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Ortsrat Klein Berkel verärgert über eingeschränkte Grünpflege / Antrag auf Urnengemeinschaftsgräber

„Ich fühle mich schon wie in Sibirien“

Klein Berkel. Wird den Bewohnern von Klein Berkel künftig das Recht eingeräumt, ihre Verstorbenen in Urnengemeinschaftsgräbern einzusetzen? Bislang verbietet dies die Friedhofssatzung, wie Fachbereichsleiter Ralf Wilde vor kurzem bei der Ortsratssitzung von Klein Berkel erklärte, nachdem Hans-Wilhelm Güsgen (FDP) einen entsprechenden Antrag gestellt hatte. Nach einiger Diskussion einigte sich das Gremium darauf, den Antrag vom zuständigen Fachausschuss des Rates prüfen zu lassen. Vor allem Daniel Schimanski (CDU) wandte sich dagegen, dem Antrag ohne Prüfung des Fachausschusses auf seine Folgewirkungen für die Bestattungsgebühren zuzustimmen. „Wir müssen erst wissen, welche Auswirkungen das hat“, betonte Schimanski. Wilde hatte zuvor deutlich gemacht, dass den Ortsteilen das Recht auf Urnengemeinschaftsgräber bislang versagt worden sei, weil die Stadt die Pflege dieser Grabstellen übernommen habe und dann die Kosten steigen würden. Wilde: „Wenn das in Klein Berkel genehmigt wird, werden das auch die anderen Ortsteile beanspruchen.“ Letztendlich stimmte der Ortsrat dem von Kurt Meyer-Bergmann (SPD) umformulierten Antrag auf Prüfung durch den Fachausschuss einstimmig zu.

veröffentlicht am 19.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:21 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Eine in Teilen kontroverse Debatte hatte es zuvor darüber gegeben, dass sich die dem städtischen Betriebshof auferlegten Sparmaßnahmen mittlerweile negativ auf das Bild der Grünflächen in den Ortsteilen auswirken. „Wir müssen den Aufwand des Betriebshofes seit diesem Jahr bis 2017 jährlich um 100 000 Euro senken“, berichtete Wilde. Das habe zu erheblichen Auswirkungen bei der Pflege und Unterhaltung von Beeten und Rasenflächen geführt, räumte der Fachbereichsleiter ein. „Es wird weniger bunt.“ Trotz Einsparungen im Personalbereich, die in diesem Jahr 265 000 Euro erbracht hätten und 2014 weitere 223 000 Euro bringen würden, reichten die Maßnahmen nicht aus, um die Einsparziele zu erreichen, warnte Wilde. „Unter Umständen müssen wir ganze Beete wegnehmen.“ Ausgenommen davon sei nur der Bereich der Innenstadt und der historischen Altstadt.

„Das ist für uns nicht hinnehmbar“, polterte Güsgen gegen diese Einschränkungen. „Ich fühle mich schon wie in Sibirien. So geht das nicht.“ Schließlich erbrächten die Bewohner von Klein Berkel mit ihren Einkommen einen wesentlichen Teil des städtischen Bruttosozialprodukts. Als Kompromiss empfahl Schimanski, zu prüfen, ob die außerhalb der historischen Altstadt gelegenen Bereiche Hamelns den Ortsteilen gleichgestellt werden könnten, um die Auswirkungen in den Ortsteilen abzumildern. Ein Vorschlag, den Wilde mit in die Beratungen der Verwaltung zu nehmen zusagte.

Im Zuge der Haushaltsberatungen teilten Kämmerer Uwe Kiesling und Wilde auch mit, dass der Neubau eines Feuerwehrhauses in Klain Berkel im Zuge der Sanierungsmaßnahmen der Brandschutzeinrichtungen auf die erste Prioritätenstelle gesetzt worden sei. Im Jahr 2015 sieht der Haushalt für die Planung des Objekts 90 000 Euro vor, im Jahr darauf für die Realisierung 760 000 Euro sowie weitere 220 000 Euro für ein Löschfahrzeug vom Typ 10/06. Um in der Grundschule Klein Berkel wieder eine Schulbibliothek einzurichten, verständigte sich der Ortsrat darauf, die Sanierung und den Neubau eines Zaunes um die Grundschule, die 2014 begonnen und im Verlauf von drei Jahren realisiert werden sollten, um ein Jahr zu verschieben und den dafür eingesetzten Betrag von 10 800 Euro für die Einrichtung der Bibliothek und den Bau eines dafür geeigneten Raumes innerhalb der Schule zu verwenden.

Wird es auch auf dem Friedhof von Klein Berkel bald Urnengemeinschaftsgräber geben und nicht nur auf dem Deisterfriedhof und dem Friedhof am Wehl? wft



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