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Ehrenamtliche Feuerwehrleute reanimieren 49-jährigen Mann / Kardiologe lobt couragiertes Einschreiten

Ins Leben zurückgeholt

Hameln. Sie waren gerufen worden, um eine Ölspur zu bekämpfen. Auf der Fahrt zur Wangelister Straße sah die vierköpfige Besatzung des Löschfahrzeugs „Florian Hameln 3-47-2“, wie ein Mann auf der Mühlenstraße zusammenbrach. Die Mitglieder des 3. Zuges der Freiwilligen Feuerwehr Hameln stoppten sofort und leisteten Erste Hilfe. Sie wurden zu Lebensrettern. Der Erste Hauptfeuerwehrmann Dietrich Reckelkamm setzte über Funk einen Notruf ab, seine Kameraden Tobias und Benjamin Hildebrandt und Lars Lohmann liefen zu dem Bewusstlosen. Dann ging alles sehr schnell: Ersthelfer Reckelkamm versuchte, an der Halsschlagader und an den Handgelenken des Leblosen einen Puls zu fühlen. Vergeblich. „Die Augen waren geöffnet, die Pupillen starr, die Lippen liefen schon blau an. Da wusste ich: Er atmet nicht mehr.“

veröffentlicht am 12.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:46 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der 23-jährige Oberfeuerwehrmann Tobias Hildebrandt überprüfte zunächst, ob die Atemwege des Mannes frei sind – so, wie er es im Erste-Hilfe-Kurs gelernt hatte: Kinn anheben, Hals überstrecken, Mundraum kontrollieren. Dann führte Reckelkamm eine Mund-zu-Mund-Beatmung durch. Nach der ersten Atemspende begann Hildebrandt mit der Herzdruckmassage. „Nach kurzer Zeit fing der Mann an zu atmen“, berichtet Reckelkamm. Doch nach vier bis fünf Zügen habe die Atmung wieder ausgesetzt. Die Laienreanimation wurde fortgesetzt – mit Erfolg. „Noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes ist er wieder zu sich gekommen“, freut sich Hildebrandt.

Ortsbrandmeister Emil Burose ist stolz auf „seine Jungs“: „Die waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, haben super reagiert und klasse gearbeitet.“

Gestern Nachmittag besuchten die vier Feuerwehrleute „ihren Patienten“ auf der Intensivstation des Sana-Klinikums. Wolfgang Marquardt wartete schon auf seine Retter. Von den Schwestern und Pflegern hatte er erfahren, dass sie zu ihm kommen werden.

Dem 49-Jährigen geht es den Umständen entsprechend gut. Er kann schon wieder lächeln. Als Erstes bedankte er sich bei den Feuerwehrleuten. „Was Sie gemacht haben, ist wirklich toll. Ohne Sie wäre ich heute nicht hier – oder ich befände mich in einem sehr viel schlechteren Gesundheitszustand. Ich möchte Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Hilfe danken.“

Marquardt erzählt, er werde am heutigen Montag zunächst einmal auf dem Linksherzkatheter-Messplatz der Kardiologischen Abteilung von Chefarzt Dr. Hubert Topp genauer untersucht. Dann fügt er hinzu: „Vielleicht bekomme ich danach einen Flug mit dem Rettungshubschrauber spendiert.“ Die Ärzte gehen derzeit davon aus, dass der Herzkranke in einer Spezialklinik operiert werden muss.

Oberarzt Dr. David Vogler lobt das couragierte Einschreiten der Ersthelfer. „Sie haben alles richtig gemacht und dem Mann das Leben gerettet“, sagt der Hamelner Herzspezialist.

Dietrich Reckelkamm und seine Kameraden sind froh, dass „die Geschichte ein glückliches Ende gefunden hat“. Das sei schon ein sehr gutes Gefühl, sagt der 51-jährige Energieanlagen-Elektroniker, der bereits seit 35 Jahren ehrenamtlicher Feuerwehrmann ist und in dieser Zeit etwa 20 Erste-Hilfe-Kurse absolviert hat. Das Lernen habe sich gelohnt.

Wenn er wieder gesund ist, will Wolfgang Marquardt seine Lebensretter in der Hamelner Feuerwache besuchen – und einen Erste-Hilfe-Kurs machen. „Damit auch ich anderen Menschen helfen kann.“



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