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Logistikunternehmen Purrmann baut nicht in Hasperde

Ist Hameln wieder im Rennen?

HAMELN. Der Standort Hasperde ist raus – das Werben um das Hamelner Logistikunternehmen Purrmann kann in die nächste Runde gehen. Hat die Stadt Hameln vielleicht doch eine Chance, die Spedition auf ihrem Gebiet zu halten?

veröffentlicht am 08.12.2017 um 18:48 Uhr

Einen höheren einstelligen Millionenbetrag will Purrmann investieren – und sucht nach dem Aus am Raschen Ort nun wieder nach einer Fläche von etwa 30 000 Quadratmetern. Die Hamelner Wirtschaftsförderung hat bereits wieder Kontakt aufgenommen. Foto: D
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Im Sommer hatte die Suche der Unternehmer nach einem größeren Standort und der geplante Weggang ins Gewebegebiet „Rascher Ort“ in Hasperde für Wirbel gesorgt.

Die Ergebnisse eines Bodengutachtens haben jetzt nach Schilderungen des Geschäftsführers Jan Purrmann dafür gesorgt, dass das Unternehmen, wie gestern berichtet, den favorisierten Standort neben der B217 verwirft. Dass das Gutachten, das von Purrmann für knapp 10 000 Euro in Auftrag gegeben worden sei, diese Entscheidung nach sich ziehen könnte, damit hatte offenbar niemand gerechnet. „Das sollte eigentlich nur eine Formalie sein“, sagt Purrmann, „obligatorisch, nur, damit wir’s gemacht haben.“ Dass dabei tatsächlich herauskommt, dass die Tragfähigkeit des Bodens den Unternehmensplänen nicht standhalten könnte, „dass hätten wir nie gedacht“.

Laut Gutachten beginne die benötigte Tragfähigkeit erst ab einer Tiefe von sieben bis acht Metern, erzählt der Geschäftsführer. Und auch dort sei es erst „annähernd“ die Tragfähigkeit, die für das geplante Lager mit Hochregalen benötigt würde. Bis zu fünf Tonnen Punktbelastung müsste der Boden aushalten, ohne dass das Fundament bricht. Abtragen riesiger Erdmengen oder Pfahlgründung mit Betonpfählen wären möglich, doch dann wäre „die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben“, erklärt Purrmann, warum unterm Strich die Abkehr von dem Gewerbegebiet steht.

Was in Bad Münder und beim Landkreis für Enttäuschung sorgt, könnte im Rathaus Hameln Hoffnung wecken. Um Purrmann mit seinen 55 Mitarbeitern in Hameln zu halten – und somit auch die Gewerbesteuereinnahmen –, hatte es zahlreiche Gespräche zwischen Purrmann und dem Hamelner Wirtschaftsförderer Sascha Köberle gegeben. Doch der mögliche Standort im Gewerbegebiet Langes Feld in Afferde hatte einige Haken. Und die hat er auch noch, wie Purrmann ausführt.

Auch, wenn es in Hasperde nicht klappt – drei bis fünf Jahre warten, bis das Lange Feld fertig erschlossen sei, das haben die Entscheider nicht vor. Außerdem erinnert Purrmann an eine Unterschriftenaktion, mit dem Afferder sich gegen die Erweiterung des Gewerbegebiets ausgesprochen hatten. Auch die Emissionsschutzvorgaben hätten das Unternehmen abgeschreckt, diesen Standort zu verfolgen.

In der Hamelner Stadtverwaltung ist man nach der Entscheidung trotzdem hellhörig und aktiv geworden. „Wir haben erneut Kontakt zu der Firma aufgenommen“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes auf Anfrage. Purrmann sei mitgeteilt worden, dass „wir, was mögliche Flächen angeht, Gewehr bei Fuß stehen“. Konkreter will Wahmes nicht werden, weder was das Lange Feld noch andere Flächen anbetrifft.

Einen höheren einstelligen Millionenbetrag will Purrmann investieren und sucht dafür jetzt weiter nach einer Fläche von etwa 30 000 Quadratmetern. Zwar soll das Logistikzentrum bleiben, wo es ist, nämlich an der Marienthaler Straße 12. Für den Warenumschlag, der derzeit an der Marienthaler Straße 6a abgewickelt wird, sei der Platz sehr beengt, sagt Purrmann. Zum einen werde es an der Zufahrt eng, und „in der Halle sind wir an der Kapazitätsgrenze“. Logistik sei stark im Kommen, und die Erweiterung notwendig. Hameln beziehungsweise dem Landkreis den Rücken zu kehren, ist nicht Purrmanns Plan. „Natürlich möchte man gerne in Hameln bleiben“, sagt er. Schließlich habe das Unternehmen hier seine Wurzeln. Und jeder Umzug über Landkreisgrenzen hinaus müsse gut überlegt sein mit Blick auf die Kunden aus dem engeren Umkreis. „Die Königslösung wäre Hasperde gewesen,“, sagt Purrmann, „jetzt stehen wir leider am Anfang.“



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