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Sinti-Jazz-Musiker Kussi Weiss kommt nach Hameln, spielt Lieder von Django Reinhardt und eigene Kompositionen

„Ich habe nie Notenlesen gelernt“

HAMELN. Der Familie Weiss entstammen einige wichtige Vertreter des Sinti-Jazz: Martin Weiss und Häns‘che Weiss zum Beispiel. Ein weiterer Sinti-Jazzer ist Kussi Weiss aus Hildesheim. Am Samstag, 21. März, tritt der 38-Jährige um 20 Uhr in der Hamelner Sumpfblume auf.

veröffentlicht am 18.03.2015 um 16:18 Uhr
aktualisiert am 19.12.2016 um 13:51 Uhr

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Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Herr Weiss, das „Kussi Weiss Ensemble“ …

Entschuldigen Sie, bitte! Aber das möchte ich gern von vornherein klarstellen: Ich trete zurzeit – anders als angekündigt – gar nicht als „Kussi Weiss Ensemble“ auf.

Sondern?

Mein neuestes Projekt heißt „Kussi Weiss – L‘élèves de Django“, also „die Schüler von Django“. Und mit Django meine ich den großen Sinti-Jazz-Musiker Django Reinhardt. Das heißt, wir spielen in seiner Tradition und seinem Sound.

Heißt das, Sie spielen am Samstag nur seine Lieder?

Größtenteils ja. Aber wir spielen auch ein paar eigene, selbst komponierte Stücke. Eins habe ich zum Beispiel für meine Tochter geschrieben, „For My Mandy.“

Und wer sind „wir“?

Wir sind: Meine Wenigkeit, Kussi Weiss an der Gitarre. Dietmar Osterberg aus Braunschweig am Kontrabass, Tschabo Franzen aus Berlin, ebenfalls an der Gitarre, und der Gitarrist Sascha Weiss aus Hameln. Für ihn ist es also ein Heimspiel (lacht).

Und Sie? Waren Sie schon mal in Hameln?

Ja, klar, schon oft. Ich komme aus Hildesheim und bin in Hameln schon oft aufgetreten: auf dem Weinfest, auf dem Altstadtfest und so weiter. Zusammen mit Sascha und mit dem niederländischen Gitarristen Jimmy Rosenberg. Und Jimmy ist eine richtig große Nummer im Jazz. Diese gemeinsamen Auftritte in Hameln waren deshalb ein richtiger Türöffner für mich. Danach hatten wir mit ihm zusammen viele große Auftritte in Holland.

Und? Wie ist das Hamelner Publikum so?

Es war immer grandios. Ich habe die Menschen immer als sehr herzlich und musikalisch erlebt.

Sie machen Sinti-Jazz. Was ist das überhaupt?

Da wären wir wieder bei Django Reinhardt. Er war Sinto – und Jazz-Musiker. Er hat mit den amerikanischen Jazz-Größen Louis Armstrong und Duke Ellington gespielt. Alle guten Gitarristen orientieren sich an seinem Stil. Wir spielen einfach unseren Jazz, traditionell, so wie wir ihn von den Älteren kennen, Sinti-Jazz eben.

Wie würden Sie Sinti-Jazz beschreiben?

Als temperamentvoll und schnell, als virtuos und brillant. Es ist eine Musik mit Seltenheitswert. Die Musik ist recht melancholisch und mit sehr viel Herz.

Singen Sie auch?

Nein, ich lasse nur meine Gitarre singen (lacht).

Wie sind Sie zur Musik gekommen?

Durch meinen Onkel Moritz Weiss. Der hat mir das Gitarrespielen beigebracht, als ich elf Jahre alt war. Aber Moritz Weiss war nicht nur mein Lehrmeister, sondern auch der von vielen anderen, zum Beispiel von Häns’che Weiss. Aber ich habe nie Notenlesen gelernt, das war alles autodidaktisch, nur nach dem Gehör.

Was erwartet die Besucher Ihres Konzerts am Samstag in der Sumpfblume?

Kurz gesagt: gut interpretierte und virtuose Musikstücke von Django Reinhardt, aber, wie gesagt, auch eigene Sachen. Mit ganz viel Herz!



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