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Nach Erdbeben und Unwettern: Heimische Hilfsorganisation startet ehrgeiziges Wiederaufbauprojekt

Interhelp baut Schule am Himalaya

HAMELN/NEPAL. Die heimische Hilfsorganisation Interhelp startet in Nepal ein ehrgeiziges Wiederaufbauprojekt. Nach Erdbeben und Unwettern wird am Himalaya nun eine neue Schule gebaut. Die alten Schulgebäude waren bei dem Beben schwer beschädigt worden. Inzwischen ist der Startschuss für den Bau erfolgt.

veröffentlicht am 25.11.2017 um 10:20 Uhr
aktualisiert am 25.11.2017 um 13:26 Uhr

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Es war ein Fest der Freude. Mädchen tanzten barfuß auf dem harten lehmigen Boden. Den Gästen wurden farbenfrohe Blumenkränze umgehängt. Das ganze Dorf hatte sich versammelt, um der feierlichen Grundsteinlegung für die neue Schule im nepalesischen Hiledevi Ramechhap beizuwohnen. Der renommierte Architekt Rabindra Puri (er hat unter anderem in Bremen studiert), der für die Hamelner Hilfsorganisation Interhelp – deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe und seine Partner „Schulen für Nepal“ und mfs International (Frankfurt) pro bono arbeitet, war extra in das abgelegene Bergdorf gereist, um den Startschuss für das 60 000-Euro-Projekt zu geben.

Am 25. April und am 12. Mai 2015 hatte am Himalaya die Erde gebebt. Die beiden schweren Erdbeben gelten als die tödlichste Katastrophe in der Geschichte des Landes. Nach Regierungsangaben starben in Nepal knapp 8800 Menschen, rund 22 300 wurden verletzt. Unzählige Häuser, darunter international bekannte Kulturdenkmäler, fielen in sich zusammen. Ein siebenköpfiges Rettungsteam aus Hameln und Frankfurt hatte seinerzeit in entlegenen Bergregionen 2100 Opfer behandelt – und einige wohl vor dem sicheren Tod bewahrt. Zwei Team-Mitglieder waren bei dem gewaltigen Nachbeben selbst verletzt worden. In der Folgezeit baute Interhelp mit Unterstützung des örtlichen Rotaract Clubs, der Jugendorganisation von Rotary International, Notunterkünfte für obdachlos gewordene Menschen und unterstützte einen angehenden Mediziner, damit er rasch sein Studium beenden konnte und selbst Menschen in Not behandeln kann. „Neben den zahlreichen kleineren Hilfsmaßnahmen wurde die ganze Zeit über ein ehrgeiziges Wiederaufbauprojekt verfolgt“, sagt der Interhelp-Vorsitzende Ulrich Behmann. Dass es länger als geplant gedauert hat, ist vor allem einer Grenzblockade durch Indien und extrem starken Monsun-Regenfällen geschuldet. „Durch die Blockade waren weder Treibstoff noch Baumaterial in ausreichender Menge erhältlich“, erzählt Rainer Brust, Chef der Interhelp/mfs-Partnerorganisation „Schulen für Nepal“. Zudem sei Hiledevi während der Regenzeit mit Fahrzeugen nicht zu erreichen gewesen.

Nun aber geht es endlich los. Drei der vier Schulgebäude waren bei den Beben schwer beschädigt worden, es bestand akute Einsturzgefahr. Die Kinder werden derzeit in einem Provisorium aus Holzbrettern unterrichtet. Die zerstörten Häuser sind inzwischen abgerissen, der Boden ist bis auf einen stabilen Untergrund abgetragen worden. Um Geld zu sparen, werden Felssteine wiederverwertet. Das neue Schulgebäude hat Platz für 300 Schüler.

Interhelp hatte seinerzeit zahlreiche Spenden für die medizinische Versorgung der Opfer und für ein Wiederaufbauprojekt erhalten. Die größte Einzelspende kam von der Lenze-Gruppe. Dort freut man sich über den Baubeginn. „Nachdem wir die Bilder aus Nepal gesehen hatten, war es uns eine Herzensangelegenheit, den Kindern und Jugendlichen in der betroffenen Region mit dem Wiederaufbau einer Schule nachhaltig zu helfen. Besonders wichtig ist uns der Ansatz von Interhelp, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. So erhalten die Kinder durch das Schulbauprojekt direkten Zugang zu Bildung und haben damit die Chance, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten“, sagt der Vorstandsvorsitzende Christian Wendler.



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