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Kinderschutzbund Hameln wird 40

Immer im Blick: das Beste für die Kleinen

Hameln. Die Geschichte, die sie erzählt, erschüttert. Es ist der Moment, der Hannelore Hoffmann in all ihren aktiven Jahren nach eigenem Bekunden am meisten bewegt hat: der Suizid eines zehnjährigen Schülers, der große Probleme im Elternhaus und in der Schule hatte. „Einen Tag nach seinem Tod sollte ein Beratungsgespräch stattfinden“, erinnert sich die 78-Jährige. Sie wurde jetzt als „Kinderschützerin der ersten Stunde“ für ihr langjähriges Engagement im Ortsverband Hameln mit der Ehrennadel des Deutschen Kinderschutzbundes ausgezeichnet. „Die Arbeit des Kinderschutzbunds kann zwar nicht alle Probleme beseitigen, sie bringt aber ein klein wenig Sonnenschein in das Leben vieler Menschen“, betonte Hannelore Hoffmann.

veröffentlicht am 28.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

von christiane stolte
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Der Rahmen, in dem die Ehrung stattfand, war ein besonderer: Der Ortsverband Hameln feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen und war aus diesem Grund Gastgeber für den Landesverband. Er hielt seine Jahreshauptversammlung in Hameln im Hefehof ab, als Zeichen der Wertschätzung der Hamelner Aktiven.

Die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Erwachsenen von morgen. Durch frühzeitiges Einbinden in soziale Themen wird ihr Sinn für ein respektvolles Miteinander geschärft – so die Position von Johannes Schmidt, Vorsitzender des Kinderschutzbundes Niedersachsen. „Bereits im Kindesalter sollte ihnen Gelegenheit zur Mitsprache gegeben werden“, sagte Schmidt vor den Mitgliedern des Landesverbands Niedersachsens.

Der Kinderschutzbund sei ein ideales Forum für Kinder und Jugendliche, die sich in die Gesellschaft einbringen möchten. Wie aber gelingt es, sie zu gewinnen? „Sie müssen dort abgeholt werden, wo sie stehen“, betonte Thomas Becker vom Caritasverband. Der Referent appellierte, Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen und sich mit ihren Verhaltensweisen auseinanderzusetzen, statt sie grundsätzlich abzulehnen und schlechtzureden.

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Mit verschiedenen Aktionen und Angeboten will der Kinderschutzbund junge Leute gewinnen, die sich gemeinsam mit den Erwachsenen für die Rechte der Kinder und Jugendlichen einsetzen. „Ihre Ideen sind gefragt“, sagte Schmidt. Die Erwachsenen müssten lernen, sie zuzulassen. Das sei in Zeiten des demografischen Wandels wichtiger denn je. Egal, welcher Nationalität oder welcher Gesellschaft die Kinder und Jugendlichen angehören – jeder sei willkommen im Kinderschutzbund. „Wir sind da für alle“, appellierte Schmidt. Es erfolge keine Trennung in „heile Welt“ oder „Brennpunkt“. Miteinander soll eine bessere Welt für Kinder und Jugendliche geschaffen werden. Jeder soll die Möglichkeit erhalten, sich gleichberechtigt in die Gesellschaft einzubringen – gelebte Inklusion im Kinderschutzbund. Auch der Ortsverband Hameln setzt auf die Mitwirkung junger Leute. „Eine gute Gelegenheit, uns kennenzulernen, ist unser Sommerfest am 27. Juni im Bürgergarten, macht die Vorsitzende Elisabeth Beerbom-Schönig auf den für den Verband wichtigen Termin aufmerksam.

Gegründet wurde der Ortsverband Hameln 1974 von Hannelore Hoffmann und weiteren Frauen und Männern. Die ersten Wurzeln hatte Pastor Burkhard Henke bereits 1965 mit einer „Anlaufstelle“ für Kinder und Eltern gelegt, deren Vorsitz Hannelore Hoffmann innehatte. Von 1981 bis 2002 war der Ortsverband in einem Kellerraum einer Villa am Ostertorwall 38 untergebracht. Das heutige Domizil ist eingerichtet in der dritten Etage im Haus 50 an der Fischbecker Straße. Zu den Angeboten des Ortsverbands, der eine Lobby für Kinder und ihre Familien ist, gehören die Kinderkrippe „Kükennest“, die Beratungsstelle „Sexueller Missbrauch und Gewalt“, die Schülerhilfe „Schüler helfen Schülern“, der „Malort“, das Kursangebot „Starke Eltern – Starke Kinder“ und das Projekt „Hamelner Kreidetafel“. All diese Projekte zum Schutz der Kinder und Stärkung der Familien gab es vor 40 Jahren noch nicht, als Hannelore Hoffmann den Kinderschutzbund in Hameln auf den Weg brachte. Neben ihr wurde auch Karin Berenguel vom Ortsverband Hildesheim mit der Ehrennadel ausgezeichnet. „Ein Thema, das mich sehr bewegt, ist die Abschiebungspolitik“, betonte das Vorstandsmitglied.

Beim Umzug mit dem Rattenfänger unter dem Motto „Trommeln für die Kinderechte“ im Jahr 2009 war auch der Deutsche Kinderschutzbund Ortsverband Hameln dabei.pr



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