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Gunter Gabriel spielt am Donnerstag in der Spelunke aus seinem neuen Album „Sohn aus dem Volk“

„Ich hab‘ einfach Lust am Live-Spiel“

Bad Pyrmont (ar). Es riecht nach Diesel, Erde und Testosteron: Sänger Gunter Gabriel ist wieder da. Er fährt aber keinen 30-Tonner, sondern einen angejahrten Daimler, und auf dem Weg von Hamburg nach Bielefeld und zurück liegt Bad Pyrmont am Donnerstag an der Strecke.

veröffentlicht am 22.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:21 Uhr

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Seine Frisur ist ein bisschen wie ein ungemachtes Bett, er selbst gut im Futter und gut gelaunt, obwohl zunächst ein wenig hektisch. Eigentlich wollte er schon länger in der Kurstadt mit einem Aufenthalt in der Klinik Dr. Otto Buchinger wieder etwas für Körper, Geist und Seele tun, aber das ZDF und eine Menge Termine für Konzerte machten ihm schließlich einen Strich durch die Rechnung.

Gunter Gabriel ist wieder gefragt wie selten zuvor. Nun muss er seinen Freund Otto Dohse finden, denn die beiden haben sich für zwei Auftritte verabredet, die Gabriel in dessen „Spelunke“ geben will, und da ist vorab noch einiges zu regeln.

Mit Fotografin und Managerin Melanie platzt er ungefragt in Dohses Auftritt im Hotel „Bergkurpark“ hinein, wo dieser den Museumsverein am Keyboard nett unterhält und erst einmal sein „Hey Boss, ich brauch‘ mehr Geld“ ins Mikrofon röhrt. Da wird das Auditorium wach, klatscht und singt mit, er hat seinen Gag. „Ich hab einfach Lust am Live-Spiel“, erzählt er später in Maxes Kneipe, „und ich bin gerne in Bad Pyrmont. Hier in der Gegend kenne ich mich auch aus. Schließlich wohnte mein erster Gitarrenlehrer in Unsen.“ Und eigentlich ist er ja auch ein waschechter Ostwestfale. Geboren wurde er in Bünde als Sohn eines Schrankenwärters, dann folgten Schulabbruch, Schlosserlehre bei der Großwerft Howaldtswerke in Hamburg, vier Ehen und vier Kinder, aber auch eine Karriere, die es in sich hatte. „Ich hab ’ne Menge verbrannte Erde hinterlassen“, bekennt er.

Depressionen, finanzieller Ruin, dem Tod von der Schippe gesprungen, nichts hat er ausgelassen. „Aber ich bin immer wiedergekommen –, weil ich ganz einfach immer mit dem Arsch am Wackeln war.“ Benefiz-Konzerte für die Erdbebenopfer in Haiti, ein Auftritt in der Jugendarrest-Anstalt Bottrop, da bewegt er sich auf den Spuren seines Vorbildes Johnny Cash. Deutsche Country-Songs mit Diesel-Flair sind sein Metier, und davon hat er für sich und andere eine Menge geschrieben, viele auch aus dem Englischen übersetzt.

Sein neues Album „Sohn aus dem Volk“ wird das Urgestein in Otto Dohses „Spelunke“ bei Konzerten am 27. November und 11. Dezember natürlich ebenfalls präsentieren. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, der Eintritt kostet neun Euro, und Karten gibt es vorab unter der Nummer 8505.

Freunde Arm in Arm: Gunter Gabriel mit Otto Dohse im Hotel „Bergkurpark“.

Foto: ar

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