parasit wieder aktiv und quält Mensch und Tier. Vor allem durch Vogelnester auf dem Balkon oder unterm Dach können die kleinen Blutsauger in Wohnungen gelangen und dort Menschen anfallen. Mit häufig unangenehmen Folgen: „Aus den Stichen entwickeln sich nicht nur dicke, rote Quaddeln, die jucken. Diese Flöhe sind Überträger verschiedener Krankheitserreger und können auch lebensbedrohende Infektionen verursachen“, warnt Ulrike Fieback, Sprecherin der Techniker Krankenkasse Niedersachsen.

veröffentlicht am 17.05.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 10:21 Uhr

Lästiger Blutsauger: Der Vogelfloh ist nur drei Millimeter groß.
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Besondere Vorsicht ist nach ihren Worten vor Nestern von Stadttauben geboten, denn diese Tiere seien meist vielfach von Parasiten, Pilzen und Bakterien befallen, also auch von Vogelflöhen. Und die sind besonders heimtückisch, springen sie doch jedes bewegliche Objekt an und übertragen so allerlei Krankheiten, darunter die gefährliche Hirnhautentzündung oder Fleckfieber. Außerdem sind die Flohstiche selbst Eintrittspforte für diverse Erreger.

Die Bisse erkennt man daran, dass immer mehrere Einstiche erfolgen, bevor der Floh zu saugen anfängt. Der Juckreiz hält oft tagelang an und kann schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Die Expertin: „Besonders betroffen sind Menschen, deren Haustiere Flöhe haben.“

Nicht nur in Vogelnestern, sondern auch in Nistkästen hält sich der Vogelfloh mit Vorliebe auf. Jetzt ist er aus seiner Starre erwacht und wartet auf die nächste Blutmahlzeit. Wer seine Nistkästen im Garten noch nicht gereinigt hat, hat schlechte Karten: Das alte Material sollte bei Temperaturen unter fünf Grad entsorgt werden, solange ist der Floh nämlich noch nicht aktiv. Wenn aber die Nester nicht wieder besiedelt sind, gehen die Plagegeister auch in Wohnungen auf Nahrungssuche. „Dann hilft nur noch Geduld“, sagt Ralf Schmidt, Geschäftsführer der Firma Klimasch, die in Hameln professionell Schädlingsbekämpfung betreibt.

„Die Larven des Vogelflohs haben keine Beine, also gehen nur die Erwachsenen auf Nahrungssuche. Sie können aber keine neuen Eier mehr legen, so dass der Befall nur relativ kurze Zeit anhält“, beruhigt Schmidt. Theoretisch könne man die kleinen Viecher also absaugen, sobald sie in der Wohnung zu finden seien.

Für viel problematischer hält der Experte den Katzenfloh, der hier bei uns dominiert und sich gern von Menschenblut ernährt. „Die Larvenentwicklung dieses Blutsaugers verläuft schnell, besonders bei entsprechenden Temperaturen“, sagt Schmidt. So könne die jeweils nächste Generation schon innerhalb von nur zwei Wochen schlüpfen und sich erneut vermehren, so dass es zu einem Massenbefall komme. Sein Rat an Betroffene: „Hier hilft nur eine professionelle Schädlingsbekämpfung.“

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