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Hilke Solf und Rainer Wendel setzen sich seit Jahren ehrenamtlich für Senioren ein

„Irgendwas musst du machen“

HAMELN. „Ich habe den Drang, Menschen zu helfen“, sagt Rainer Wendel. Seit rund 30 Jahren folge er dem christlichen Vorbild der Nächstenliebe, erzählt er. „Und zwar nicht mit dem Gedanken, dass mir selbst geholfen wird. Zumindest bin ich vom Schenken nie arm geworden.“

veröffentlicht am 08.06.2017 um 17:52 Uhr
aktualisiert am 08.06.2017 um 19:40 Uhr

Hilke Solf und Rainer Wendel blicken zurück auf viele Jahre gemeinsames Engagement. Foto: mz
Michael Zimmermann

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Angefangen habe alles mit einem Artikel in der Dewezet, in dem fürs Ehrenamt geworben worden sei, erinnert er sich. Auch heute begleitet der extrovertierte 70-Jährige noch regelmäßig ältere Menschen, die keine Angehörigen vor Ort haben, engagiert sich nebenbei auch noch als Sterbebegleiter und unterstützt eine syrische Flüchtlingsfamilie beim Umgang mit der Bürokratie.

Wie Wendel sind in Deutschland mehr als 30 Millionen Menschen ehrenamtlich im Einsatz. Sie sind Trainer in Sportvereinen oder freiwillige Feuerwehrleute, arbeiten in der Kirchgemeinde mit oder kümmern sich um Senioren. Eine der vielen Einrichtungen, die das freiwillige Engagement im Landkreis fördern wollen, ist die Freiwilligen Agentur Hameln-Pyrmont unter dem Dach des Paritätischen, die sich als Plattform sowohl für Interessierte, als auch für Organisationen versteht. Die Agentur habe zum Beispiel viele Seminare und Fortbildungen zur Pflege und Begleitung älterer Menschen angeboten, sagt Wendel.

In den Räumen des Paritätischen an der Kaiserstraße traf sich auch Hilke Solf regelmäßig mit einer Gruppe von Frauen im Alter von 80 bis 95 Jahren. Bis vor etwa zehn Jahren arbeitete die heute 71-Jährige in einem Hamelner Seniorenzentrum, trainierte mit den Bewohnern unter anderem das Gedächtnis. Dann ging sie selbst in den Ruhestand, doch aufhören wollte sie noch nicht. „Irgendwas musst du machen“, habe sie sich gesagt. Über die inzwischen verstorbene Edeltraud Sievers, viele Jahre lang ein prägendes Gesicht in der Hamelner Seniorenarbeit, habe sie schließlich die Damengruppe kennengelernt, die sie nach Sievers‘ Tod allein weiterführte.

Einmal in der Woche kam die Gruppe an der Kaiserstraße zu Kaffeetrinken, Spielen und Gedächtnistraining zusammen. Solange die Paritäten noch einen gebrauchten Kleinbus besaßen, stand Rainer Wendel der Gruppe für monatliche Ausflüge als Fahrer bereit. Mehrere Male im Jahr gab es Grillnachmittage in Solfs Garten, im Herbst lud sie die Frauen zum Grünkohlessen nach Hause ein. Aus gesundheitlichen Gründen habe sie Anfang des Jahres die offiziellen wöchentlichen Treffen anfang des Jahres aufgeben müssen. Die Seniorinnen und Hilke Solf treffen sich aber inzwischen noch einmal im Monat in einem Seniorenzentrum, wo eine der Frauen wohnt. „Außerdem wissen die Damen, dass sie sich auch einfach so melden können.“ Schließlich sei das Verhältnis zueinander im Laufe der Jahre sehr familiär geworden. „Man erntet ja emotional auch ganz viel“, blickt sie zurück auf die „schöne Zeit.“

Eine Nachfolgerin gibt es im Moment nicht. Das liege auch daran, dass es inzwischen viele Einrichtungen und attraktive Angebote für Senioren in Hameln gebe, sagt Solf. Paritäten-Chef Olaf Heilig verspricht aber bei der offiziellen Verabschiedung der beiden, zusammen mit der Freiwilligenagentur zu schauen, welches Konzept eventuell auch an der Kaiserstraße in Zukunft passen könnte.

Das käme auch Rainer Wendel entgegen, der „noch lange gesund bleiben und helfen“ möchte: „Ich hoffe, dass das noch ein paar Jahre geht.“



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