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Schülerarbeiten zu Zuchthausopfern

Ideen für das Gräberfeld

Hameln. Historische Forschung hat am Albert-Einstein-Gymnasium einen hohen Stellenwert. Das zeigte sich bei der Eröffnung der Ausstellung „Unbeweint begraben“ mit Schülerentwürfen zur Gestaltung des Gräberfeldes C I, des Begräbnisortes der Toten des Zuchthauses Hameln auf dem Friedhof Wehl.

veröffentlicht am 15.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:21 Uhr

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Neben Vertretern der Stadt, des Landkreises, des Innenministeriums und von verschiedenen Verbänden nutzten zahlreiche Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, die vielschichtigen Entwürfe in der Pausenhalle in Augenschein zu nehmen.

Bernhard Gelderblom, ehemaliger Geschichtslehrer, der sich überregional einen Namen als Experte für die Historie Hamelns gemacht hat, stellte dort seine neue Dokumentation „Die vergessenen NS-Opfer des Zuchthauses Hameln“ vor. Auszüge aus dieser Veröffentlichung finden sich in großformatigen Bildern und Texten auf Stellwänden, die die Schülerarbeiten ergänzend einrahmen.

Schulleiter Wolfgang Weber hob die Rolle Gelderbloms, der 2004 erstmals die komplexe Geschichte des Hamelner Gefängnisses dargestellt hatte, hervor, und betonte, wie bedeutsam und gewinnbringend fachübergreifende Projekt- und Seminarfacharbeiteen am AEG sind. Die Ausstellung gehört zu einem Projekt des Vereins für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln e.V. mit dem Titel „Bürger aus den Benelux-Staaten als NS-Verfolgte im Zuchthaus Hameln 1942-1945“. Dieses Projekt wird durch das EU-Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ und die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten unterstützt. Im November sorgte bereits der Besuch Piet Mathijsens, eines ehemaligen Insassen des Hamelner Zuchthauses, für Schlagzeilen. Jener Besuch war von der Weltpremiere eines Dokumentarfilms über das Schicksal des Niederländers begleitet worden.

2 Bilder

Als sich im Zuchthaus Hameln seit 1944 die Lebensbedingungen der Häftlinge immer mehr verschlechterten, stieg die Zahl der Toten steil an. Im Sommer 1944 beschloss die Friedhofsverwaltung, für die Toten des Zuchthauses ein gesondertes Gräberfeld anzulegen. Von Dezember 1944 bis Juni 1945 wurden hier insgesamt 180 Tote bestattet, ohne Sarg und nicht selten zu zweit in einem Grab. „Unbeweint begraben waren und sind diese Toten“, kommentierte Gelderblom. „In den 1950er Jahren kam es zu Umbettungen. In Unkenntnis der Tatsache, dass auf dem Feld C I Personen liegen, die unter den Schutz des Kriegsgräbergesetzes fallen, also dauerndes Ruherecht genießen, ließ die Stadt das Gräberfeld 1976 einebnen.“ Seitdem verwilderte es.

Im Jahr 2005 erforschten dann Schüler eines Leistungskurses die Geschichte des Gräberfeldes und machten, unterstützt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, es durch eine Tafel kenntlich. 2006 richteten Jugendliche im Rahmen eines internationalen Jugendlagers die verwilderte Fläche wieder her.

Seit Beginn des Schuljahres 2013/14 haben sich Schülerinnen und Schüler des Seminarfaches Kunst zum Thema „Bilder im Blick“ im Jahrgang 12 mit ihrem Lehrer Gunnar Schwandt der Aufgabe gestellt, das Gräberfeld künstlerisch zu gestalten, um es zu einem Gedenkort zu machen.cowi

„Wir hoffen, dass das Ergebnis unserer Arbeit realisiert und ein würdiges Grabfeld errichtet wird“, sagten die Schülerinnen Nicole Neufeld (li.) und Galina Kaiser. Von Nicole Neufeld stammt der Entwurf mit der Weltkugel (o.). Samantha Hentschke fertigte das untere Modell an.

Wal (2)/cowi



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