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Innenminister eröffnet Ausstellung über „Probleme und Perspektiven“ im Foyer des Kreishauses

Integration der Muslime – Thema der Zukunft

Hameln (ni). Emine Yolac ist gläubige muslimische Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund. Die Regeln des Islam gehören zu ihrem Lebensalltag. Sie isst kein Schweinefleisch, liest im Koran, besucht die Moschee und genießt die religiösen Feste, die in ihrer Familie gefeiert werden. Emine Yolac ist auch angehende Juristin, sie spricht sechs Sprachen und engagiert sich politisch als Ratsfrau in Stadthagen. In der Ausstellung „Muslime in Niedersachsen“, die jetzt im Foyer des Kreishauses zu sehen ist, steht die junge Frau als Beispiel dafür, dass das Bekenntnis zum Islam und die Integration in eine von christlichen Werten geprägte Gesellschaft kein Widerspruch in sich ist.

veröffentlicht am 22.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 21:21 Uhr

Der Integrationsbeauftragte Feydullah Gökdemir hat die Ausstellu
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Der Integrationsbeauftragte des Landkreises, Dr. Feyzullah Gökdemir, hat die vom niedersächsischen Innenministerium konzipierte Wanderausstellung nach Hameln geholt. Sie trägt den Untertitel „Probleme und Perspektiven der Integration“. Auf 31 Tafeln informiert sie sachlich und übersichtlich über verschiedene Strömungen des Islam und zieht eine klare Grenze zwischen der Mehrzahl der friedliebenden Muslime und den Anhängern eines fundamentalistischen Islamismus mit totalitärem Tendenzen. Sie bildet Beispiele für gelungene Integration ab und benennt auch die Hemmnisse, die einem von gegenseitigem Respekt getragenen Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung entgegenstehen.

Dass Integration längst kein Nischenthema mehr ist, mit dem sich eine Hand voll Gutmeinender beschäftigt, zeigte sich eindrucksvoll bei der Eröffnung der Ausstellung. Noch vor zwei, drei Jahren wäre der Kreis der Interessierten bei einem vergleichbaren Anlass leicht überschaubar gewesen. Diesmal versammelten sich im Foyer des Kreishauses mehr als 150 Gäste aus den unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Lebens – von der Politik über die Wirtschaft bis hin zu Verbänden und Vereinen.

„Die Integration von Muslimen ist das Thema, ist die Herausforderung der Zukunft“, ließ Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann denn auch keinen Zweifel daran, dass das Einwanderungsland Deutschland jede Anstrengung unternehmen muss, um die Bildung von Parallelgesellschaften zu verhindern. Die sachliche Auseinandersetzung mit der Kultur des jeweils „Anderern“ müsse von beiden Seiten gleichermaßen geleistet werden, betonte Schünemann. Die Unterstützung friedliebender Muslime und der Dialog mit ihnen sei in diesem Zusammenhang genauso wichtig wie die Bekämpfung islamistischer Extremisten.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Prognosen zur Entwicklung der Bevölkerung in den Städten und Gemeinden des Landkreises gewinnt die Integration der zugewanderten Menschen auch in Hameln-Pyrmont immer mehr an Bedeutung, betonte Landrat Rüdiger Butte anlässlich der Ausstellungseröffnung. Einwohner mit Migrationshintergrund stellten schon in der näheren Zukunft einen immer größeren Anteil an der Bevölkerung – in der Stadt Hameln beispielsweise knappe 40 Prozent im Jahr 2025. Von der Ausstellung erhoffe er sich, dass sie den Dialog zwischen den Kulturen intensiviert. Gespräche und Diskussionen – „auch gern kritisch und intensiv“ – seien die Grundvoraussetzung für den Abbau von Vorurteilen auf beiden Seiten und damit die Basis für ein ausgewogenes Miteinander.

Verfassung bietet stabilen Untergrund

Auf einer der Tafeln der Ausstellung steht, was die multikulturelle Gesellschaft der Zukunft zusammenhalten soll: „Unsere Verfassung bietet den stabilen Untergrund, unsere Gesetze einen festen Rahmen. Sich darauf bewegend und darin verortet, finden Menschen verschiedener Herkunft ihren Platz und viel Raum zur individuellen Entfaltung. Auf dieser Grundlage ist Integration eine Aufgabe aller: der Einheimischen und der Zugewanderten, der Christen und der Muslime, der Menschen anderer und ohne Religionszugehörigkeit.“

Die Ausstellung „Muslime in Niedersachsen“ ist noch bis zum 4. Juni im Foyer des Kreishauses an der Süntelstraße zu den regulären Öffnungszeiten (8 bis 16 Uhr) zu sehen.

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