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Behörde sieht Brandgefahr, Explosionsgefahr Hindernis / Schulleiterin sauer

Irrsinn Brandschutz? Kein Wasserspender - zu gefährlich

HAMELN. Auf den Wasserspender zu verzichten, kommt für Birgit Albrecht nicht in Frage. Doch die gut gemeinte Spende, die Schulleiterin in den Sommerferien in der Pausenhalle der Grundschule Rohrsen aufstellen lassen wollte, gilt als Brandlast. Das heißt vereinfacht, der Wasserspender ist eine Gefahr. Weil der strombetriebene Spender brennen könnte, weil er auf dem Fluchtweg ein Hindernis darstellen könnte oder die Sauerstoffpatrone explodieren könnte.

veröffentlicht am 06.08.2018 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 06.08.2018 um 21:00 Uhr

Dort, wo der Baum gemalt ist, darf der Wasserspender nicht stehen. Begründung: Dann sei der Fluchtweg versperrt. Die Tür neben der Treppe scheint für die Entscheidung unerheblich. Foto: doro
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Deswegen legte die Stadt vor Wochen unter Berufung auf die niedersächsische Bauordnung ihr Veto ein.

Gesehen hatten die zuständigen Mitarbeiter der Zentralen Gebäudewirtschaft die rund 17 Meter lange und gut sechs Meter breite Halle bis gestern nicht wirklich. Man entschied nach Aktenlage, obwohl Birgit Albrecht zum gemeinsamen Ortstermin mit den Stadtwerken geladen hatte.

Die Dewezet fragte nach, sandte ein Foto der Pausenhalle (siehe oben) an die Stadt. Ergebnis: Endlich findet sich eine Mitarbeiterin der Abteilung Zentrale Gebäudewirtschaft ein. Sie erklärt, dass man keine weitere Brandlast in der Pausenhalle, die zugleich als Treppenhaus gilt, schaffen wolle. Dass es direkt neben der Treppe und am anderen Ende der Halle, quasi neben dem potenziellen Spenderplatz, jeweils eine Tür gibt, scheint für die Entscheidung unerheblich.

Auch hier ist kein Platz für einen Wasserspender. Foto: doro
  • Auch hier ist kein Platz für einen Wasserspender. Foto: doro

Doch wenn das alles so gefährlich ist: „Warum tut man dann seit Jahren nichts?“, fragt Albrecht. Seit einer Brandschutzschau im Jahr 2014 wisse die Stadt um alle Mängel an der Schule.

Hintergrund sind wohl die weitreichenden Umbaupläne für die Schule. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Die Fördergelder, die den Umbau fast gänzlich finanzieren sollen, wurden vom Land abgelehnt. Nun ist der dringend notwendige Umbau eine politische Entscheidung.

Bleibt die Frage: Warum kann so lange nicht auch der gerade mal 60 Zentimeter breite, 40 Zentimeter tief Wasserspender ebenfalls in der Pausenhalle stehen? Die Idee scheint plausibler als die Vorschläge aus dem Rathaus, den Spender in einem engen Durchgang oder im Musikraum zu platzieren, das findet selbst die Mitarbeiterin. Dennoch wird später erneut mitgeteilt, dass die Aufstellung in der Halle unmöglich sei.

Der Spender hatte bei alledem Gutes im Sinn: Es sollte ein Vorzeigeprojekt werden an vier Grundschulen, die bereits Schulobst anbieten. Damit Schüler, die von zu Hause nur süße oder gar keine Getränke mitbekommen, nicht zum Wasserhahn auf dem WC gehen müssen. Für Birgit Albrecht ist an dieser Stelle das Maß voll.

„Dann mache ich den Laden hier eben dicht und gehe mit den Schülern in den Bürgergarten“, sagt sie der Mitarbeiterin. „Oder weisen Sie mir neue Räume zu, denn brandschutztechnisch ist dann hier eigentlich gar kein Unterricht möglich.“

Mein Standpunkt
Dorothee Balzereit
Von Dorothee Balzereit

Mitarbeiter von Verwaltungen haben einen Ermessensspielraum in Sachen Brandschutz. Genutzt wird er – wohl aus Angst – selten, die Empfehlungen der Brandschützer werden umgesetzt wie Vorschriften. Das ist kein Muss. Und es sollte erst recht kein Muss sein, wenn man bekannte Mängel seit Jahren nicht beseitigt. So dringend scheint es dann ja nicht zu sein.



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