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Warum Gebäude unter Schutz gestellt werden

Ist das ein Denkmal oder kann das weg?

HAMELN. Warum steht das eine Gebäude in Hameln unter Denkmalschutz, das andere aber nicht? Gerade in der Debatte um den Abriss des Wienerwald-Gebäudes und den Neubau eines „Hauses der Wirtschaft“ kam diese Frage auf. Was in die Liste kommt, entscheidet nach öffentlichen Interesse und Bedeutung die Behörde in Hannover.

veröffentlicht am 21.06.2016 um 18:19 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

von Andrea Tiedemann und Diana Koschorreck
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Doch auch um die Pavillons wurde gekämpft: Um das Jahr 2000 war ein Streit um die Bauten am Bürgergarten entfacht. Es ging darum, ob sie abgerissen und das Grundstück für Büroflächen neu bebaut werden kann, oder ob sie erhalten bleiben müssen. Schlussendlich wurde vom Denkmalschutz entschieden, dass die Pavillons am Bürgergarten „aussagefähige Zeugnisse des Bauens der frühen Nachkriegszeit“ und von „großer städtebaulicher Bedeutung“ seien. Dementsprechend kam ein Abriss nicht mehr in Frage. Das ehemalige Wienerwald-Gebäude hingegen soll – voraussichtlich – dem „Haus der Wirtschaft“ weichen. Dabei sind beide Gebäude ungefähr gleich alt – die Pavillons von 1951/52 und das Wienerwaldgebäude von 1949.

„Wir haben keinen Handlungsbedarf gesehen“, heißt es aus dem Rathaus zum Thema Denkmalschutz des Wienerwaldgebäudes. Am 9. August 2000 sei es letztmalig vom Landesamt für Denkmalpflege in Augenschein genommen worden – „und bestätigt, dass es kein Baudenkmal ist“.

Doch wann ist ein Gebäude ein Denkmal? Dietmar Vonend, Historiker und Sprecher des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege, erklärt: „Es müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein, damit ein Gebäude unter Schutz gestellt wird.“

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  • das Gebäude des einstigen „Cafés am Ring“ (1949) steht hingegen vor dem Abriss. Denkmalgeschützt ist es – obwohl ähnlich markant wie die Pavillons – nicht. Foto: Dana

Zum einen brauche man ein öffentliches Interesse an der Erhaltung, zum anderen eine besondere Bedeutung des Gebäudes, aus „geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen“ Gründen. Was in die Liste kommt, entscheidet die Behörde in Hannover – die Mitarbeiter führen aber nicht mehr über Land, wie es früher der Fall war, so Vonend. „Die Inventarisierung wurde größtenteils in den 80er und 90er Jahren abgeschlossen.“

Stehe ein aktueller Fall eines „Denkmal-Verdachts“ an, wie Vonend sagt, mache man natürlich einen Ortstermin. Vorschläge für einen solchen Verdacht kommen natürlich vor allem von der Unteren Denkmalschutzbehörde, hier also der Stadt Hameln selber. Für die Entscheidung, was erhaltenswert ist, werden Gutachten eingeholt. Es sei „offen“, wie viele Gebäude einer Epoche geschützt würden, so Vonend.

Auch gebe es „keine Wertigkeit beim Denkmalschutz“, das bedeutet: Zwischen einem Bauernhaus und einem Schloss gibt es keinen Unterschied. Auch „scheinbar minderwertige“ Gebäude könnten unter Schutz gestellt werden, so Vonend.



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