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Regio-Barometer deckt Risiken auf

In der Wirtschaft droht eine neue Entlassungswelle

Hameln (TT). Der Wirtschaftsregion Hameln droht im Sommer eine Entlassungswelle. Das ist ein Ergebnis des regionalen Wirtschaftsbarometers für den Mai 2009. Bei einer Unternehmensumfrage zu den Auswirkungen der aktuellen Konjunkturkrise wurde deutlich, dass die Firmen die Wirtschaftslage schlechter einschätzen als im Herbst 2008, dass die Stimmung gelitten hat – und vor allem, dass der Auftragsbestand bei 77 Prozent der Betriebe bei maximal zwei Monaten liegt.

veröffentlicht am 05.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 19:21 Uhr

Gegen den Trend: Allgemein ist die Wirtschaftslage schlecht (Gra
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An der aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung TransForma Syndikat GmbH und des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im mittleren Wesergebiet (AdU) haben 63 Unternehmen teilgenommen, die 4200 Arbeitsplätze repräsentieren. 52 Prozent der Firmen sehen die aktuelle Wirtschaftslage schlechter als in 2008 – nur acht Prozent sagen: Die Lage ist besser.

Unternehmen haben Kapazitäten abgebaut

Das größte Problem ist der fehlende Auftragseingang: 57 Prozent der Firmen in der Region haben starke Rückgänge zu verzeichnen, 47 Prozent der Geschäftsführer erwarten darüber hinaus im Laufe des Jahres noch ein weiteres Minus. TransForma-Geschäftsführer Thomas Mahrenholtz: „Viele Betriebe haben wirklich drastische Einbrüche hinzunehmen.“ Entsprechend der halb leeren Auftragsbücher sind viele Unternehmen jetzt schon nicht ausgelastet. 38 Prozent haben derzeit noch deutliche Kapazitäten frei.

Mahrenholtz erläutert die möglichen Auswirkungen „des unglaublich kurzen“ Auftragsbestandes von zwei Monaten: „Die meisten Firmen fahren auftragstechnisch auf Sicht. Wenn der Auftragsbestand abgearbeitet ist und keine neuen Bestellungen hineinkommen, dann gibt es das Risiko einer Entlassungswelle.“ Schließlich böten auch die Umfragewerte beim Auftragseingang keinen Anlass zu größerem Optimismus. Es sei nicht absehbar, dass die Krise schnell überwunden werde, so Mahrenholtz.

35 Prozent der Betriebe planen Kurzarbeit

Dennoch ringen die Unternehmensberater von TFSG der Studie auch noch ein paar positive Aspekte ab. So sei die Wirtschaftsregion neben den großen Spielern wie BHW, Volvo, Reintjes, Lenze, Aerzener Maschinenfabrik und Wesergold vor allem durch kleinere Unternehmen geprägt, „die sehr manövrierfähig sind und so ihren Standort in der Region nicht gefährden“, wie Mahrenholtz es ausdrückt. Ein Indikator dafür ist, dass 37 Prozent der Firmen derzeit voll ausgelastet sind. Mahrenholtz: „Ein Indiz dafür, dass viele Betriebe ihre Kapazitäten und damit auch die Zahl der Arbeitsplätze dem Markt bereits angepasst und nach unten korrigiert haben.“ Unter langfristigen Aspekten sehen die Macher der Studie darin sogar einen grundsätzlichen Vorteil: „Die Unternehmen manövrieren schnell, reagieren fix und bleiben dadurch lebensfähig.“ Mahrenholtz geht in der Deutung sogar noch einen Schritt weiter: „Es ist geradezu ein Vorteil dieser Region, dass wir nicht von einem großen Unternehmen abhängig sind.“

Nichtsdestotrotz stehe aber auch die mittelständisch geprägte Firmenlandschaft in der Region vor der bangen Frage: Wann erholt sich die Konjunktur weltweit und damit auch im Weserbergland? In der Studie hat die Medaille zwei Seiten: Zwar sagen 89 Prozent der befragten Unternehmer, dass sie Entlassungen vermeiden wollen. Das sagt aber noch nichts darüber aus, ob dies auch gelingen wird. Und schließlich wissen bereits elf Prozent der Firmen, dass sie Entlassungen planen. Weitere 35 Prozent planen Kurzarbeit, die jedoch nicht ewig aufrechtzuerhalten ist und schnell in weitere Entlassungen münden kann. Das Fazit des regionalen Wirtschaftsbarometers: Die Lage ist nicht hoffnungslos, aber ernst.

Eine Prognose für die Zukunft ist schwierig, deshalb sind die Faktoren Angst und Psychologie nicht außer Acht zu lassen.



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