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Großzügige Förderung vom Bund

Intelligente Ticket-Technik: Im Bus geht’s voran

HAMELN-PYRMONT. Moderne Fahrscheindrucker sind in den Augen des Hameln-Pyrmonter Öffis-Chefs das „Herzstück der Digitalisierung im Fahrzeug“. Sie böten ein „riesengroßes Potenzial“, seien fast so wichtig wie moderne Busse insgesamt. Für den Einbau gibt es für die Region jetzt viel Geld vom Bund.

veröffentlicht am 29.11.2018 um 15:39 Uhr
aktualisiert am 29.11.2018 um 20:20 Uhr

Solche modernen Spezialdrucker im Bus bringen nicht nur schnell jede definierte Ticketvariante aufs Papier, sondern sind auch Herzstück der Fahrgastinformation in Echtzeit. Foto: GeBE/pr
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Wenn in Hameln der Weihnachtsmarkt läuft oder in Bad Pyrmont der Goldene Sonntag, dann könnten die Fahrscheindrucker in den Linienbussen künftig einen wichtigen Dienst leisten: Wären sie in der Lage, Sondertickets für die Fahrt zu quasi jeder größeren Veranstaltung im Landkreis individuell kalkuliert auszuspucken, dürfte mancher sein Auto zu Hause stehen lassen. So hofft es Öffis-Chef Arne Behrens – und unter anderem deshalb reist er am Freitag voller Zuversicht nach Berlin. Vom Bundesverkehrsministerium wird er einen Förderbescheid über knapp 630 000 Euro erhalten, um seine Flotte mit „intelligenten“ Busdruckern ausrüsten zu können.

Dass der Bund hier derartig spendabel ist, hat mit der schlechten Luft in Hameln zu tun. Auch wenn die Schadstoffwerte auf der Deisterstraße zuletzt knapp unter dem Grenzwert lagen, darf die Region weiter von dem „Sofortprogramm Saubere Luft“ der Bundesregierung profitieren – so wie 44 weitere Kommunen bei der aktuellen Ausschüttung. Von der Digitalisierung bei den kommunalen Verkehrsbetrieben und einem dadurch erleichterten Zustieg, erhoffen sich die Beteiligten mehr Fahrgäste und somit eine Reduzierung des Autoverkehrs, also im Idealfall weniger Abgase und weniger Staus. Die bessere Auslastung des öffentlichen Nahverkehrs hat durchaus auch einen finanziellen Aspekt: Jede verkaufte Busfahrkarte senkt den Zuschussbedarf durch den Aufgabenträger, in diesem Fall also den Landkreis Hameln-Pyrmont.

Die Möglichkeiten der neuen Fahrscheindrucker unterstützen Behrens’ Bemühungen, möglichst alle großen Veranstalter in den Bus zu holen, also ihr Kooperationspartner etwa bei Kultur-Events zu sein. „Wir arbeiten an einer schlüssigen Konzeption für den ganzen Landkreis“, betont er. Der Fahrgast solle dann möglichst auch nicht unterscheiden müssen, ob es sich um einen heimischen Organisator handelt oder einen externen.

Einen „Sprung nach oben“ erwartet Behrens nach dem für 2019/20 vorgesehenen Einbau der neuen Technik.

Schon am Sonntag kommender Woche gibt es für ÖPNV-Nutzer in Niedersachsen eine Verbesserung: Dann gelten Bahntickets im ganzen Land für die An- und Weiterfahrt mit dem Bus. In Hameln-Pyrmont gilt ohnehin schon ein Tarifsystem, das auf Initiative der Kreisverwaltung stark vereinfacht und verbilligt wurde. Für dieses Projekt interessiert sich die Branche sehr; es gibt zahlreiche Anfragen bei der Verkehrsgesellschaft und im Kreishaus.

Information

Busdrucker als Bordcomputer

Moderne Fahrscheindrucker werden in Linienbussen nicht nur als Verkaufsgeräte genutzt, sondern auch als Bordrechner für die Fahrgastinformation. Das Gerät kommuniziert mit dem Betriebsleitsystem und meldet den Kunden den exakten Standort. Es steuert Ampeln busgerecht und löst Haltestellenansagen aus. Via Internet können Fahrplan- und Software-Aktualisierungen aufgespielt und Verkaufsdaten heruntergeladen werden. Ziel der ÖPNV-Unternehmen ist es, das Smartphone oder eine Chipkarte in allen Orten als universelle „Fahrkarte“ benutzbar zu machen. Die Menschen steigen dann einfach irgendwo in Bus oder Bahn ein – um das Finanzielle kümmert sich die Technik. Viele Tarifmodelle sind dabei denkbar – besonders auch die Bestpreisabrechnung, für die kein Studium umfangreicher Tarifbestimmungen erforderlich wäre. Da kann einerseits die zurückgelegte Strecke berücksichtigt werden, andererseits aber auch individuelle Eigenschaften des Kunden (Schüler? Rentner?) oder der Fahrzweck (Veranstaltung?). mafi

Termin: Über die Lage der Öffis wird deren Geschäftsführer Arne Behrens am nächsten Dienstag, 4. Dezember, im Ausschuss für Finanzen und Wirtschaft des Landkreises berichten. Die „Entwicklung der Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont mbH“ steht auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung, die um 15 Uhr im Kreishaus in Hameln beginnt.



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