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Frischer Wind in Hamelns Livemusik-Szene

„In der Woche kommen die Besten“

Hameln. Wer Livemusik mag, für den lohnt sich ein Besuch in einer der Hamelner Kneipen. Regelmäßig treten hier Bands auf. Auch für bekanntere Gruppen haben die Auftritte im kleineren Kreis immer noch ihren Reiz.

veröffentlicht am 19.04.2016 um 18:33 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:46 Uhr

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Autor:

Rüdiger Pradella
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Hameln. „Er hat mir auch schon mal Musiker weggeschnappt, die ich haben wollte“, sagt Thomas Kroll, Betreiber des „Mad Music Clubs“ über seinen Freund und Konkurrenten Gerd Siepmann vom „K3“. Die beiden sehen sich als die Veteranen in der Hamelner Musikszene. Und sie sind zwei derjenigen, die dafür sorgen, dass Hameln in Sachen Livemusik einiges mehr zu bieten hat, als es auf den ersten flüchtigen Blick scheint.

Kroll betreibt seinen Mad Music Club seit 27 Jahren. „Mein Schwerpunkt liegt auf Punk, aber auch Ska und Reggae kommen vor.“ Im K3 wird eine breitere Auswahl geboten. Siepmann, der seit 30 Jahren im Geschäft ist, meint: „Wir spielen alles außer Schlager und Techno. Letztens hatten wir eine Band zu Gast, die auf Flamenco spezialisiert ist.“

Neben K3 und Mad gibt es natürlich noch weitere Kneipen, die mit Livemusik, Gäste locken. Im KaLeu, Hamelns Hafenkneipe, trommelt Alexander Lahmann etwa alle zwei Monate befreundete Bands zusammen. „Es geht bei uns in die Richtung Country-Rock, etwa im Stil Johnny Cashs.“ Für den nächsten Monat ist bei ihm aber unter anderem auch eine offene Bühne geplant, wo jeder der Lust hat, sein musikalisches Talent zeigen kann.

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Abrocken im KaLeu. Fotos: fh/pr

Mit dieser Idee holt sich auch die Pinte Musiker ins Haus. Jeweils am ersten Samstag im Monat darf jeder mal ran und sich zusammen mit anderen Musikern austoben. „Die Musiker kommen, um Spaß zu haben“, weiß Christine Jürdens. „Unser Angebot richtet sich vor allem an die, die derzeit in keiner Band spielen oder neue Kollegen suchen.“ Livemusik zum Mitmachen. Dass die Musiker in dieser Zeit ihre Getränke kostenlos bekommen, ist da fast schon Nebensache.

Chinas älteste

Folk-Punk-Band gibt sich die Ehre

Ohne Freude an der Musik geht es nicht. „Das große Geschäft kriegt man hier nicht“, meint etwa Kroll. Bei einer Band habe er mal im Mad sogar 600 Euro Verlust gemacht. Aber in der Regel geht alles gut. „Die meisten Bands schlafen bei mir zu Hause. Wir frühstücken am nächsten Morgen zusammen und oft bleiben wir noch Jahre in Kontakt.“ So habe er Freunde auf allen Kontinenten gefunden. „Demnächst kommt zum Beispiel die älteste Folk-Punk-Band Chinas ins Mad.“ Er hofft, dass seine 100 Leuten fassende Kneipe dann gut besucht ist.

Im K3 läuft alles in ähnlich kleinen Größen ab. Bei 65 Leuten ist die Kneipe ausverkauft. „Für viele Bands ist diese Nähe zum Publikum gerade der Reiz“, sagt Siepmann. „Das erinnert sie an ihre Anfangszeiten.“ In der Tat kommen schon mal etwas größere Namen in die Baustraße. Bands wie Who killed Bruce Lee oder Sham 69 sind in der Szene keine Unbekannten.

Siepmanns Geheimtipp: „Innerhalb der Woche kommen die bekannteren Bands. Am Wochenende verdienen die auf großen Bühnen ihr Geld, aber in der Woche haben sie meist Leerlauf.“ Tatsächlich werden die Kneipen gerne als Ersatzauftritt genommen. „Ich hab mal einer Band aus Argentinien die Europatour gerettet“, erzählt Kroll. Ohne ihn wäre die Band mit Verlust nach Hause gereist.

Ein Ziel sei es, die Jugend zur Musik zu bringen, sagen die Beitreiber der Kneipen. Nicht nur im KaLeu und in der Pinte wird um Nachwuchs gekämpft. Das Papa Hemingway steigt mit eigenen DJ samt House- und R’n’B-Sounds in den Ring, der Freiraum in der Walkemühle zielt auf ein alternatives Publikum. Auch das K3 besinnt sich auf die Jugend. Da das Lokal seit August 2015 von Gerd Siepmann, Luka Eichler und Dave Conran als Verein geführt wird, darf die Jugendarbeit nicht fehlen. „Wir planen, für den nächsten Monat Gitarrenunterricht für Kinder anzubieten. Auch wollen wir immer wieder mal rauchfreie Tag einlegen, damit sich junge Leute bei uns präsentieren können.“ Bei Interesse einfach mal an der Theke fragen.

Die Motivation, immer neue Bands einzuladen, ist bei allen Betreibern die Liebe zur Musik. Konkurrenzkampf gibt es da eigentlich gar nicht. Manchmal, so erzählt Kroll, kommt Siepmann nachdem das K3 geschlossen hat, noch zu ihm ins Mad. „Er fragt meist, ob er auflegen darf und ich sag dann nicht Nein.“ So sorgen sie dann gemeinsam für Stimmung bis in den Morgen.

Termin: Noch mehr Livemusik gibt es wieder beim Kneipenfestival „Honky Tonk“ – am Samstag, 21. Mai, im KaLeu, im K3 und vielen anderen Hamelner Lokalen.

Wer spannende Bands live erleben will, hat es in Hameln mitunter gar nicht weit. Oben: Who killed Bruce Lee im K3; unten links: Abrocken im KaLeu; unten rechts: die Bollock Brothers im Mad Music Club.

Fotos: fh/pr



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