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Öffentlicher Dienst bei jungen Menschen gefragt / Stadt hat alle Ausbildungsplätze besetzt

Immer mehr junge Menschen wollen im Staatsdienst arbeiten

HAMELN. Die Ergebnisse einer Studie müssten bei den öffentlichen Verwaltungen der Stadt und des Landkreises wahre Freudensprünge hervorrufen: Immer mehr junge Menschen wollen im Staatsdienst arbeiten. Vor allem Juristen und Geisteswissenschaftler zieht es laut Untersuchung in öffentliche Verwaltungen. Die Job-Aussichten in den Verwaltungen sind aktuell so gut wie nie.

veröffentlicht am 01.08.2018 um 18:36 Uhr

Bei der Hamelner Stadtverwaltung, die in der Vergangenheit immer wieder beklagt hat, keine oder zu wenige Bewerber zu bekommen, sind alle Ausbildungsplätze zum 1. August besetzt worden. Foto: pixbay
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Mehr als 40 Prozent der befragten Studenten halten mittlerweile einen Arbeitsplatz im Öffentlichen Dienst für attraktiv. Das ergab die „Studentenstudie 2018“ des Beratungsunternehmens Ernst Young.

Bekannt ist, dass sich auch die großen öffentlichen Verwaltungen in Stadt und Umland mit dem Thema Personalmangel befassen. Grund: Der sogenannte Baby-Boomer-Jahrgang geht in absehbarer Zeit in Ruhestand. Die Kreisverwaltung zum Beispiel rechnete erst kürzlich aus, dass sich bis zum Jahr 2035 rund 650 Mitarbeiter verabschiedet werden. Die Job-Aussichten in den Verwaltungen sind aktuell so gut wie nie – und inzwischen treten die Verwaltung auch bei der Auszubildendensuche in Konkurrenz zur privaten Wirtschaft.

Bei der Hamelner Stadtverwaltung, die in der Vergangenheit immer wieder beklagt hat, keine oder zu wenige Bewerber zu bekommen, sind zumindest alle Ausbildungsplätze zum 1. August besetzt worden, wie Thomas Wahmes mitteilt. Dass immer mehr Studenten an die Stadt herantreten würden, kann der Stadtsprecher bestätigen, wenngleich es nicht immer Uni-Absolventen seien. Aber: „Wir haben schon mehrfach Bewerber gehabt, die sich nach einem abgebrochenen Studium neu orientieren“, sagt Wahmes. Beim Landkreis Hameln-Pyrmont wird für dieses Jahr aktuell noch ein Auszubildender als Hygienekontrolleur gesucht. Zu besetzen ist die Stelle jedoch erst zum 1. Dezember. Wer eine Ausbildung in den Bereichen Abwassertechnik, Bäderbetriebe oder Mediendienste sucht, könnte bei den Kommunen im Kreisgebiet fündig werden. Informationen dazu gibt es auf der Ausbildungsseite der Kommunen unter www.be-ha-py.de.

Branchenübergreifend sieht es im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont nicht so schlecht aus für junge Menschen, die eine Ausbildung starten wollen. Die Agentur für Arbeit teilt mit, dass im Kreisgebiet zum Stichtag 12. Juli noch 439 Ausbildungsplätze zu vergeben waren. Demgegenüber waren 330 Bewerber bei der Agentur gemeldet, die noch keine Ausbildungsstätte gefunden hatten. „In den Wochen rund um den Ausbildungsbeginn sinken diese Zahlen aber noch erheblich“, sagt Agentursprecherin Christina Rasokat.

Allgemein sei auf dem heimischen Ausbildungsmarkt jedoch zu erkennen, dass die Zahl derjenigen unter den Ausbildungssuchenden, die sich letztendlich für eine weiterführende Schule oder ein Studium entscheiden, deutlich gestiegen ist, heißt es seitens der Agentur.

Diese Entwicklung ist bundesweit spürbar: Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) bleiben in mehr als jedem dritten Betrieb Ausbildungsplätze unbesetzt, fast jede zehnte Firma bekomme überhaupt keine Bewerbung.



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