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Entstehen soll ein Touristen-Film für's Fernsehen

Japaner drehen in Hameln

Hameln. Seit der letzten Woche sind in Hameln nicht nur Japaner mit Fotokameras zu sichten, es ist auch eine komplette Filmcrew in der Rattenfängerstadt unterwegs. Die japanische Filmgesellschaft "DOKUWA" Communications, dreht zwei Wochen lang einen Film mit touristischen Eindrücken aus Hameln, der jedoch nur im japanischen Fernsehen zu sehen sein.

veröffentlicht am 03.08.2015 um 14:12 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 21:21 Uhr

In der letzten Woche drehte die japanische Filmcrew auf dem Hamelner Wochenmarkt.
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„Der Tag hat sich allein schon wegen des Essens gelohnt“, sagt der 16-jährige Leon Siegmüller bei seiner zweiten Portion Spaghetti-Eis. Für eine Reise-Sendung des japanischen Fernsehens durfte der Hamelner Schüler am Montag so einiges verspeisen: Brötchen, Croissants, Eis und hinterher noch eine Bratwurst mit Pommes rot-weiß. Zusammen mit der ebenfalls 16-jährigen Annika Lücke spielt er in der Schauspielgruppe Junges Ensemble Hameln. Dort wurden die beiden Jugendlichen eigens gecastet, um den drei bis vier Millionen Zuschauern im japanischen Fernsehen deutsches Essen näherzubringen, das Japaner so nicht kennen.

Das vierköpfige Produktionsteam der Sendung „Sekai Fureai Machiaruki“, was übersetzt in etwa „Welt-Begegnungs-Spaziergang“ heißt, bleibt noch bis Ende dieser Woche in der Stadt. Zusammen mit der Halbjapanerin Meiko Fried-Nishikawa, die für die Filmcrew übersetzt, hat Regisseur Tomoji Katayama Hameln bereits im Juni besucht und vorab schöne Drehorte ausgesucht. In der einstündigen Reisesendung, die Städte weltweit vorstellt, macht sich ein fiktiver japanischer Tourist auf, einen Tagestrip durch die Rattenfängerstadt zu unternehmen. Aus seiner Perspektive soll ein Tag in Hameln erlebt und erzählt werden. Dafür dreht das Filmteam insgesamt zehn Tage lang scheinbar zufällige Begegnungen mit Hamelnern.

Weil der imaginäre Tourist nun nicht selbst das deutsche Essen genießen kann, müssen das zwischendrin Annika und Leon für ihn erledigen. „Manche Szenen müssen zwei- oder dreimal gedreht werden, aber dann sind sie auch gut“, sagt Leon. „Der ganze Dreh gestaltet sich allerdings wegen Leons Phobie vor Wespen ziemlich schwierig“, bemerkt Annika dazu. Denn immer wenn Leon oder seinem Essen eine Wespe zu nahe kam, sprang er zur Seite. Die Japaner nahmen das allerdings mit Humor. Wespen, so wie in Deutschland, kennen sie auf der Insel im Pazifischen Ozean nicht, sagt Fried-Nishikawa.

Neben einem Treffen mit dem Rattenfänger Michael Boyer stand auch der Hamelner Wochenmarkt im Interesse des Filmteams. Dort bleibt laut Drehbuch der Tourist interessiert am Fischwagen von Norbert Meyer stehen. Ins Gespräch vertieft er sich mit dem Hamelner Fischhändler. Er spricht mit ihm über die Fischerei (der Japaner ist auch Fischer), die Weseraale und über den Rattenfänger.

Was Regisseur Katayama bei seinem Vorab-Besuch in Hameln auffiel, das sind die vielen Senioren, die in der Stadt leben. Daher soll das Thema in der Sendung aufgenommen werden. Beim A.R.A. (Treffpunkt für die zweite Lebenshälfte) lernt der japanische Tourist die 101-jährige Thea Bandowski kennen und interessiert sich auch für entsprechende Sendeinhalte bei Radio Aktiv. Dabei soll das Thema positiv aufgegriffen werden, sagt die Übersetzerin, denn auch in Japan ist der demografische Wandel ein wichtiges Thema.

Insgesamt hat Katayama einen sehr positiven Eindruck von Hameln bekommen: „Die Menschen sind hier sehr offen und netter als in anderen Städten.“ Vorher hat das Filmteam bei seinem Deutschlandbesuch in Frankfurt am Main haltgemacht, um dort ebenfalls eine Folge zu drehen. Dort seien viele abweisend zu ihnen gewesen. Hameln wurde für die Sendung ausgewählt, weil die Rattenfängersage in Japan relativ bekannt ist und Hameln noch viele historische Gebäude in seiner Altstadt besitzt. Für japanische Touristen sei die Stadt ein sehr schöner Ort, meint Katayama. ms/geb

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Japanisches Filmteam dreht in Hameln
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