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Neun Nationen gemeinsam in wackeligen Booten / „Haltestelle Afferde“ bietet buntes Ferienprogramm

Integration pur – per Kanu auf Wesertour

Hameln (git). Das Element Wasser ist nicht unbedingt Vitali Breiders Steckenpferd. Denn wer nicht schwimmen kann, tut sich schwer in wackeligen Booten. Trotzdem steigt der 15-Jährige ausgeglichen und sichtlich vergnügt aus einem der roten Kanus heraus – hinter sich 15 Kilometer Paddeltour.

veröffentlicht am 30.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 14:41 Uhr

Mit sichtlichem Vergnügen: Die Kinder und Jugendlichen während i
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Es ging von Hehlen bis Tündern. Mit dabei: Betreuer, zehn weitere Kinder der „Haltestelle Afferde“ und zehn Kinder vom Verein für Spätaussiedler und Rückwanderer. Vitali kann dank der Halstestellenbetreuung mittlerweile seit einiger Zeit Schwimmen. Der persönliche Spaß konnte in diesem Jahr für ihn nun mehr im Vordergrund der Aktion stehen – nicht das Überwinden seiner eigenen Schwächen.

Anlaufstelle für Jugendliche

„Die Kanutour zu Beginn der Sommerferien wird seit vier Jahren angeboten“, berichtet Juri Sokolski vom Caritas Verband Hameln-Holzminden. Sokolski ist seit 2008 Co-Projektleiter der Haltestelle. Gemeinsam mit dem Verband für Spätaussiedler und deutsche Rückwanderer (SDR) wird die Anlaufstelle für Jugendliche aus Afferde in der Leipzigerstraße seit 2005 betrieben. Erstmalig waren bei der jüngsten Kanutour zehn Kinder vom SDR-Stadtteilprojekt „Startklar für die Zukunft“ dabei.

Im Rahmen des Sommerferienprogramms bieten die Mitarbeiter der Haltestelle in diesem Jahr sieben Angebote für die 11- bis 18-Jährigen aus Afferde zusätzlich zu den Öffnungszeiten am Nachmittag an. Im Gegensatz zur städtischen Feriencard ist bei der Haltestelle so gut wie alles kostenlos für die Kinder und Jugendlichen. „Wir haben schon am ersten Ferientag mit einem Schwimmausflug nach Bad Pyrmont begonnen und einige Tage später bewusst auch die Kanutour eingeplant“, berichtet Sokolski. Damit könne der noch vorhandene Schulstress zeitnah abgebaut werden. Das sei wichtig. Darüber hinaus wolle man dafür sorgen, dass in den Ferien keine Langeweile aufkommt. Einen mehrwöchigen Urlaub als Sommerprogramm, betont Sokolski, könne sich hier niemand von den Eltern leisten. „Wir nutzen die Schulferien vor allem, um soziale und integrative Angebote anzubieten“, erklärt der Haltestellenmitarbeiter. „Bei der Kanutour habe ich neun Nationalitäten gezählt“, bilanziert Sokolski. Als Zielsetzung haben sich die Mitarbeiter der Haltestelle unter anderem die Förderung des Selbstbewusstseins der Kinder und Jugendlichen sowie des Zugehörigkeitsgefühls zur deutschen Gesellschaft gesetzt. Dazu gehöre auch schwimmen lernen – wie im Beispiel Vitali.

Natürlich macht auch die „Haltestelle“ irgendwann Pause. Aber in dieser Zeit – in den Sommerferien sind es drei Wochen – bleiben die Kinder und Jugendlichen nicht sich selbst überlassen. Die Haltestellenmitarbeiter zeigen weiter Präsenz. Zwar seien die Räumlichkeiten geschlossen, dafür treffe man sich unregelmäßig. „Ich gehe dann mit ihnen zum Fußballspielen oder wir planen andere Spontanaktionen. Das funktioniert völlig unkompliziert“, erklärt Sokolski.

Überraschungsangebote gibt es im Haltestellensommerprogramm nicht. Das hat seinen Grund. Die Angebote sind ausschließlich nach den Wünschen der Kinder und Jugendlichen in Vorfeld zusammengestellt worden. Während es keine Trennung nach Nationalitäten gebe, seien reine Mädchenprojekte durchaus erwünscht. Der „Girls Club“ mit seinen Betreuerinnen Tatjana Bartschke und Naima Uronova (Co-Projektleiterin Haltestelle) will heute per Teleskop in den Sternenhimmel schauen und sich über Horoskope informieren. Ende Juli gibt es einen gemeinsamen Kochabend mit Eltern, Jungen und Mädchen, außerdem stehen zwei Fußballturniere Anfang und Ende Juli auf dem Sommerprogramm. Natürlich werde es auch ein Abschlussfest geben, erklärt Sokolski. „Dann feiern wir, blicken gemeinsam zurück und sammeln bereits Ideen für die nächsten Ferien.“

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