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Verrücktes aus 25 Kabarettjahren

In Hameln: Podewitze im Pointenrausch

HAMELN. Seit Jahren schon ein Selbstläufer und allemal Pode-witzig ins Neue Jahr gestartet. Ins jeweils neue Jahr – seit Jahren. Auch auf Hamelns TAB längst Kult – und Achtung: Jubiläum! Die Podewitz-Brüder Willi und Peter seit 25 Jahren auf der Bühne.

veröffentlicht am 23.01.2018 um 14:34 Uhr
aktualisiert am 23.01.2018 um 16:50 Uhr

pe

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Reporter

Am Montagabend das Verrückteste aus dieser Zeit. Und ausgerechnet mit 1992 gestartet – eher angeschlichen mit einem Jahr, in dem nix los war. Gut: „Honegger“ wurde bei der Landung in Berlin verhaftet und „Bobele“ holte sich im Doppel mit Stich Gold - das war’s auch schon. Sprung ins Heute: Jetzt ist er pleite, der Bobele, was sportspezifisch Tennis-arm bedeutet.

So ein bisschen nostalgisch das Altern beleuchtet, das ja von selbst geschieht und uns demnächst die ersten Omis mit Arschgeweih bescheren wird – und Podewitz als verlässliche Chronisten. Kinder ein ganz anderes Thema und der Wechsel von einst arglosen Zeiten, als die lieben Kleinen noch nicht ganz so wichtig genommen wurden und jetzt unisono zu Hochbegabten stilisiert werden, was sie ein Leben lang mit sich herumschleppen müssen. Wir als Kinder, so der Ober-Podewitz, mussten immer draußen sein als eine Art „milde Form von Obdachlosigkeit“.

Etwas später sich selbst als das „ Nordkorea der Comedy“ beschrieben und Strafgedichte des Bruders angedroht, der, wie schon so oft, als „little Nero“ mit Toga und Lyra brilliert. Heiteres Sprach-Gewusel bei Radio Kultur und die so typisch deutsche Heimwerkerkultur à la Sinfonie in zwölf Volt von W. A. Mofa. Auch ein J. S. Hornbach gewürdigt wie die „Carmina Bohrana“ und die Wiener Bellharmoniker mit Gassihauern.

Kulinarik mit Spiel-Potenzial: „Kaffee schwarz oder auf Rechnung?“ und klargestellt: „Mein Lieblingswein ist Bier“. Ein Schmankerl vor der Pause – alles unter 60 aktuell als Teenager tituliert, aber auch gewarnt: „Pause ist, wenn wir es sagen“. Noch ein Gedicht, dem Wein gewidmet, der allemal „atmen muss“. Ein Pausen-Potpourrie von durchpausen über Pausa Mamma mia – und, weil manchmal nur 300 von 600 Besuchern wieder zurückkehren, ein Pausenfrühwarnsystem von den Pausenclowns ergänzt um Kunstpause und Zwangspause. Und dann ist wirklich Pause.

Entschleunigung, wenn auch nicht auf sich bezogen, eher auf die Bahn, die man nicht benutzen sollte, wenn man irgendwohin will. Rank, der Religionstester, der moniert, dass es bei Zehn Geboten keine Sonderangebote gibt. Und“ Hindu kusch“ neu interpretiert, wenn man Inder mundtot machen will. Dann Franz dem Pontifex empfohlen, künftig mit „Allah you can eat“ zu punkten. Auch Brötchen ein Thema und dem „einfachen“ kein „kompliziertes“ gegenübergestellt, nur ein „normales“.

Drittes Gedicht „Die Muse“ – und ungeküssten Dichtern empfohlen: „Küss Du sie!“. Und klar doch: „Alles Leckere ist ungesund“, auch wenn unsere Enzyme keine Rassisten sind und alles gleich behandeln. Kahle Stellen auf dem Kopf werden „nicht neu besetzt“ – und die, die weggezogen sind, „leben jetzt in den Ohren und auf dem Rücken“. Dann Schlussspurt und das obligate „gehen Sie schon mal vor, wir kommen nach“. Zugabe – ein Vierzeiler auf Sonnenuntergang und die Muse energisch: „Los Du Arsch, schreib das auf!“

Mein Standpunkt
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Von Richard Peter

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