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Wie geht es mit der CMP in Dessau und im Weserbergland weiter? / Abgeordnete reagieren

Insolvenz trifft auch Hameln und Springe

Hameln / Springe (TT/zett). Die Nachricht vom Insolvenzantrag der Cemag-Nachfolgefirma CMP in Dessau lässt bei Gläubigern wie Politikern die Alarmglocken schrillen: Nach der Pleite der mit Millionen geförderten Cemag 2009 in Hameln steht nun auch die CMP am Abgrund. In beide Fälle involviert ist der Hamelner Unternehmer Ali Memari Fard, der jüngst wegen seiner besonders guten Kontakte zur Politik Schlagzeilen machte: So profitierte seine Unternehmensgruppe seinerzeit von Millionen-Subventionen der Landesregierung in Hannover –, wo damals Duzfreund Walter Hirche (FDP) Wirtschaftsminister war und der auch privat bekannte Christian Wulff noch Ministerpräsident.

veröffentlicht am 15.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 00:41 Uhr

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Von der neuen Insolvenz in Dessau sind rund 60 Mitarbeiter betroffen, von denen jeweils bis zu zehn an zwei CMP-Standorten in Hameln und Springe beschäftigt sind. Das teilte jedenfalls Insolvenzverwalter Prof. Lucas Flöther gestern mit – die CMP selbst hatte stets die Existenz eines CMP-Standortes in Springe abgestritten. Flöther will sich nun die verfügbare finanzielle Ausstattung und die ausstehenden Aufträge genau anschauen und dann prüfen, wie es mit CMP weitergehen könne. Dazu will er demnächst auch nach Niedersachsen kommen.

Als 2009 die CMP die Geschäfte des Anlagenbauers Cemag übernahm, siedelten zeitgleich in Springe drei Firmen an, die alle geschäftliche beziehungsweise familiäre Beziehungen zur CMP haben oder hatten. Diese drei Firmen seien allerdings nicht von der Insolvenz betroffen, so Flöther.

Die Hamelner SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller sieht in der CMP-Pleite „den Ausdruck für einen Stil, wie man mit Steuergeldern letzten Endes private Vorteile organisiert“. Deshalb müsse die Politik „generell überprüfen, wie sie mit Steuergeldern in der Wirtschaftsförderung umgeht“. Letztlich müsse man bei CMP die Sorge haben, dass es wie schon bei der Vorgängerfirma Cemag in Hameln „viele kleine Firmen gibt, die geschädigt sein können“. Die Abgeordnetenkollegin Jutta Krellmann von den Linken geht noch einen Schritt weiter: „Der Arbeitgeber Fard hat in Niedersachsen unter Mithilfe der FDP 18 Millionen Euro in den Sand gesetzt, jetzt kostet die Pleite in Sachsen-Anhalt schon wieder Steuergelder. Das ist alles ein Sumpf.“ Krellmann fordert allgemein, bei künftigen Wirtschaftsförderungen für Unternehmen eine Kontrolle durch die Betriebsräte zur Bedingung zu machen, „denn die merken doch als Erste, wenn in dem geförderten Unternehmen etwas schiefläuft“.

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