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Nach den Ferien gibt es wieder mundartlichen Unterricht an der Grundschule Tündern

„Ik frei mek, dat ik plattdüütsch lern“

Tündern. Wer meint, Plattdeutsch sei nur etwas für die älteren, nostalgisch angehauchten Mitmenschen, wird in der Grundschule Tündern eines Besseren belehrt. Dort existiert seit wenigen Monaten eine Arbeitsgemeinschaft, in der zwölf Kinder der 4. Klasse nach den Ferien wieder in „Platt“ unterrichtet werden. Sie haben sich freiwillig gemeldet, als die Schulleiterin Marion Breimann im August die Gründung der AG anregte. „Das Interesse war riesig. Ursprünglich wollten sogar 25 Jungen und Mädchen mitmachen“, so die Lehrerin. Die Drittklässler mussten auf das nächste Schuljahr vertröstet werden, damit die Anzahl der Lernenden überschaubar blieb.

veröffentlicht am 27.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 09:41 Uhr

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Autor:

hans-Jürgen Müller
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Auf der Suche nach geeigneten Lehrkräften ist Marion Breimann „vor Ort“ fündig geworden: Ingrid Stoffregen und Hella Spraktis sind erfahrene „Platt-Snackerinnen“ und im Verein für Heimatpflege und Grenzbeziehung „Tundirum“ für die Pflege und Weitervermittlung der alten Mundart zuständig. Sie sorgen schon seit einigen Jahren dafür, dass Jungen und Mädchen im Dorf bei unterschiedlichen Anlässen Auftritte auf Platt haben: bei Theaterstücken und Veranstaltungen des Heimatvereins, bei Weihnachtsfeiern und bei plattdeutschen Gottesdiensten in der Kirche. „Das war bestimmt für manche Kinder ein Anstoß, sich für die AG in der Schule zu melden“ sagt Ingrid Stoffregen, die, wie auch Hella Spraktis. Ein gewisses „Rüstzeug“ für den Unterricht erwarben sich beide in Kursen der Katholischen Akademie Stapelfeld für ehrenamtliche Plattdeutsch-Lehrerinnen und -Lehrer. „Für unsere Zwecke genügt das“, meint die engagierte Frau: „Wir vergeben ja keine Zensuren, sondern wollen den Kindern lediglich die Freude an der plattdeutschen Sprache nahebringen.“

Ohne das Lernen von Vokabeln geht das natürlich nicht, aber mittlerweile wird auch das freie Sprechen geübt. Die Kommunikation im Klassenzimmer läuft dann so ab: „Gouen Dag, wi geiht di dat ?“ - „Och, vorn Dage geiht et mek nich so gouht.“ Meistens überwiegt aber das Positive: „Ik frei mek, dat ik plattdüütsch lern!“



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