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Mediziner warnt vor künstlichen Nägeln / Unter ihnen können Bakterien und Pilzen wachsen

Im Zweifel heißt es: Finger weg

Angelika H. (37) aus Hameln fragt: Meine Freundin trägt seit längerem künstliche Fingernägel. Sie will mich nun dazu überreden, auf diese Art und Weise auch meine Nägel zu stylen. Aber ist das nicht auch gefährlich und kann es sogar zu gesundheitlichen Problemen führen? Ich meine, darüber mal etwas gelesen zu haben, aber wie sieht die fachliche Seite aus?

veröffentlicht am 03.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 08:21 Uhr

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Dr. med. Werner G. Gehring antwortet: Man sieht sie häufiger, die Nagelstudios, in denen Fingernägel gestylt, designt und künstlich verstärkt werden. Immer mehr Frauen greifen bei ihrem Nageldesign auf professionelle Hilfe zurück, um den natürlichen Nagel durch einen künstlichen Acryl-Nagel zu ergänzen und damit zu verschönern. Doch die wenigsten Kundinnen und Trägerinnen künstlicher Nägel sind sich bewusst, wie gesundheitsschädigend die Nagelverstärkungen sein können. Die vormodellierten Kunststoffnägel, die lediglich auf die natürlichen Nägel aufgeklebt werden, bieten unter ihrer Oberfläche einen idealen „Wohnraum“ für unerwünschte Bakterien und Pilze.

Untersuchungen bei entsprechenden Nagelstudio-Kundinnen haben ergeben, dass plötzlich auftretende krankhafte Veränderungen der Fingernägel bei mehr als 80 Prozent der Betroffenen auf die Ansiedlung von Bakterien zurückgeführt werden konnten. Bei beinahe allen Patientinnen hatten sich zudem Pilze in den Zwischenräumen von natürlichem und künstlichem Nagel angesiedelt.

Ursache für das hohe Aufkommen der unerwünschten Krankheitserreger ist die Tatsache, dass der künstliche Plastiknagel den natürlichen Nagel derart abdichtet, dass kein Sauerstoff mehr an ihn herankommen kann. Auf diese Weise entstehen dort feuchtwarme und sauerstoffarme Bedingungen, die den natürlichen Nagel brüchig und entzündungsanfällig machen. Diese mögliche unerwünschte Reaktion auf künstliche Fingernägel lässt vermuten, weshalb Arbeitnehmerinnen in medizinischen Berufen oder solchen Berufen, in denen die Hygiene besonders wichtig ist, keine Kunstnägel tragen dürfen.

Die wenigsten Trägerinnen künstlicher Nägel sind sich bewusst, wie gesundheitsschädigend die Nagelverstärkungen sein können.

Nagelstudios dienen außerdem nicht selten als Überträger von Nagelpilz, sobald die hygienischen Bedingungen dort unzureichend sind. Weitere Formen von Nagelentzündungen sind programmiert, wenn der künstliche Nagel zu stark ins ohnehin schon sehr empfindliche Nagelbett der Kundin eingebettet wird. Manche Frauen mit künstlichen Nägeln reagieren auf die Materialien, die zur Erstellung der Nagel-Minikunstwerke eingesetzt werden, allergisch. Zu den auslösenden Stoffen können beispielsweise Acrylate oder Methacrylsäure sowie sogenannte Monomere gehören. Man geht davon aus, dass beim Einsatz von säurefreiem Gel bei einer Gel-Modellierung und bei dem entsprechenden Einsatz von Fiberglas oder Seide seltener Allergien ausgelöst werden. Die Kundinnen sollten zudem wissen, dass mögliche allergische Reaktionen nicht nur an den Fingern, sondern auch im Gesicht oder anderen Körperregionen, die häufig berührt werden, auftreten können.

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Dr. Werner G. Gehring ist Arzt und lebt in Bad Münder.



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