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In voller Montur: Richard Smith sitzt auch in diesem Jahr wieder kostümiert hinterm Lenkrad

In Hameln fährt der Weihnachtsmann Bus

Hameln (jbr). Wenn Richard Smith mit dem Bus an die Haltestelle fährt, ihn langsam absenkt und die Türen öffnet, blicken viele Kinder schon erwartungsvoll gen Fahrersitz. Hat da eben nicht etwas Rotes durch die Scheibe geschimmert? Smith, ein gebürtiger Brite, ist alles andere als ein gewöhnlicher Busfahrer – zumindest in der Vorweihnachtszeit. Denn dann dreht der 65-Jährige ausschließlich im Weihnachtsmann-Kostüm seine Runden durch das Hamelner Stadtgebiet und zaubert damit vielen großen und kleinen Fahrgästen ein Lächeln aufs Gesicht. Und genau das war auch die Absicht des charmanten Londoners, als er vor gut 17 Jahren zum ersten Mal seine Busfahreruniform gegen den roten Mantel tauschte.

veröffentlicht am 17.12.2012 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 00:21 Uhr

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„Damals dachte ich mir, dass irgendetwas im Hamelner Linienverkehr fehlt“, sagt der langjährige Öffi-Mitarbeiter, der bis dahin vor allem Reisebusse gefahren war. „Etwas, das den Menschen in der stressigen Vorweihnachtszeit ein bisschen die Hektik nimmt.“ Schon war die Idee geboren, einmal im Jahr in die Rolle des Weihnachtsmanns zu schlüpfen. Und die war Smith nicht gänzlich neu: Bereits vor Jahren hatte er sich bei der britischen Armee, der er exakt 27 Jahre und 65 Tage diente („das steht genau so in meiner Urkunde“), immer wieder als Weihnachtsmann verkleidet, um Kindern eine Freude zu bereiten.

Und genau das findet er so besonders am Weihnachtsmann-Sein: „Man kann sich für Geld nicht die Freude kaufen, die es macht, wenn man in strahlende Kinderaugen blickt“, sagt Smith. „Außerdem“, sagt er vergnügt, „verteile ich auch Süßigkeiten – damit gewinnt man schnell Kinderherzen.“ Am Anfang habe er die sogar noch selbst bezahlt. Doch dann habe seinem damaligen Chef, Carsten Busse, die Idee so gut gefallen, dass die Kreisverkehrsgesellschaft seitdem für die Kosten der Leckereien aufkommt. Kann er sich nach all den Jahren eigentlich noch daran erinnern, wo er das Weihnachtsmannkostüm gekauft hat: „Natürlich“, sagt er, „bei Harrods in London.“

Das Busfahren irgendwann gänzlich aufzugeben, daran will der 65-Jährige, der in diesem Jahr offiziell in Rente gegangen ist, jetzt noch nicht denken. Er will für die nächsten Jahre in Teilzeit weiterarbeiten – auf 400-Euro-Basis. Und das, „solange es meine Gesundheit erlaubt“. Denn Busfahren sei für ihn nicht einfach nur eine Tätigkeit um Geld zu verdienen, sondern sein Hobby. Bis 70 Jahre, schätzt er, werde er in jedem Fall noch im Dienst sein. „Aber man weiß ja nie, was kommt.“

Weihnachten feiert der fahrende Weihnachtsmann übrigens ganz traditionell nach britischer Manier: „Wir brauchen etwas mehr Geduld, bis wir die Geschenke auspacken können“, sagt er. Denn Bescherung gibt es in Großbritannien erst am Morgen des 25. Dezember. „Dann aber schon ab sechs Uhr in der Früh.“ Sind alle Geschenke ausgepackt, werde erst einmal gefrühstückt. „Ab 14 Uhr gibt es dann ein großes Mittagessen“, freut er sich jetzt schon auf die Feiertage.



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