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Islamische Gemeinde Hameln im Visier des Nachrichtendienstes

veröffentlicht am 01.10.2010 um 18:45 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Onur

Hameln (ube). Bilgin Onur (50), Vorsitzender des Vereins "Islamische Gemeinde Hameln" hat in einem Interview mit der Dewezet bestritten, einen Tarnverein der vom Verfassungsschutz als "extremistisch und verfassungsfeindlich" eingestuften Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs zu leiten. Hans Wargel, Präsident des Niedersächsischen Verfassungsschutzes hatte jüngst in einem Gespräch mit unserer Zeitung gesagt, die Moschee an der Hunoldstraße werde vom Nachrichtendienst bereits seit Jahren intensiv beobachtet. Die Verfassungsschützer wollen dort Gegner von Demokratie und Verfassung ausgemacht haben. Der Dienst geht offenbar davon aus, dass die Islamische Gemeinde Hameln Teil der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, die als verfassungsfeindlich und extremistisch eingestuft wird, ist. Offiziell bejahe und unterstütze Milli Görüs die westlichen Demokratievorstellungen. Doch die Wirklichkeit sehe anders aus. Wargel sagte: „Man hat das Ziel, eine Parallelgesellschaft aufzubauen, will die deutsche Rechtsordnung unterlaufen.“ Die Milli Görüs firmiere in Hameln unter einem anderen Namen. Tarnnamen zur Täuschung – das sei typisch für Extremisten. Bilgin waren eigenen Angaben zufolge bis 1994 Vorsitzender der inzwischen aufgelösten Vereinigung der neuen Weltsicht in Europa, die nach Meinung des Verfassungsschutzes identisch war mit Milli Görüs. "Wir sind nicht Teil der Milli Görüs. Wir unterstützen Aktivitäten der Milli Görüs nur dann, wenn es um rein religiöse Fragen geht, benutzen dann und wann mal Informationsblätter der Milli Görüs. Mehr aber nicht. Wir haben bislang nicht festgestellt, dass sich Aktivitäten der Milli Görüs gegen das Grundgesetz und die Demokratie richten. Die Islamische Gemeinde Hameln verfolgt keine politischen Ziele, sie ist nicht Teil der Milli Görüs und auch kein Tarnverein der Milli Görüs. Die Behauptung des Verfassungsschutzes, wir seien extremistisch, sind aus der Luft gegriffen. Ich werde das rechtlich prüfen lassen", sagte Bilgin. Die Islamische Gemeinde Hameln hat am 3. Oktober ab 14.30 Uhr alle Interessierten in die Moschee an der Hunoldstraße 3 zum einem Tag der offenen Tür eingeladen.



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