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Traditionslokal am Bismarckturm steht seit 20 Monaten leer

Investor mit Mut und Idee gesucht

HAMELN. Seit mehr als anderthalb Jahren steht das Lokal am Bismarckturm leer. Das hat auch Folgen für das Bauwerk: Der Turm kann nicht von Wanderern bestiegen werden. „Wir können keine Person abstellen, die darauf wartet, dass alle zwei Tage ein Wanderer vorbeischaut und auf den Turm möchte“, erklärt ein Stadtsprecher.

veröffentlicht am 07.06.2016 um 18:15 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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Das Restaurant am Bismarckturm befindet sich auch 20 Monate nach der Schließung weiter im Dornröschenschlaf. „Nach wie vor nichts Neues“ gebe es bezüglich eines Verkaufs des Gebäudes zu vermelden, erklärt Sascha Müller auf Nachfrage. Der Immobilienmakler versucht seit mehr als anderthalb Jahren, das Restaurant für die Eigentümer gewinnbringend an den Mann zu bringen. Ab und an gebe es lose Anfragen und Besichtigung, konkretes Interesse sei bisher aber Fehlanzeige. Im Sommer 2015 waren 228 000 Euro als Kaufpreis aufgerufen, inzwischen sollen die 957 Quadratmeter Gesamtfläche 199 000 Euro kosten. Aus sein Sicht sei ein Verkauf aber keine Sache des Preises. „Es muss jemand kommen, der Mut und eine Idee hat“, sagt Müller.

Die etwas versteckte Lage der 1969 erbauten und zuletzt 2012 modernisierten Immobilie auf der Knabenburg sind für ihn kein Hindernis. „Man ist schnell am Bismarckturm. Hoch zum Finkenborn dauert es länger. Da kriege ich schon Bauchschmerzen von den ganzen Kurven“, meint er. In Sachen Sanierungsbedarf komme es darauf an, was der künftige Eigentümer aus dem Gebäude machen wolle. „Wenn man etwas Hochwertiges schaffen möchte, muss man investieren. Aber wenn man eher den Charakter einer Waldgaststätte hervorhebt, dann passt das“, sagt Müller.

Seit Oktober 2014 steht das Traditionslokal leer. Damals musste Kathrin und Wolfgang Lidel aufgeben. Das Gastronomen-Paar hatte sich mit der Eröffnung im Juli 2011 einen Traum erfüllt. Wolfgang Lidel war jedoch gesundheitlich schwer angeschlagen und konnte nach mehreren Operationen nicht mehr in der Küche stehen. Allein war der Betrieb für Ehefrau Kathrin nicht stemmen. Die Betreiber mussten Insolvenz anmelden.

Besonders bitter: Das Ehepaar hatte sich zuvor noch von den „Küchenchefs Ralf Zacherl, Martin Baudrexel und Mario Kotaska in der gleichnamigen Vox-Serie Hilfe geholt. Das in der im Januar 2014 ausgestrahlten Sendung empfohlene Konzept zündete zwar nicht, aber nach einem Wechsel zu klassisch-anspruchsvoller deutscher Küche stellte sich auch der Erfolg ein. Doch dann machten die gesundheitlichen Probleme den Gastronomen einen Strich durch die Rechnung.

Eine weitere Folge des Leerstands: Seit mehr als anderthalb Jahren können Wanderer nicht mehr die 61 hölzernen Treppenstufen bis in die Spitze des Bismarckturms hinaufsteigen. „Es ist richtig, der Turm kann derzeit nicht bestiegen werden“, bestätigt ein Stadtsprecher auf Nachfrage. Der Grund: Der Schlüssel für das Bauwerk wurde bislang jeweils von den Betreibern des Restaurants verwahrt. Auf Anfrage konnten Besucher sich den Turm, der der Stadt gehört, aufschließen lassen. Seit das Restaurant leer steht, bleibt die Tür geschlossen. „Wir können keine Person abstellen, die darauf wartet, dass alle zwei Tage ein Wanderer vorbeischaut und auf den Turm möchte“, erklärt der Sprecher. Die Situation sei bedauerlich, aber die Nachfrage auch nicht so groß. Es sei aus Sicht der Stadt wünschenswert, wenn eine Nachnutzung erfolgen würde. Wie es am Bismarckturm weitergeht, dazu könne auch die Stadt momentan „keine Einschätzung“ geben, da das Gebäude in Privatbesitz sei.



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