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Sparkasse Weserbergland spendet 10 000 Euro für Umbau

Im Senior Schläger Haus finden Obdachlose bald Hilfe

Hameln (ni). „Trinkgelage im Garten wird es nicht geben“ und lautstarke Auseinandersetzungen im Haus auch nicht. Hans Jürgen Krauß sagt das nicht nur mit Blick auf die eindeutigen Regeln, die demnächst im „Senior Schläger Haus“ gelten werden, sondern auch an die Adresse jener Bürger, die der Eröffnung einer Herberge für die Ärmsten unter den Armen in ihrer Nachbarschaft mit gemischten Gefühlen entgegensehen.

veröffentlicht am 01.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 14:41 Uhr

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Der Vorsitzende des Hamelner Vereins Obdachlosenhilfe hat zurzeit noch die Schlüsselgewalt über das Haus am Ostertorwall/Ecke Mühlenstraße. Im September, „spätestens Anfang Oktober“ will er sie abgeben. Bis dahin soll die ehemalige Zahnarztpraxis mit darüber liegender Privatwohnung zur Anlaufstelle für wohnungslose Menschen umgebaut sein.

Das Gebäude ist in so gutem Zustand, „dass wir außen gar nichts machen müssen und im Inneren nur das, was für eine solche Einrichtung notwendig ist“, sagt Krauss. Wie zum Beispiel der Einbau von Schließfächern, die groß genug sind, um einen Rucksack darin verstauen zu können. Die künftigen Besucher, weiß Krauss, „sind besorgt, dass sie um das Wenige, das sie haben, beklaut werden“. Das Erdgeschoss des Hauses ist für einen betreuten Tagestreff vorgesehen. Neben Duschen und WCs gehöre eine Küche dazu, „damit die Leute wieder lernen, sich selbst zu versorgen und ihren Tag zu strukturieren“. Und ein Arztzimmer – „für die vielen, die zu große Hemmungen haben, eine Praxis zu betreten“, auch wenn es ihnen gesundheitlich miserabel gehe, so Krauss. Ein Hamelner Mediziner, der seine Zulassung aus Altersgründen zurückgebe, habe dem Verein bereits seine Hilfe angeboten. Er werde im Senior-Schläger- Haus Sprechstunden anbieten.

In die erste Etage zieht die von der Diakonie getragenen Beratungsstelle für Wohnungslose (Ambulante Hilfe) ein; in den Räumen im Obergeschoss schließlich werden acht Übernachtungsplätze für Obdachlose eingerichtet. Sich selbst überlassen bleiben auch die Schlafgäste nicht. Eine 24-Stunden-Betreuung gehört genauso zum Konzept der Einrichtung wie striktes Alkoholverbot in allen Räumen – inklusive Garten.

Große Sprünge bei der Ausstattung des Hauses erlaubt das schmale Budget des Vereins nicht. Umso willkommener sind Spenden, wie jetzt die der Sparkasse Weserbergland. Sie unterstützt das Projekt mit 10 000 Euro, die Vorstandschef Friedrich-Wilhelm Kaup gestern übergab.



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