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Derzeit betreuen Lehrer die Ausleihe ehrenamtlich in den Pausen

Ist IGS-Bücherei ohne Fachkraft ein „Schildbürgerstreich“?

Hameln. Einen „Schildbürgerstreich“ nennt Ratsmitglied Kurt Meyer-Bergmann (SPD) das, was gerade in Sachen Integrierter Gesamtschule (IGS) passiert. Bereits Ende Februar hatten Schulleiterin Gudrun Kruppe und Gaby Willamowius, Leiterin des Fachbereiches Bildung, Familie und Kultur, die neuen Räume eröffnet, unter anderem auch die neue Schulbibliothek mit 1600 Büchern zum Ausleihen. Das Problem: Es gibt niemanden, der die Bibliothek betreut. „Das machen die Lehrkräfte derzeit ehrenamtlich“, erklärt Kruppe. Doch ehrenamtlich bedeutet in diesem Fall, dass sich die Bücherausleihe auf die kurzen Zeiten in den Pausen beschränkt – zudem wäre Zeit erforderlich, die Bibliothek zu ordnen und zu pflegen. Derzeit könne man sie „nicht so nutzen wie geplant“, bedauert Kruppe.

veröffentlicht am 12.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:41 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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Doch der Schuh bei der IGS drückt noch an anderer Stelle: Es werde „dringend“ mehr Schulsozialarbeit benötigt. „Es geht um Beratung und Unterstützung der Lehrkräfte.“ Viele Schüler würden lieber mit jemandem sprechen, der sie nicht beurteile. Derzeit sei eine halbe Stelle Schulsozialarbeit organisiert. Konkret heißt das: Schwierige Probleme dürfen idealerweise nur am Mittwoch oder Donnerstag auftreten, wenn die Pädagogen vor Ort sind.

Bereits im Mai hatten sich Politik, Verwaltung und Schulleitung zusammengesetzt, um über die Situation zu sprechen. Der „Hilferuf“ sei deutlich gewesen, berichtet Meyer-Bergmann. Die Stelle für die Bücherei sei dann bei der Finanzabteilung der Stadt angemeldet worden. Dennoch hat die SPD einen Antrag in den zuständigen Ausschuss eingebracht – was wiederum Kritik auslöste. Die SPD wolle nur mediale Aufmerksamkeit, hieß es aus der CDU. Walter Kinast kritisierte, dass die SPD den Antrag einbringe – ohne eine Idee, wie dieser finanzierbar sei. „Das ist kein guter Stil.“

Willamowius stellte klar, dass es zu differenzieren gelte: Bei der Büchereistelle gebe es bereits „vergleichbare Leistungen“ bei den Gymnasien – insofern gebe es eine Art „Stringenz“, die man fortführen würde. Für die Schulsozialarbeit hingegen gebe es „keine Blaupause“, die man als Vorlage nehmen könne. Hier könne man nicht eine Schule herausnehmen, so Willamowius, sondern man brauche ein grundsätzliches Herangehen an das Thema. Herbert Habenicht (FDP) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Schulsozialarbeit Aufgabe des Landes sei – würde man die Stelle selber finanzieren, würde sich der Verhandlungsdruck Richtung Hannover ändern.

Doch Meyer-Bergmann meint: „Man muss auch mal was anschieben.“ Schließlich gehe es nicht darum, die Stelle „bis zum Sanktnimmerleinstag“ zu finanzieren, sondern nur darum, auf den Hilferuf zu reagieren. Und auch sei die Frage offen, ob überhaupt und wie schnell die Büchereistelle realisiert werde. „Wir machen mal ein bisschen Druck.“ Schließlich hätten auch die Eltern der Schüler Vertrauen in die IGS gesetzt. Doch die Mehrheitsverhältnisse entschieden in der letzten Ausschusssitzung: Der Antrag wurde abgelehnt. Nun versucht Schulleiterin Kruppe, „andere Wege“ aufzutun. Welche das sein könnten, wollte sie zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht verraten.



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