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Jetzt doch: Hameln schränkt Winterdienst ein

veröffentlicht am 07.01.2010 um 22:23 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

winter

Hameln (wul). Gestern war die weiße Welt in Hameln aus Verwaltungssicht noch in Ordnung, jetzt müssen sich die Hamelner doch wärmer anziehen: Das Streusalz ist knapp. Mit dem Wetterbericht vor Augen, der für die kommenden Tage Schneemassen vorhersagt, fährt die Stadt den Winterdienst zurück. Ab sofort werde nur noch an Gefahrenpunkten gestreut, kündigt Sprecher Thomas Wahmes an.
 „Wir müssen alles tun, um auch am Wochenende über die Runden zu kommen“, so Wahmes. Noch ist das 400 Tonnen Streusalz fassende Lager des Betriebshofes zwar nicht leer, doch würde weiterhin die tägliche Fuhre von 20 bis 25 Tonnen gestreut, könnte es laut Wahmes eng werden. Zwar werde das gesamte Streckennetz von rund 170 Kilometern weiterhin geräumt, Salz aber komme nur noch an neuralgischen Punkten zum Einsatz, die jetzt zusammen mit den Öffis zusammen bestimmt worden seien. Ansonsten richtet die Stadt die Bitte an alle Verkehrsteilnehmer, sich auf die Situation einzustellen und gegebenenfalls das Auto stehen zu lassen.
 Am Mittwoch noch hatte die Stadt frohlockt, dass alles in Ordnung sei in Sachen Salz, dass ausreichende Mengen bestellt worden seien: 150 Tonnen vor Weihnachten, und nochmal 150 Tonnen zwischen Weihnachten und Silvester. Schubweise sei geliefert worden, am Montag, Dienstag und Mittwoch, doch gestern ist nach Aussage des Großhändlers Herb in Peine, der die Ausschreibung für Streusalz gewonnen hatte, ein Lkw auf dem Weg in die Rattenfängerstadt mit Motorschaden liegen geblieben. Eine halbe Tagesfuhre – zwölfeinhalb Tonnen – ist damit auf der Strecke geblieben. Die Lieferungen aus dem Werk in Thüringen sind laut Stefan Herb so getaktet, dass Ersatz nicht ohne weiteres auf die Straßen geschickt werden könne. Aus diesem Grund rechnet Hameln auch nicht damit, dass vor Montag Nachschub eintrifft. Dass derzeit vorrangig Kommunen bedient werden, die in der Not vielleicht bereit sind, mehr zu zahlen als die durchschnittlich berechneten 75 Euro pro Tonne – das mache sein Betrieb nicht, beteuert Herb und nimmt seinen Auftraggeber ganz ungefragt in Schutz: „Hameln hat wirklich alles richtig gemacht und ausreichend bestellt.“ Andere Lieferanten seien ebenfalls angefragt worden, erklärt Wahmes auf Anfrage – ohne Erfolg.



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