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Gefangener kehrt nicht pünktlich zurück

JA-Häftling verlängert eigenmächtig Osterurlaub

HAMELN. Ein Häftling der Jugendanstalt Hameln ist nicht zum vereinbarten Zeitpunkt aus seinem Osterurlaub wieder zurückgekehrt, wie der Sprecher der JA, Dietmar Müller den Inhalt eines Medienberichts gegenüber der Dewezet bestätigt. Die Fahndung sei sofort eingeleitet worden, der Mann habe sich danach der Polizei gestellt. Inzwischen sitze der Mann wieder in der JA im geschlossenen Vollzug. Nähere Informationen zur Person wollten weder die JA noch das Justizministerium in Hannover mit Verweis auf Persönlichkeitsschutz machen.

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Birte Hansen Reporterin zur Autorenseite

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Grundsätzlich gehe eine Fahndung nur wenige Minuten nach dem für die Rückkehr vorgeschriebenen und überschrittenen Zeitpunkt raus, sagt Dietmar Müller von der JA. Unabhängig von der einst begangenen Straftat werde eine Fahndung „sofort“ bei der Polizei erbeten, wie JA-Leiter Wolfgang Kuhlmann erklärt. Die Entscheidung, gegebenenfalls eine öffentliche Fahndung einzuleiten, obliege dann der Polizei. Wo im Land nach dem Häftling gefahndet wurde und wo er sich gestellt hat, wollte keiner der betroffenen Institutionen sagen.

Nur, wenn bereits ein erheblicher Teil der Strafe verbüßt ist, werde die Haftsituation für einen Häftling gelockert, erklärt Müller. Zum Ende der Haft stehen Vollzugslockerungen wie Ausgang, Urlaub und Freigänge.

Den etwa 6000 Lockerungen an der JA Hameln im Jahr 2016 steht nach Kuhlmanns Aussage ein wirklicher „Nichtrückkehrer“ gegenüber. In beiden Abteilungen zusammen, Göttingen und Hameln, gab es im vergangenen Jahr 12 922 Vollzugslockerungen. Dabei gab es vier Fälle, die als „Urlaubs-Nicht-Rückkehrer“ geführt werden und einer, der als „Freigangs-Nicht-Rückkehrer“ gilt.

Bei den „Urlaubern“ inbegriffen sind nach Dietmar Müllers Ausführungen auch jene, die als Auflage haben, keinen Alkohol zu trinken, die sich daher zum Pusten bei der Polizei melden müssen – erfüllen sie das nicht, gelten sie ebenfalls als „Nicht-Rückkehrer“. Hamelns Quote für Nicht-Rückkehrer liegen laut Kuhlmann meist um die 0,02 Prozent. Die Justiz spricht in diesem Zusammenhang nicht von Flucht, sondern von „Entweichung“.

Welche Konsequenzen das Verhalten des Häftlings für ihn haben wird, vermag Müller noch nicht zu sagen. Nur: „Die Eignung für Vollzugslockerung steht damit in Frage.“

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