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Noch eineinhalb Stunden bis Ladenschluss – wie geht es den Verkäufern?

Im Rausch des langen Samstags

Hameln. Es ist kurz nach 20 Uhr: Die Geschäfte der Innenstadt schließen, Kunden werden verabschiedet, Ladentüren gesichert. Anders in der Stadt-Galerie. Wie an den drei vorherigen haben die Geschäfte dort auch an diesem Adventssamstag bis 22 Uhr geöffnet. Ein besonderer – schließlich ist es der letzte vor Heiligabend. Wie ergeht es da den Verkäufern? Wie erleben sie den Trubel, während Kollegen, die außerhalb der Stadt-Galerie arbeiten, schon den wohlverdienten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken?

veröffentlicht am 22.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:41 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller
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20.30Uhr: Buchhandlung Thalia. Viele Kunden stöbern zwischen Büchern und Geschenkartikeln. Wortfetzen wie „Das könnte doch was sein“ oder „Vielleicht für deine Schwester?“ fliegen von hier nach dort. An der Verpack-Station stehen Kunden und warten seelenruhig. Den Eindruck, dass die Kunden heute kaum gestresst sind, hat auch Stefan Lamberti von Thalia. „Es war einer der besten Samstage bisher, und die Leute waren wirklich entspannt.“ Rein rechnerisch, so Lamberti, sei der dritte Samstag der beste, in diesem Jahr sei es aber scheinbar der vierte. „Wenn wir die letzte halbe Stunde bis 22 Uhr nichts mehr zu tun haben, nutzen wir das, um hier wieder aufzuräumen.“

20.45Uhr: Depot. Es glitzert und funkelt im Dekorationsgeschäft in der oberen Etage – hier ist Weihnachten hoch zehn. Etwa 40 Kunden tummeln sich zwischen Christbaumkugeln, Girlanden und Kunstschnee. „Es ist voll“, stellt Verkäuferin Vanessa Ney fest. Dass es an diesem Samstag voller ist, als an den vorherigen, kann sie nicht bestätigen, es sei immer voll. „Die Leute sind aber entspannt, außer, wir haben etwas gerade nicht da. Dann werden sie wirklich schnell genervt.“

20.50Uhr: Ein Süßwarengeschäft. „Wir hatten heute wieder gut zu tun“, sagt die Verkäuferin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Im Vergleich zum ersten langen Samstag des Monats sei dieser deutlich verkaufsstärker und voller. „Wir hatten uns aber darauf eingestellt.“ Die Kunden seien heute merklich gestresster gewesen. „Aber natürlich sind auch immer viele nette dabei.“

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Vanessa Ney (v. li.), Samantha Sladovic und Jasmine Gawel.

21.00Uhr: Nanu Nana. Geschenkpapierberge neben Weihnachtskugeltürmen, bunte Grußkarten, meterweise Geschenkband – und Kunden in Mengen. Den Massenandrang bestätigen die Verkäuferinnen Natascha Künzel und Petra Susan Schuette. „Besonders der erste Samstag hat sich gelohnt und heute natürlich auch.“ Der Kundenansturm komme in Wellen: „Ab 9.30 Uhr geht es los, ab 20 Uhr wird es wieder weniger und dann schwankt es“, sagt Künzel. Trotz teils stressiger Stunden mache die Arbeit viel Spaß. „Es ist ja schön, wenn man viel zu tun hat“, resümiert das Verkaufs-Duo. Was sie allerdings nach dem Weihnachtsgeschäft nicht mehr hören können: „Schöne Feiertage.“ Künzel schaut in die Kasse: 662 Kunden hat sie heute bedient, rund 662 Mal „Schöne Feiertage“ gewünscht. Die Weihnachtsstimmung sei ihr vergangen.

21.15Uhr: Douglas. So langsam lassen die Kundenströme nach, im Untergeschoss singt ein Chor Weihnachtslieder. In der Parfümerie ist nur wenig los, die Verkäuferinnen und sogar ein Engel stehen jedoch lächelnd bereit. „Heute war es wirklich rappelvoll“, weiß Verkäuferin Christina Emme. Sogar die Kunden hätten darüber geklagt. „Wir lassen uns davon aber keinesfalls runterziehen, es ist doch schön, wenn man etwas zu tun hat.“ Dann vergehe auch die Zeit bis Ladenschluss schnell. Sätze, die Emme nach diesen Wochen nicht mehr hören kann: „Haben Sie das auch im Angebot?“ und „Da gucke ich aber nochmal im Internet.“

21.45Uhr: Juwelier Christ. Kurz vor Ladenschluss, in den Gängen tummeln sich noch Shopping-Wütige, doch es ist bereits deutlich leerer. Bei Christ wird schon das Geld gezählt, der Feierabend ist nah. „Heute war es wirklich sehr voll und anstrengend“, gibt Bärbel Hackbarth zu. Die Kundschaft sei in diesem Jahr nicht so kauffreudig, kostspielige Geschenke würden kaum gekauft. „Im Diamantbereich ist es wirklich weniger“, so Hackbarth. Dass es auf Weihnachten zugeht, merke man aber durchaus. Dennoch: Die Öffnungszeiten so auszuweiten, sieht Hackbarth kritisch. „Bis 21 Uhr würde auch reichen. Zudem ist am 28. Dezember ja schon wieder ein verkaufsoffener Sonntag. Das muss nicht sein.“ Und auch dann wird sie diesen einen Satz, der seit Wochen tagein, tagaus in ihren Ohren klingt, wohl wieder häufig hören: „Ich schau’ nur mal …“

Je später der Abend, desto leerer die Etagen – doch tagsüber war der Andrang in der Stadt-Galerie am letzten Adventssamstag enorm.

sak



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