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Stadt: „Derzeit ist der Bedarf gedeckt“ / Unterjährig steigt der Druck auf die Kitas wieder

Jedes Kind hat einen Kita-Platz

HAMELN. Was für eine gute Nachricht: Jedes Kind, für das in Hameln ein Kita-Platz gesucht wurde, hat einen bekommen. Das erklärte Stadtsprecher Thomas Wahmes am Dienstag auf Nachfrage. Wie viele Kinder in Zahlen einen Platz gefunden haben, konnte die Stadt noch nicht sagen. Aber: „Der Bedarf ist gedeckt“, erklärt Wahmes.

veröffentlicht am 07.08.2018 um 15:53 Uhr
aktualisiert am 07.08.2018 um 18:30 Uhr

Für alle Kinder gibt es derzeit einen Kitaplatz in Hameln – ob es so bleibt, bleibt abzuwarten. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Dass keiner leer ausgegangen ist, liegt nach seiner Aussage vor allem an Kapazitätsausweitungen in verschiedenen Bereichen. Einige Kitas haben Gruppen erweitert, andere haben Plätze in neuen Gruppen bereitgestellt.

Zum Beispiel in der privaten Kita Struwelpetra, die aus Räumen des Sana-Klinikums gerade in Räume der Klütschule umgezogen ist und nun mehr Plätze anbieten kann. Dort haben sogar vier Kinder von Müttern, die derzeit im Frauenhaus leben, einen Platz gefunden. „Das gab es noch nie“, sagt Mitarbeiterin Heidi Schaper. Grundsätzlich sei es ein großes Problem für die Kinder dieser Frauen, die von außerhalb kommen, in überschaubarer Zeit einen Platz zu finden. Abgesehen davon, dass es meist schnell gehen muss, gibt es oft Organisationsprobleme, weil die Frauen nicht mobil sind und ihr Kind nicht problemlos in eine Kita bringen können, die etwas außerhalb liegt.

Daran, dass das Platzangebot in Zukunft so bleibt, glaubt Schaper eher nicht, da habe sie Bedenken. Auch Stadtsprecher Thomas Wahmes schränkt bei aller Freude ein wenig ein: „Unterjährig wird weiterer Bedarf entstehen, da wird es weiterhin Druck auf die Kitas geben.“

Und eine weitere gute Nachricht gibt es: Das Land Niedersachsen, das für den 1. August die gebührenfreie Kita angekündigt hat, hat seinen Beitrag bereits bezahlt. „Die erhöhten Abschlagszahlungen des Landes Niedersachsen sind für die Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft am 1. August eingegangen. Wir gehen davon aus, dass dies auch bei den freien Trägern entsprechend geschehen ist“, sagt Wahmes. Für die Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft handelt es sich um einen Betrag in Höhe von 103 801,96 Euro. Auch Lieselotte Sievert, Sprecherin der DRK-Kitas, bestätigt, dass erste Abschläge eingegangen seien.

Im Vorfeld hatte es – besonders bei privaten Trägern – in vielen Gemeinden immer wieder Bedenken gegeben, dass das Geld nicht rechtzeitig kommt. Der Landtag hatte die Gesetzesänderung erst Ende Juni beschlossen und die Zeit für die Umsetzung der neuen Regeln war knapp.

„Die Zahlung erfolgte automatisch, eine gesonderte Antragstellung durch die Träger war nicht erforderlich“, sagt Gaby Willamowius, Staatssekretärin im Niedersächsischen Kultusministerium. „Wir haben ein schlankes Auszahlungsverfahren umgesetzt und überflüssige Bürokratie vermieden.“ Was manche Eltern sowie Träger noch nicht wissen: Auch für Dreijährige, die noch in der Krippe sind, gilt die Gebührenbefreiung.

Zu klären seien derzeit noch Einzelfragen, erklärt Lieselotte Sievert. Beispielsweise ob Geschwisterkinder nun weiterhin gebührenbefreit sind, den halben oder vollen Betrag zahlen müssten. „Jede Kommune hat da ihre eigene Gebührenordnung“, sagt Sievert. Nun werde nach Lösungen gesucht, um gerecht zu verfahren.

Ob der Wegfall der Kita-Gebühren zu einem Anstieg der Anmeldungen geführt hat, kann die Stadt nicht sagen. „Die Anmeldungen erfolgen zu ganz unterschiedlichen Terminen, sodass es in den einzelnen Monaten Abweichungen nach oben wie nach unten gibt“, sagt der Stadtsprecher. Eine Tendenz lässt sich hier aufgrund der kurzen Zeitspanne seit der Gesetzesänderung nicht erkennen.

Mein Standpunkt
Dorothee Balzereit
Von Dorothee Balzereit

Herzlichen Glückwunsch! Zwar gibt es den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz seit 2013, aber dass es für klamme Kommunen nicht einfach ist, diesen umzusetzen, ist Alltag . Ein echter Standortvorteil gegenüber Großstädten, in denen die Eltern Schlange stehen.



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