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Nur Stammzellenspende kann Annika retten / Freunde appellieren: „Mitempfinden allein reicht nicht“

Ihr Traum: Eine Tour durch ganz Europa

Hameln-Pyrmont. Für Familie und Freunde ist es ein entscheidender Tag. Ein Tag, der über Leben und Tod entscheiden kann: Am Samstag, 13. April, findet eine Typisierungsaktion statt, um einen passenden Stammzellenspender für die 20-jährige Annika zu finden, die an Leukämie erkrankt ist. Nur eine Spende kann ihr Leben noch retten.

veröffentlicht am 05.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 07:41 Uhr

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Die Vorbereitungen für die Typisierungsaktion laufen auf Hochtouren, heißt es vonseiten der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die die Aktion organisiert. Ebenso wie Annikas Familie und Freunde hoffe man, dass viele an der Aktion teilnehmen werden. Schließlich geht es darum, einer jungen Frau aus der Region, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben sollte, ein Weiterleben zu ermöglichen.

Annika ist die Drittälteste von vier Kindern. Nachdem ihre Erkrankung während eines Schüleraufenthaltes in Bolivien diagnostiziert wurde, ist ihr junges Leben von der Krankheit geprägt. Ihre Familie und auch ihre beste Freundin Johanna weichen seitdem nicht mehr von ihrer Seite. „Annika ist eher ein stiller Mensch, der nicht gerne im Mittelpunkt steht“, sagt Johanna. In der Familie und unter engen Freunden blühe sie jedoch auf und sei sehr humorvoll. „Sie liebt es, Leute zu parodieren. Da hat sie echtes Talent.“ Und Annikas Mutter verrät: „Als Annika klein war, war sie ein klassisches Dorfkind.“ Sie habe es geliebt, draußen herumzustromern, vor allem die Forellen im Bach hätten es ihr damals angetan. „Hausaufgaben hat sie wie jedes normale Kind gemieden. Erst kürzlich hat sie mir gestanden, dass sie häufiger absichtlich ihre Schultasche draußen vergaß, um bei der Hausaufgabenkontrolle einen Grund zu haben, die Klasse zu verlassen.“ Die Mutter schmunzelt. Sie ist selbst Lehrerin.

Schöne Erinnerungen gibt es viele, an gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen, an einfache wie schwerere Momente. Doch jetzt soll es um die Zukunft gehen. Jetzt werden alle Kräfte benötigt, um die Leukämie zu besiegen. Und das ist für alle nicht immer leicht. So war es Johanna, die Annika kürzlich half, ihre Haare anzurasieren. Sie habe nicht gewollt, dass ihr die Haare langsam und büschelweise ausfallen und sich daher mutig für das Abrasieren entschieden. „Das war ein echter Vertrauensbeweis und nicht einfach für mich“, sagt Johanna.

Jetzt hoffen alle Menschen, die ihr nahestehen, möglichst schnell einen passenden Spender zu finden. „Annika ist stark. Sie will leben und wir kämpfen für sie. Aber um einen passenden Spender zu finden, brauchen wir die Hilfe der Bevölkerung“, sagt Annikas Schwester Alina. Sie erzählt, dass es Annikas großer Traum sei, einmal mit dem Motorrad durch Europa zu fahren. Ein Wunsch, der im Moment in weiter Ferne liegt. Erfüllt werden kann er jedoch nur, wenn Annika jetzt geholfen werden kann. „Wir sollten aber alles tun, dass ihr Traum irgendwann wahr werden kann“, sagt Stephanie Wieneke. Sie ist eine Freundin der Familie, die die Aktion in Hameln maßgeblich mitorganisiert. Eindrücklich macht sie klar: „Mitempfinden allein reicht hier nicht.“ Mitgefühl allein wird Annika nicht retten. Sie braucht ganz konkrete Hilfe – eine Stammzellenspende.

Sich typisieren und registrieren zu lassen, dauert nur wenige Minuten und ist für die Freiwilligen kostenlos. „Für Sie ist es nur ein kleiner Moment, für Annika ist es eine Frage des Überlebens“, sagt Stephanie Wieneke.

Als Stammzellenspender registrieren lassen kann sich jeder zwischen 17 und 55 Jahren, der in guter gesundheitlicher Verfassung ist. Zwar ist die Typisierung für die Freiwilligen gratis, sie kostet die DKMS jedoch viel Geld. Die gemeinnützige Organisation hofft deshalb auf finanzielle Unterstützung für die Aktion. Erfahrungsgemäß sei von mindestens 1500 Teilnehmern auszugehen; das würde allein an Laborkosten rund 75 000 Euro bedeuten. Bislang seien 12 022 Euro an Spenden bei der DKMS eingegangen, heißt es. Hinzu kommen 1700 Euro aus der Hundertwasser-Ausstellung; die Organisatoren hatten alle Eintrittsgelder vom Ostersonntag inklusive weiterer Spenden der Aktion zur Verfügung gestellt. 2000 Euro schießt die heimische Hilfsorganisation Interhelp zu. Die Organisation wird für die Typisierungs-Aktion nicht nur ehrenamtliche Rettungsassistenten und Rettungssanitäter stellen, sondern übernimmt für die ersten 40 Spender die Typisierungskosten.

Die Typisierungsaktion findet statt am Samstag, 13. April, von 10 bis 16 Uhr in der Wilhelm-Raabe-Schule, Königstraße 71 in Hameln.

Spenden an die DKMS: Konto 659283000 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen, BLZ 254 621 60.red/ch



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